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Berlinale 2014

So, jetzt hier endlich mein Berlinale-Bericht! Das letzte Mal, dass ich bei dort war, war 2010! Kam mir gar nicht so lange her vor! Aber 2014 jetzt ja auch wieder! Los geht’s:

Dieses Jahr sollte es mal wieder so weit sein: ich wollte zur Berlinale fahren! Von all zu vielen Filmen, die dort gezeigt werden würden, wusste ich zwar noch nichts, aber die zwei, drei, die ich kannte, gaben den Ausschlag. Ich plante meine Arbeitszeiten also so, dass ich für ein paar Tage wegfahren konnte und fieberte der Programmbekanntgabe entgegen.

Ein paar Knaller gabs dann auch: The Grand Budapest Hotel, A Long Way Down und vor allem Nymphomaniac wollte ich unbedingt sehen!

Die Karten kann man glücklicherweise mittlerweile online kaufen. Natürlich sind die Server teilweise überlastet und das Kontingent relativ schnell erschöpft, aber wenigstens geht der Kauf auch aus anderen Städten bequem von daheim. Am ersten Tag hatte ich auch gleich Glück und ergatterte ein paar gute Karten, die nächsten Tage auch immer wieder ein paar. Bis mein Plan dann schließlich so aussah:

Ich buchte mir eine Fahrt mit einem Fernbus über Nacht von Donnertag auf Freitag. Mein Freund wollte zwar auch mitfahren, hatte aber Freitag Abend noch ein Konzert mit seiner Band und kam also Samstags nach. Ich erwischte noch ein gutes und relativ günstiges Hostel in meiner Lieblingsgegend und war voller Vorfreude!

Donnerstagsabends machte ich mich also auf den Weg zum ZOB. Der Bus war ausgebucht, neben mir Jordanier und Spanier, die eine Rundreise durch ganz Europa machten. Da kam man selbst direkt in Abenteurerinnenstimmung. Bis auf eine nervige Personenkontrolle durch die Polizei war die Fahrt aber eher unspektakulär. In Berlin angekommen fuhr ich zum Hostel und fand dort einen Zettel mit meinem Namen darauf an der Rezeption. Ich hatte angekündigt, dass ich relativ früh dort erscheinen wollte, dass ich jetzt aber eine Schnitzeljagd-Beschreibung zu meinem Zimmer mit der Notiz „Schlüssel steckt von innen“ erhalten würde, hätte ich nicht gedacht. So vertrauensvoll das Personal war, so groß und komfortabel das Zimmer. Ich war zwar noch ein bisschen von der Fahrt gerädert, wollte aber auch nicht all zu viel Zeit verlieren und legte mich für ein gutes Stündchen nochmal hin.

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Das Hostel-Bad

Dann ging’s auch gleich los in die Innenstadt. Durch die Berlinbesuche der letzten Jahre kenne ich mich doch relativ gut in der Stadt aus, vor allem aber im U-Bahn-Netz. Ich fuhr zuerst zum Alexanderplatz und ging dort in den Humana, ein Second Hand-Laden. Nach etwas rumstöbern fand ich einen schönen seidigen Blümchenrock und eine Elefanten-Brosche. Inzwischen hatte sich auch Lucie gemeldet, mit der ich mich gleich treffen wollte. Sie stand gerade vor dem Friedrichstadt Palast um Karten für The Grand Budapest Hotel an. Ich fuhr zu ihr und nach einer herzlichen Begrüßung standen wir gemeinsam in der Schlange. Überhaupt würde ich die nächsten Tage viel Schlange stehen.

Da ich eine Karte für den Film hatte, wollte ich gegen kurz vor 12 dann auch reingucken und uns Plätze suchen. Immerhin waren wir wirklich ein sehr großes Stück in der Schlange voran gekommen und bereits in Sichtweite der Kassen. Ich fand zwei Rangplätze links oben. Leider erwischte Lucie dann doch keine Karte mehr, obwohl nur noch fünf Personen vor ihr in der Reihe gewesen waren. So guckte ich also alleine den neuen Wes Anderson Film und amüsierte mich ganz wunderbar. Farbenprächtige, skurrile Story und viele wunderbare Schauspieler, ein klassischer Anderson also. Zu gerne würde man nach dem angucken den nächsten Urlaub in diesem Hotel verbringen und Konditorwaren verspeisen. In meiner offiziellen Skala bekommt er 9 von 10 Sterne/Herzen/Hundewelpen. Etwas, das ich an Filmfestivals generell ja eh sehr gerne mag: das klatschen danach. Auch wenn niemand vom Filmteam anwesend ist und man kollektiv eine Leinwand beklatscht, ist das doch immer wieder ein tolles Gefühl. Nach dem Film gingen Lucie und ich erstmal essen und machten uns danach schon mal zum Potsdamer Platz auf, wir wollten unser Glück für den Abend versuchen.

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Ein bisschen kalte Hollywood-Luft schnuppern am roten Teppich.

In die engere Wahl kamen Caravaggio von 1986 mit Sean Bean und Tilda Swinton und The Docks of New York von Josef von Sternberg aus dem Jahr 1928. Wie es sich herausstellte, war es dann aber doch relativ schwer noch an Karten zu kommen. Der Gedanke „Der Film ist von 1928, da drängeln sich bestimmt keine Pressevertreter rein!“ war schon mal falsch… Aber glücklicherweise ergatterten wir doch noch zwei Plätze. Es gab eine kurze Eröffnung der Retrospektive unter dem Motto „Licht und Schatten“, eine Kooperation der Deutschen Kinemathek mit der MOMA. Zu diesem Stummfilm gab es eine sehr passende Pianobegleitung. Der Film an sich war auch für sein Alter noch recht unterhaltsam. Dem Schauspiel merkte man an, dass es gegen Ende der Zwanziger Jahre aufgenommen wurde, es war nicht mehr so arg Pantomimenmäßig, sondern schon natürlicher, 7/10. Nach dem Film verabschiedeten sich Lucie und ich uns recht schnell, ich war auch (noch immer oder schon wieder) ziemlich erschöpft. Auf dem Heimweg kam ich an so vielen schönen Photomotiven vorbei, mein Handy-Akku war aber schon so gut wie aufgebraucht. Also fasste ich den Plan im Hostel ein bisschen zu entspannen, den Akku (im wahrsten Sinne des Wortes) wieder aufzuladen und dann nochmal einen kleinen Kiezspaziergang zu machen. Nicht nur die Photos, auch der Hunger trieb mich durch die milde Nacht nach draußen. Mit schöner Musik erkundete ich die Gegend, in der wir immer mal wieder kurz gewohnt hatten. Fand alte Lieblingsrestaurants und schöne Boutiquen wieder, sah ein paar Veränderungen und sog alles in mich auf. Mit gebratenen Bananen und einem tiefen Glücksgefühl fiel ich ins Hostelbett. Ein toller erster Auftakttag!

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Die bestimmt schönsten Neon-Reklame-Schilder der ganzen Stadt.

Am Samstag war mein erster Film um 12 Uhr der gelungene La Voie de l’ennemi. Durch schöne Bildsprache und mit wunderbarem Cast wird die Geschichte sensibel und langsam erzählt. Mag ich und mit Golden Hour-Licht kriegt man mich immer rum, 8/10. Unter das Klatschen mischten sich zwei, drei Buh-Rufe. Interessante Reaktion, die ich nicht nachvollziehen kann, aber jedem das Seine.

Städte zu Fuß zu erkunden finde ich ja immer sehr toll, ich wollte das also auch mal in der Hauptstadt probieren. Von Mitte nach Kreuzberg müsste doch zu schaffen sein. Könnte es auch sein, wenn ich das Navi richtig lesen könnte/es mich nicht ständig verunsichern würde. Aber erstmal hab ich meinen Orientierungssinn vertraut und bin zufällig an der KunstHalle vorbeikommen. Ich kenne das Museum/Ausstellungsfläche ja noch unter Deutsches Guggenheim und damals war einfach jede besuchte Ausstellung toll. Das wollte ich jetzt auch mal ausprobieren und ich wurde nicht enttäuscht. Auf das Konzept der Ausstellung „A circle walked casually“ wird man zu Beginn mit einer Kurzgeschichte eingestimmt und diese zieht sich durch das Ganze wie ein roter Faden, sprichwörtlich. Es geht um Linien, Kreise und Formen. Neben Baselitz, Kandinsky und Immendorf hängen auch ein paar Werke, die mir sehr gut gefallen haben (Ha!). Im Ernst, ich finde den großen weißen Raum in seiner Aufmachung und der Auswahl und Hängung der Werke sehr stimmig. Mein Liebling war Vik Muniz „Piranesi Series: Carcere XIV, The Gothic Arch“ (2002).

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Blick in die Ausstellung. Im Vordergrund 3/6 von „Whan I Am Happy“ von Alejandro Cesarco (2002).

Auf meinem Weg zum nächsten Zwischenhalt, der Berlinischen Galerie, kam ich an allerhand vertrauten Gebäuden und Plätzen wieder vorbei, die ich sonst nur per ÖPNV erreicht hatte, die Berlin-Karte im Kopf vernetzte sich plötzlich aus den unterschiedlichen Puzzlestücken zusammen. In der Galerie wurden Kurzfilme im Rahmen der Berlinale gezeigt. Kostenlos konnte man so den ganzen Tag längere und kürzere Werke anschauen. Ich kam relativ spät in den eh schon überfüllten Raum und sah die Hälfte von Leaves fall in all seasons aus Saudi Arabien. Die 20-minütige Doku wurde über viele verschiedene Handy-Videos vermittelt. Die Story erschloss sich mir jetzt nicht so ganz, aber allein das Aufzeigen der Möglichkeit „Jeder kann heute Filmen, überall auf der Welt kann so ein Film/eine Dokumentation entstehen“ faszinierte mich. Der nächste Kurzfilm aus Deutschland, Beyond Metabolism stellt allein durch Bilder, ein paar kurzen Interviews und vereinzelten Zwischentiteln die Verbindung zwischen der Architektur einer Kongresshalle und den Entscheidungen, die in ihr getroffen werden, her. Spannende Montage mit schönen, klaren Bildern, 7/10. Das war auch schon der letzte Kurzfilm, der an diesem Nachmittag dort gezeigt wurde. Nach einem Blick in die Broschüre und die Eingangshalle entschied ich mich dagegen, die restliche Galerie anzusehen. Wäre ich zwei Wochen früher hier gewesen, hätte ich meinen alten Freund, Herrn Klimt, ansehen können.

Ich zog weiter in die Bergmannstraße in die nächten Second Hand-Läden. Kurz vor Ladenschluss erstand ich im Colours zwei wunderschöne, mehr oder weniger geblümte Kleider und einen schlichten roten Pullover. Nebenan ging ich lecker essen. Es gab Nigiri mit Shitake-Pilzen und eine Suppe mit Tofu und Fake-Hühnchen. Das Kunst-Huhn schmeckte erstmal so echt, dass ich etwas skeptisch war, aber alles in allem wirklich unglaublich lecker. Gut gesättigt macht ich mich auf den Weg zum Haus der Berliner Festspiele. Hier wurde American Hustle gezeigt. Überzeugt hat mich Christian Bale (wie immer), Amy Adams und Jennifer Lawrence. Die Kostümdesignerinnen dürfen dafür auch gerne irgendwelche Preise bekommen. Besonders schön fand ich auch, dass Louis C.K. hier eine passende Rolle spielen darf, dafür bekam er sogar Zwischenapplaus! (Wer die Serie Louie noch nicht kennt, sollte das nachholen.) American Hustle bildete einen gut gelaunten Tagesabschluss, 8/10.

Mittlerweile war auch der Fernbus des Freundes in Berlin angekommen und wir trafen uns am Zoo. Gemeinsam ging es zurück zum Hostel.

Für Sonntag standen vier Filme an. Der erste von 1927 war Sunrise – A Song of two Humans, erneut mit Pianobegleitung. Hervorheben muss man hier die Montage, nicht nur für die Zeit großartig. Außerdem zwei wunderbare Hauptdarsteller, die sowohl die Tragik- wie auch die Humormomente überzeugend und nicht überladen rüberbrachten, 8/10.

Was wäre ein Berlin- ohne einen Burgeressenbesuch? Das dachten wir uns auch und fuhren zum Burgermeister. Obwohl viel los war, kam der Tofuburger schnell und war vorzüglich, auch die Fries enttäuschten nicht.

Weiter ging es im schnell gefundenen Cubix mit Butter on the Latch. Über den Film wusste ich jetzt mal wirklich komplett gar nichts. Was sich ja meistens eh als vorteilhaft herausstellt. Ein Experimentalfilm mit schönem Kameraspiel und viel gefühlter Realness, trotz so manchem Horrorelement, 8/10. Die drei Hauptdarsteller, Regisseurin und die Kamerafrau waren zu einer kurzen Nachbesprechung und Q&A auch anwesend. Sehr sympathisch alle miteinander. Vor allem fand ich die Schilderung des Low Budgets-Filmprojekts inspirierend.

Ich ließ den Freund noch im Q&A und stellte mich schon mal bei der nächsten Film-Schlange an. So hatten wir dann im nächsten Saal gleich gute Plätze für Love is strange. Auch eher ein Indie-Film aber mit den großartigen Schauspielern John Lithgow und Alfred Molina. Diese prägen den Film auch nachhaltig. Ganz wunderbar pointiertes Spiel, viel Gefühl und eine gute Story, 9/10. Und falls ich nicht schon während des Films geweint hätte, dann spätestens als der Regisseur, Ira Sachs anschließend im Q&A noch so einiges über die Hintergründe zum Film erzählte. Falls sich die Gelegenheit mal auftut: kein Fehler diesen Film zu gucken!

Vor dem letzten Film an diesem Abend hatten wir noch etwas Zeit und vor allem schon wieder Hunger. Wir beschlossen schon mal in unsere Hostelgegend zurückzufahren, da das Kino sowieso in unmittelbarer Umgebung ist. Seit unserem ersten Berlinbesuch hatten wir auch dort in der Nähe ein Lieblingsrestaurant, das Hans Wurst. Neben guter Musik und sooo leckerem veganen Essen war es auch einfach sehr gemütlich dort rumzusitzen. Leider hat der Hans Wurst schon seit ein paar Jahren dicht gemacht, aber sein Nachfolger das Desi ist ebenso zu empfehlen. Steht auf jeden Fall bei jedem Besuch auf der Abklapperliste und hat uns auch dieses Mal nicht enttäuscht.

Satt ging es zurück zum Hotel, kurz ausruhen und dann weiter ins Colloseum zu Nuoc. Eine vietnamesische SciFi-Liebesgeschichte mit einer gelungenen Umsetzung in schönen Bildern, 8/10. Der Regisseur und die Hauptdarstellerin waren auch vor Ort und beide sehr nett und adrett. Vor allem der Schauspielerin muss man ihr Spiel hoch anrechnen, ließ sie doch im Q&A verlauten, dass die Angst vor Wasser hatte. Nuoc heißt übersetzt übrigens „Wasser“, aber das nur am Rande.

Montag ging es gleich mit einem Knaller los: Nymphomaniac vol. I von Lars von Trier. Lange habe ich mich auf diesen Film gefreut. Ein bisschen etwas habe ich auch schon mitbekommen, konnte mir aber nicht wirklich etwas darunter vorstellen. Warteschlangengespräche vor mir spekulierten auf einen „3-Stunden-Porno“, teils vorfreudig, teils ängstlich. Ich möchte am liebsten ein ganz langen Blogpost/Podcast nur mit diesen einem Film füllen (und vielleicht mache ich das auch noch…), so viel ist da drin! Und so toll! Ich bin nicht davon ausgegangen, dass mir der Film nicht gefällt, hatte aber doch eine gewisse Nervosität, wie von Trier das Thema umsetzen würde. Für mich ist ein 10/10-Punkte-Film und ich kann gar nicht erwarten, den zweiten Teil davon zu sehen. Ich hätte nicht gedacht, das von Trier auch so witzig sein kann und gleichzeitig so gefühlvoll seine Hauptdarstellerin zeichnen kann. Charlotte Gainsbourg war in diesem Teil schon toll, Stacy Martin war ganz wundervoll und hoffentlich sehen wir sie bald noch in weiteren Produktionen.

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Warum ich den Friedrichstadt Palast so mag, trotz unbequemer Sitze…

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Ganz beschwingt nach diesem Spektakel kam dann auch schon unser voraussichtlich letzter Film für diese Berlinale-Besuch: Historia del medio. Ein argentinischer Film über Angst, langsam und unaufdringlich erzählt kommt die Grundidee war schnell durch, daraus ergibt sich aber leider nicht mehr. Ein paar gute Szenen sind zwar drinnen, aber für mich 5/10. Wenigstens einen Film von dem ich nicht so überzeugt war, wäre ja auch komisch sonst.

Es ging weiter zur KunstHalle, in der ich ja schon Samstags war, um Jenny und Lucie zu treffen. Wir wollten uns die Ausstellung zusammen angucken. Mit den beiden hatten wir dann immerhin 3/5 der Mädchen in Zwangsjacken vor Ort versammelt (ja, darüber wollte ich auch mal schreiben, verschluderte es dann aber wie so oft wieder, Twittermitleser wissen aber wohl sowieso Bescheid).

Ich fand total interessant, wie unterschiedlich die ein und dieselbe Ausstellung zu einem (wenig) späteren Zeitpunkt wirken kann. Mir sind wieder ganz unterschiedliche Werke aufgefallen und auch Details, die ich zuvor ganz übersehen hatte.

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Friedrichstadt Palast bei Nacht

Danach ging es dann zum Essen in das gleiche italienische Restaurant wie auch schon freitags („Wenn die Pizza da einmal gut war, kann sie drei Tage später doch nicht viel schlechter sein?!“, überhaupt Pizza! Trotz Elmos Einwand, dass es ja „Sometimes food“ ist…). Anschließend wollten wir zurück zum Friedrichstadt Palast und unser Glück versuchen, Karten für A Long Way Down zu bekommen. Leider wurden unsere Hoffnung ziemlich schnell durch ein Ausverkauft-Schild zerstört. Aber gut, ein paar Meter weiter hinter uns war immerhin der rote Teppich über den der Cast des Filmes in Kürze schlendern würde. Also stellten wir uns an den Teppich um ein bisschen Glamour- und Fangirl-Feeling abzubekommen. Hier würde schließlich gleich niemand anders als Toni Collette und Aaron Paul vorbeilaufen! Toni Collette habe ich ja in United States of Tara sehr, sehr schätzen gelernt und Aaron Paul ist in Breaking Bad einfach super gut. Mit den anderen zwei Fangirls war die Wartezeit dann auch eh gleich rum und die Aufregung wurde größer. Ich muss dazu sagen, dass ich noch nie an irgendeinem roten Teppich stand und die Hysterie nur aus Berichten kenne. Ich hätte ja nicht gedacht, dass erwachsene Menschen, meist Männer, sehr laut „MISTER BROSNAN!“, „HEY PIERCE!“ schreien und dabei mit ihren Zetteln und Photos winken würden. Aber gut, wieder was gelernt. Natürlich gab es auch Jesse-Fangirls mit Breaking Bad-Postern aber die waren niedlich-zurückhaltend, eben höfliche Fan-Menschen, so wie wir. Wir standen auch irgendwie in einem sehr leisem Block, direkt zu uns kam keiner der Schauspieler. Aber immerhin haben wir ein paar hübsch verwackelte Photos bekommen. Ein paar Minuten später war der Starrummel-Spuck auch schon wieder vorbei.

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Toni Collette leider nur von hinten, da ich sie sonst anstarren musste.

Nach dem dicht-in-der-Menge-stehen war es auf der Straße dann doch sehr windig und kalt und wir beschlossen dann auch bald das Fangirl-Treffen wieder aufzulösen. Leider, ich fands nämlich sehr schön und sehr lustig mit den Mädels!

Wir fuhren zurück ins Hostel und planten den nächsten Programmpunkt. Würde unser Plan nämlich aufgehen, hätte unser letzter Berlinabend nämlich noch einen sehr schönen Ausklang. Da mein Freund ja bei einem großen TV-Anbieter arbeitet, ergab sich die Gelegenheit eventuell auf die Gästeliste der A Long Way Down-Filmproduzenten-Party zu kommen. Viel mehr: er war schon auf der Liste und ich musste als Ersatz-Kollegin durchgewunken werden. Wir machten uns also schick und fuhren zur Party. Dann war es eigentlich ganz leicht: mein Name wurde abgeglichen und aufgenommen und wir konnten in den 15. Stock zur Party gefahren werden. Allein für den Ausblick hatte sich das ganze schon gelohnt: über den Alexanderplatz gucken zu können bei fast sternenklarer Nacht. Aber es gab ja auch noch freie Getränke (das bemerkte ich aber auch erst, nachdem ich ewig nach meinem Geld gesucht hatte und bemerkte dass niemand sonst zahlt), freie Snacks (vegetarisch sogar) und einen Bauchladen-Mann mit Süßigkeiten! Bis hierhin war die Party schon mal super toll. Die Musik allerdings war nicht ganz so mein Fall, nur Elektro (ich nenne das jetzt mal so, kann auch Minimal House oder Deep Trance oder so sein…). Aber wir tanzten trotzdem ein bisschen und fanden es so schon ganz toll. Die Party wurde aber zusehend immer leerer und unser Gedanke „Gut, es ist zwei Uhr an einem Montag, das könnte sogar für Berlin zu viel sein?!“ schien sich zu bestätigen. Aber dann kamen plötzlich ein paar Security-Menschen herein und auf einmal war auch Aaron Paul da, der auf die Tanzfläche stürmte, tanzte und klatschte. Wir tanzten nachts in Berliner mit Aaron Paul in einem fast leeren Club. Okay. Das machte die Musik dann doch gleich viel besser. Nach einer Weile ging Aaron samt Entourage dann aber Richtung Aufzüge und wir beschlossen eigentlich auch schon genug gefeiert zu haben und uns auf dem Nachhauseweg zu machen. Der Aufzug brachte uns aber nicht nach ganz unten sondern in 12. Stock, auch hier sah es nach Party aus. Komisch, da wollten wir doch auch nur noch mal schnell nachgucken. Und dann war sie da: die eigentlich große Party, mit guter Musik und einem immer noch vor sich hin bouncenden Aaron. Gut, hier ließ es sich dann doch ein bisschen aushalten. So viel getanzt habe ich bestimmt schon Jahre nicht mehr! Und dann auch noch mit einem wunderbaren Schauspieler, der einfach so neben einem tanzt und klatscht und singt und sich freut. Das war wirklich sehr toll!

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Ausblick auf den Alexanderplatz

Um halb sechs Uhr morgens wollten wir dann aber doch nicht die allerletzten sein, die aus dem Club kamen und machten uns auf zu gehen. Den Abend hinweg gab es immer wieder Leute, die sich mit Aaron fotografieren ließen. Einerseits hätte ich zwar auch gerne ein Photo mit ihm gehabt, andererseits wäre mir unangenehm gewesen, ihn zu stören. Er war zwar schon beruflich auf der Party, aber trotzdem wollten wir ihn nicht zu sehr bedrängen. Having said that, als wir hinaus gehen wollten, war da gerade ein anderer, der sich auch mit ihm fotografieren ließ. Also sind wir doch hin und ich konnte Aaron sagen, wie sehr ich seine Arbeit und sein Spiel mochte. Er freute sich darüber sichtlich, umarmte mich und den Freund machte ein Photo mit uns. Happy Fangirl! So ein lieber Mensch, der auch nach stundenlangem Feiern noch so nett und nahbar ist <333.

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♥♥♥

Danach war ich dann erst mal platt. Der Freund auch, wir konnten es nicht fassen, waren müde und aufgekratzt. Im Hostel konnten wir dann doch noch ein wenig schlafen, bevor um halb elf unser Bus zurück fuhr.

Danke Berlin für eine wunderschöne Zeit mit tollen Filmen und einem unvergesslichem Abend!

tl;dr: 12,5 Filme und wenn jemand Party machen kann, dann Aaron Paul!

Prag – Eine Liebeserklärung.

Da wir dieses Jahr noch keinen „richtigen“ Urlaub gemacht haben, gerne aber noch wegfahren wollten, guckten wir uns eine Weile nach Last-Minute-Angeboten für irgendeine warme Insel um. Der Plan „mit gepackten Koffern zum Flughafen und den nächstbesten Flug nehmen“ kam in die engere Auswahl. So einen Strandurlaub mit viel Sonne und wenig Bewegung hatte ich vor ungefähr 5 Jahren zuletzt. Unsere Städtetrips sind eher in den kälteren Monaten und mit viel Rumgehen verbunden. Zwei, drei Tage bevor wir der Flughafen-Idee nachgehen wollten, kam mir das plötzlich so ein Gedanke: Prag! Wie viel unkomplizierter wäre alles, wenn wir einfach wieder einen Städtetrip machen würden und Prag wollte ich ja eh schon immer mal ansehen (und fliegen müsste ich dafür auch nicht \o/). Also guckte ich kurzerhand nach den besten Verbindungen und steckte den Freund mit meinem Enthusiasmus an. Mit Zug oder Fernbus würden wir an die 5 Stunden hin brauchen, ein Hostel war schnell gefunden und schnell (! nach dem ganzen rumschauen wollte ich das jetzt ganz fix machen!) gebucht.
Also ging es am Montagmorgen, den 28.10. mit den Fernbus in Richtung Prag. Busreisen, auch so etwas für sich. Kannte ich wenn dann nur von meiner Oma, die damit zwar auch durch ganz Europa schipperte, aber auch immer einige Mitsenioren an Bord hatte. Ganz anders unser Fernbus: der Altersdurchschnitt lag <30 Jahren, es gab Schokoriegel und Wasser gratis zum Ticket und Wlan gab es auch! So ließ es sich durch hübsch sonnig-wäldliche Ortschaften fahren.
Nach einigem hin und her am Busbahnhof in Prag, fanden wir unser Hostel ganz in der Nähe, bezogen unser schönes Zimmer und konnten Geldwechseln. Glücklicherweise hatten wir von der Mutter meines Freundes noch einen Prag-Reiseführer an die Hand bekommen und hatten bereits ein paar Routen ins Auge gefasst. Wir lösten also ein Metro-Ticket und fuhren genau eine Station ins Zentrum. (Das mit der einen Stationen weiß ich auch deshalb so genau, weil wir über die drei Tage genau einmal eine Station mit unserem Tagesticket gefahren sind, den Rest ergingen wir uns zu Fuß.) Unser Reiseführer ist in sechs Spaziergänge aufgeteilt, die an allen wichtigen Sehenswürdigkeiten, Kuriositäten, Shops, Cafes und Restaurants vorbeiführen. Der erste Spaziergang durch die Altstadt leitete uns am Obecní dům und dem Pulverturm durch kleine hübsche Gässchen am Wenzelsplatz vorbei zur Astronomischen Uhr auf dem Rathausplatz über die Karlsbrücke und am Moldauufer wieder zurück in die Altstadt. Für einen Nationalfeiertag hatten erstaunlich viele Geschäfte und öffentliche Einrichtungen geöffnet. Vom Gefühl her, waren auch viele tschechische Touristen an diesem Tag in der Stadt. Als wir an einem SecondHand-Geschäft vorbeikamen, musste ich natürlich kurz reinspringen und mich ein bisschen durchwühlen. Ich wurde auch fündig und ging mit einem neuem Kimono, einem beigen Wasserfall-Cardigan und einer bunten Seidebluse (alles zum halben Preis!) wieder heraus.
Wir hielten uns zwar ein wenig an den vorgegebenen Rundgang, marschierter aber auch öfter einfach drauf los um wenig später festzustellen, dass wir genau dort hin wollten.

Obneci

Obecní dům, hier gibt’s Innen auch einiges von Mucha zu bestaunen! (Tipp: unbedingt in das Cafe unten links reingucken. So schön!)

Links ist übrigens der Pulverturm, den könnte man auch besteigen, vielleicht beim nächsten Mal.

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Türme, Dächer und Gässchen

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Der Wenzelsplatz mit Ausblick auf das Národní muzeum (Nationalmuseum) mit vielen bekannten Geschäften (nicht im Bild).

AstronomUhr

Die Astronomische Uhr am Rathaus bringt zu jeder vollen Stunde die 12 Apostel-Holzfiguren zum Vorschein. Wir standen gerade zufällig dort. Die Uhr habe ich trotzdem nicht verstanden…

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Ein bisschen creepy: das Skelett, das quasi die Glocke läutet.

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Auf dem Rathausplatz waren viele Gauckler, Artisten und Musiker. Unter anderem auch: Riesenseifenbläsererinnen.

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 Alles voller Mucha. Ich kam aus dem gucken gar nicht mehr raus ❤

 MuchaWerbung

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Und dann biegst du aus einer kleinen Straße ab und stehst auf einmal vor diesem Turm samt dahinterliegender Karlsbrücke und Moldau, mit Sicht auf die Prager Burg und kriegst den Mund nicht mehr zu.

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Die Burg von der belebten Karlsbrücke.

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Blick von der Karlsbrücke aus.

DSC04300Irgendwo auf dem Weg: eine Game of Thronesige Figur mit einer nackigen unter-den-Mantelguckerin.

 tür  torbogen  DSC04345

 Schöne Häuserverzierrungen sind schön!

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Kunst auf dem Weg gefunden.

Wie man auf den Fotos gut erkennen kann, das Wetter war traumhaft. Ende Oktober, 20° und Sonnenschein. Prag gefiel gleich sehr gut. Und nicht nur wegen des ganzen Mucha-Klimbims, der sich in allen Ecken finden lässt, sie Stadt ist einfach sehrsehr schön.
Nach dem ausgedehnten Spaziergang hatten wir auch ordentlich Hunger und wollten in eines der vielen vegan-vegetarischen Restaurants der Stadt weiterziehen. Wir fanden das CountryLife gleich in der Nähe. Das CountryLife gibt es zwei Mal in Prag, jeweils mit Bioladen, dieses sogar mit eigenem Bio-Kosmetikgeschäft daneben. Am Buffet fanden sich dann Köstlichkeiten, von denen ich seitdem immer noch träume: Seitangulasch, Seitansalat, Bulgur-Gemüse-Auflauf, Quinoa- und Taboule-, Gemüse- und grüne Salate in allen Variationen. Dazu vegane und zum Teil rohe Kuchen, mit Obstsalat in süßen Soßen. Der Preis richtet sich nach dem aufgetischten Gewicht, vergleichsweise ist das Essen aber sehr günstig. Und so lecker, ich war im kulinarischem Himmel und kam aus dem schwärmen gar nicht mehr heraus.
Vollgefressen ging es dann zurück zum Hostel, für heute waren wir fertig.

DSC04255Street Art in Prag.

DSC04259Freund neben unbemerkter Schönheit aber mit Plan.

 BackerStreet

Und auch Sherlockians kommen auf ihre Kosten.

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Am Dienstag machten wir uns nach dem Frühstück auf zur Prager Burg. Den Weg bis über die Moldau fanden wir, dank meines Orientierungssinnes schnell wieder (an dieser Stelle sei erwähnt, dass ich unser beider Kompass bin…). Durch das Hradcany-Viertel ging es an wunderschönen Prachtbauten und kleinen schmucken Gässchen zur Burg hinauf. Der Blick über die Stadt ist einfach atemberaubend!

Von der Burg selbst hätte ich mir ein bisschen mehr „Altertümlichkeit“ erwünscht, es wirkte alles sehr renoviert. Ist wohl aber auch kein Wunder, wenn da der Präsident residiert. Den Veitsdom fand ich dann aber doch beeindruckend. Wir genossen noch ein wenig die Aussicht und machten uns dann wieder an den Abstieg. Als nächsten wollten wir uns ein Mittagsessenplätzchen suchen. Mir wurde im Vorfeld das Lehka Hlava empfohlen (Danke @anne!) und suchten ebendieses auch auf. Sehr leckerlecker, kann ich nur sagen! Ich hatte eine Zusammenstellung aus Probierportionen vierer Hauptspeisen (Käse-Quesadilla mit Tomatensalsa und Sour Cream, einen Gemüsespieß, ein Kartoffelgratin und einen grünen Salat). An meinen total gesunden und Detox-Drink „Greenhorn“ musste ich mich zwar ein bisschen gewöhnen, aber nach einem guten Schuss Honig rein, schmeckte der auch. Als Nachtisch hatten wir einen rohen Käsekuchen mit Erdbeersoße. Ein Traum! Glücklich satt ging es anschließend weiter ins Alphonse Mucha-Museum. Mein eigentlicher Hauptgrund für den Prag-Besuch. Mir ging es vor den Mucha Gemälden ähnlich wie vor einem Jahr in Wien vor den Klimt Bilder: ich wollte nie wieder raus! Ich hätte noch ewig vor jedem einzelnen Bild stehen können und jedes Detail aufsaugen können. Aber dann kurz vor Schluss mussten wir doch wieder raus, nicht jedoch ohne davor noch ein bisschen Geld im Museumsshop zu lassen.
Zum Abschluss des Tages wollten wir noch irgendetwas unternehmen, Kino oder so. Von der großen Originalversionen-Auswahl der Filme sprach uns keiner an (leider übersahen wir den neuen Woody Allen „Blue Jasmine“ dabei). Übrigens, auch interessant: etwa ein Drittel der gesamten Kinofilme sind tschechische Produktionen. Wir entschlossen uns dazu erstmal etwas zu essen! Im Plevel gab’s eine Tomatensuppe, Seitangulasch mit Reis und Seitanbraten mit Knödeln und einer eingekochten Gemüßesoße. Wieder unglaublich lecker! Als süßen Abschluss bekamen wir einen rohen Kokoskuchen und eine vegane Panna Cotta mit Erdbeerspiegel. Nom! Das Restaurant war sehr nett mit bunter Blümchentapete auf den zwei Stockwerken und zusammengewürfelten Tischen und Stühlen eingerichtet. Wenn mir das Lokal bis dahin nicht schon sehr sympatisch gewesen wäre, wäre es mir das nach einem Blick in die Hausbibliothek geworden: neben tschechischer und englischer Literatur (beispielsweise einem Whiskey-Lexikon) gab es dort die „Anleitung zum Unglücklichsein“ von Paul Watzlawick.

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Morgens über die Moldau, neben an die Karlsbrücke, rechts die Burg.

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Gässchen zur Burg hinauf.

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Auf dem Weg: die Lannisters sind auch schon da (links), einer der vielen Absinth-Läden.

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Veitsdom

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 Von innen (irgendeines der Fenster ist auch von Mucha!) und von hinten.

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Ausblicke über die Stadt:

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DSC04330Rückweg über die Moldau

DSC04428Offroad Abenteuer Prag

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Sie sehen hier: wie eins mich mit Essen glücklich machen kann.

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Am Mittwoch gingen wir noch einmal zum unseren ersten Startpunkt in der Altstadt dem Obecni Dum zurück. Am Vortag hatten wir während eines Films im Mucha-Museum nämlich erfahren, dass dieser sich hier auch verewigt hatte. Das wollten wir uns jetzt nochmal genauer ansehen. Solltet ihr mal davor stehen: schaut in das prachtvolle Cafe rein! Mehr Jugendstil geht nicht!

Weiter ging es ins hippe Vinohrady-Viertel zur Vysehrad-Festung. Und wieder mussten wir einen Berg hoch. Muskelkatergebeutelt, wie ich war, war das gar nicht so leicht. Aber der wunderwunderschöne Ausblick entschädigte dafür auch sehr schnell. Wer mal das Gegenüber der Prager Burg und einen überwältigenden Blick auf die Moldau werfen will, ist hier genau richtig. Auch die Parkanlagen laden zum spazieren ein. Beim zurückgehen durch das nette Viertel kamen wir direkt an zwei SecondHand-Läden vorbei. In den ersten davon habe ich mich spontan gleich sehr reinverliebt! Die Besitzerin spricht zwar kein englisch, mit Hilfe von Gesten und ihrem Taschrechner konnten wir uns dennoch gut verständigen. Und der Laden ist so hübsch eingerichtet! Mit sehr viel Liebe zu Mode und viel zu vielen Klamotten für den kleinen Raum ist das Geschäft wirklich eine Fundgrube. Und ich fand auch: ein gelbes Cordkleid (klingt schlimmer, als es ist!), einen rot-blauen Apfelrock, ein gold-schwarzes Kleid und eine Statement-Kette mit hellgrünen Steinen in gold. Alles zusammen für umgerechnet unter 30€. Wer den Laden auch mal finden möchte, er ist irgendwo auf der „Na Slupi“, ist ein supi Straßenname, gell?!

Anschließend ging es in das jüdische Viertel. Das jüdische Museum ist relativ klein, zeigt aber anhand vieler Exponate die jüdische Kultur und das Leben der Prager Juden. Die Ausstellung der Kinderzeichnungen aus verschiedenen KZs mit ihren Ängsten und Hoffnungen, den über 70-jährigen selbstgenähten Stofftieren und -puppen hat mir den Atem sprichwörtlich geraubt. Mit so „einfachen“ Mitteln, kann man so treffend das Grauen und die Verzweiflung darstellen. Üben den jahrhundertealten jüdischen Friedhof (Zu den Dauerfotografieren: sind die so anstandslos oder ist es manchen Menschen einfach egal?!) ging es weiter in die Maisel-Synagoge.

Über den Rathausplatz ging es erneut zum CountryLife. Ein üppiges Tablet voller Leckereien fand den Weg an unseren Tisch. Wir versorgten uns dort auch gleich noch mit Proviant für die spätere Rückfahrt (frische, fertige Veggie-Burger, einfach so zum mitnehmen!). Nachdem auschecken aus dem Hostel bestiegen wir gegen 18Uhr unseren Bus und waren dann um 23Uhr auch schon wieder daheim.

DSC04447Auf dem Weg zur Festung: eine Straße über den Häusern ô.O

DSC04445Ein weiteres Pseudonym des vielbeschäftigten Farin Us?

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Ausblick von der Vysehrad-Festung

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DSC04479Die Burg von der Festung aus gesehen.

DSC04485                     Der Freund fotografierte auch mal sein Essen (Hint: Mein Tablett ist das hintere, mit der ungefähr doppelten Menge…)

Fazit: Ein unglaublich schöner, harmonischer Kurzurlaub mit viiiel leckerem Essen und Angucksachen. Wie mein Herz bei jedem Art nouveauischem Gegestand durch die Gegend gehüpft ist! Ein Strandurlaub wäre vielleicht eher entspannend für den Körper gewesen, der Prag-Trip war was fürs Herz und Bauch! Dass eins alles zu Fuß locker abgehen kann und nicht ewig in irgendwelchen Nahverkehrscontainer verbringt hat auch was für sich. Unsere Reiseführer-Spaziergänge sind wir übrigens alle sechs Stück innerhalb der drei Tage abgegangen. Kann ich nur empfehlen, wenn man sich gar nicht auskennt. Wir sind natürlich nicht immer genau nach Plan, sondern auch oft einfach drauf los gegangen. Wenn Prag auch an einigen Stellen ein bisschen sehr touristisch ist, findet eins dann doch schnell auch wieder in neutralere Gebiete. Da diese wunderbare Stadt nur 5 Stunden entfernt ist, bieten sich da zukünftige Wochenendbesuche (zu Mucha, dem CountryLife und dem süßen 2ndHand-Laden!) sehr an. Prag du bist so schöhön!

Vienna (AFP-Konzertreise pt.2)

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So, es geht also weiter: ich sitze immer noch im Zug.

Bei jeder Durchsage schrecke ich hoch, bei Zwischenhalten gucke ich mal schnell raus und verkrieche mich dann wieder unter meine Kapuze. Glücklicherweise ist der Zug recht leer und so kann ich mich auf zwei Sitzplätzen ausbreiten. Irgendwann, viel zu früh, muss ich in Würzburg umsteigen. Da der Anschlusszug sowieso verspätet ist und ich noch massig Zeit habe, gucke ich mir den Bahnhof an. Eigentlich habe ich auch gar keinen Hunger, aber dann sehe ich eine Pizza Hut-Werbung und bekomme sofort Lust auf was fettiges. Tja, leider gibt es früh morgens in allen vier Bäckerei-Filialen nichts ansprechendes. Wieder im Zug nehme ich mir wieder einen Doppelsitzplatz und kann doch noch ein wenig schlafen.

Am Wiener Westbahnhof soll ich eigentlich abgeholt werden. Ich gucke mich ein bisschen um und sehe nur eine Person mit so einem Abholschild und denke mir noch, wie nett das wäre, so begrüßt zu werden. Ich gucke also noch ein bisschen weiter und gehe den Bahnsteig entlag. Die Frau mit dem Schild lächelt mich an und ich lese erstmals das Schild:

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(Danke an Petra für das nachträgliche Fotografieren)

Ich freue mich wahnsinnig. Das ist also die Petra und sie hat extra für mich so ein Schildchen gebastelt. Die Petra kenne ich über Twitter und hier wiederum über die Linda. Ich finde es immer super interessant Twittermenschen zu treffen, die man davor ja quasi schon „kennt“ und mag. Das Bild, dass man sich so über die Personen gemacht hat, stimmen erstaunlicherweise meistens sehr genau und man findet sofort bequatschbare Themen. Ich mag das sehrsehr gern. Die Linda traf ich im Sommer schon einmal zum Burgeressen in München und hab sie sofort ins Herz geschlossen.

Da die Linda aber erst später ankommt, fahren wir erstmal in Petras tolle Wohnung und liefern mein Gepäck ab. Danach geht es in Richtung Innenstadt zur fachkundige Touristenrumführung.

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Ein Herz für so schöne alte Ladenschilder und Kruschläden.

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Letztes Jahr war ich zusammen mit meinem Freund bereits schon einmal in Wien und fand die Stadt auf Anhieb wunderschön. Wie sollte es anders sein, sind wir natürlich auch wieder wegen eines Amanda-Konzerts verreist. Damals war es Anfang September und ziemlich heiß. Ich erinnere mich da zum Beispiel an einen wunderschönen und unbeschreiblich heißen Ausblick von der Gloriette über die Stadt.

In der Innenstadt (oder was ich als diese wahrnehme) schlendern wir rum, mir werden Anekdoten zu einzelnen Gebäuden oder einfach zu Wien an sich erzählt und ich freue mich erst mal wieder da zu sein und das auch noch mit so einer lieben Begleitung.

Auf den Weg gibts auch noch ein wunderbares Eis. Die Sorten Graumohn und Pferdeapfel (Schokoeisbälle mit Pistazienstückchen) kann ich wirklich nur sehr empfehlen.

Nach ein bisschen mehr rumspazieren landen wir in einem netten Cafe. Dort gibts eine indische Linsensuppe, die uns wieder aufwärmen soll.

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Als es Zeit wird, uns mit der Linda zu treffen, holen wir mein Gepäck ab und fahren zu meiner eigentlichen Dach-über-dem-Kopf-Geberin. Dort sitzen wir noch gemütlich zusammen und plaudern. Die Petra verabschiedet sich und wir beschließen auch bald darauf ins Bett zu gehen – immerhin ist morgen Montag.

Ich liege auf Lindas weichen, warmen Sofa, höre zum ersten Mal seit Tagen einfach nichts und kann mich entspannen. Ich schlafe super gut und wache einigermaßen erholt auf. Da Linda zur Uni muss und ich mich eh noch ein bisschen in der Stadt rumtreiben will, gehts nach einem kräftigendem Frühstück raus.

Wir fahren noch ein Stück gemeinsam, den restlichen Weg ins Belvedere habe ich mir von Linda beschreiben lassen. So finde ich das Schloss dann auch schnell und bin erst mal beeindruckt, dass da einfach so ein Schloss mit Park und allem drum und dran eigentlich mitten in einem Wohnviertel steht.

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Der Blick von der Oberen Belvedere auf das Untere. Wunderschöne Parkanlage unter grauem Himmel.

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Das Wetter ist grau und ungemütlich, bei Sonnenschein würde es mir sicher besser gefallen. Aber so brauche ich mich auch nicht lange in den Parkanlagen aufhalten und geh gleich rein. Zum Klimt. Ich liebe ja Klimt. Dieses Losgelöste, die Frauen und das Gold. Also gehe ich auch zielstrebig gleich auf die Klimt-Sonderausstellungs-Etage und nehme erstmal den falschen Eingang. Darauf werde ich dann auch gleich von einem engagierten Museumsangstellten in Englisch hingewiesen. Er ist so nett und ich kann einfach nicht anders, als auch auf Englisch zu antworten. Ich bin ja schließlich in einem anderen Land und finde es interessant, auch gleich als Touristin wahrgenommen zu werden.
So, aber jetzt zum Klimt. Erst mal finde ich den Aufbau der Ausstellung sehr gut: sie beginnt mit den Anfängen von Klimt in seinen Ausbildungsjahren. Werke von ihm, aber auch von Franz Matsch und Klimts jüngeren Bruder Ernst hängen nebeneinander. Diese ähneln sich noch sehr, bis hin zu exakt gleichen Abbildungen, nur aus einer etwas anderen Perpektive. Im Mueseum darf man nicht fotografieren, also versuche ich mir Lieblingsbilder ganz gut einzuprägen und mir auf jeden Fall die Titel zu merken. Über monetähnliche Blumen- und Landschaftsbilder (dazwischen auch der echte Monet und Egon Schiele) und Porträts gehts dann aber immer mehr in Richtung Klimt-wie-man-ihn-kennt. Die Wände sind versehen mit Zitaten aus der Zeit, von Beobachtern oder Klimt selbst, passend zum Raum. Ein Raum ist den großformatigen und bekanntesten Klimt Bildern gewidmet. Der Kuss auf der einen Seite, Judith und die Wasserschlangen auf der anderen. Der Raum fängt mich sofort ein. Leider auch noch einige andere Personen, sodass ich nach eingehender Aufsaugphase dann auch wieder weitergehe. Neben den Bilder berühren mich am meisten die handgeschriebenen Gedichte, Fotos von Klimt mit seiner Familie und die Todesanzeigen für Schiele und Klimt.

Den Rest des Schlosses gucke ich mir im Schnelldurchlauf an. Einerseits weil ich jetzt eh schon bis oben hin mit Klimtkunstliebe voll bin und mich das restliche nicht mehr so interessiert, andererseits habe ich für den kompletten Rundgang auch nur zwei Stunden Zeit. Während ich so durch die restliche Ausstellung laufe, verspüre ich den Drang doch wieder zu Klimt zurückgehen und dort die verbleibende Zeit zu verbringen. Das mache ich dann aber doch nicht und gucke mir weiter alles an.

Das Gebäude an sich ist aber auch wunderschön. Schöne Decken mit Stuck oder komplett ein-freskosiert. Überall viel zu sehen.

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Besondere Highlights: Natürlich der special Klimt-Raum mit den bekanntesten Werken. Aber auch von Franz Matsch finde ich ein paar wirklich beeindruckend. Zum Beispiel: Leonardo da Vinci playing chess with his muse in einem wunderschönen Rahmen. Von den anderen Ausstellungen fand ich noch den Admiral Tegetthoff in der Seeschlacht bei Lissa II  von Anton Romako und die böse Mutter von Giovanni Segantini ganz toll. Das Bild, vor dem ich allerdings am längsten  stehen bleibe, ist Die Medizin von Klimt. Das habe ich so noch nie im Ganzen gesehen. Und es gibt so viel zu entdecken. Und hach.

Nach einem kurzen Abstecher in den Museumsshop (es gibt sogar Klimt-Aufklebe-Tattoos!), treffe ich mich mit der Linda. Bei der Hinfahrt ist mir der Plattenladen, in dem die Amanda später ihren Instore-Gig spielen soll, aufgefallen, da ein komplettes Schaufenster mit ihren pinken Plakaten zugekleistert war. Mittlerweile wurde allerdings über Twitter bekannt gegeben, dass der Gig ausfällt, das abendliche Konzert dafür aber stattfinden wird. Als ich diese Neuigkeit von der Linda gesagt bekomme, fällt mir doch wieder der Plattenladen mit seinen Unmengen an Postern ein. Kurzerhand machen wir einen kleinen Umweg und stauben wirklich zwei Amanda-Plakate ab. Dann geht es zum Burgeressen.

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Super leckere Burger im Smokey’s.

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Nach der ausreichenden Sättigung mit Burger, Pommes, Salat und vielen leckeren Saucen geht’s weiter zum Shoppen. Meine reizende Begleitung hat leider nur eine kurze Uni-Pause und so reicht die Zeit zu zweit nur zu einem schnellen Sprung in den Forever 21. Es wird Ausschau nach Glitzerkram für das Konzert gehalten. Leider werden wir nicht fündig und müssen uns erst mal wieder verabschieden. Auf eigene Faust gucke ich noch ein bisschen weiter, gucke in Geschäfte rein, erkunde Seitenstraßen, lande in engen SecondHand-Läden und finde dann doch nichts. Außer einer praktischen Tasche in schwarz und blau. In die kommt dann auch gleich der ebenfalls erstandene Wein für das spätere Konzertvorwärmen rein. Irgendwie finde ich zum Museumsquartier und kann von da aus zur Linda fahren.

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Dort angekommen und bereits konzerttauglich umgezogen, finden sich dann auch bald die Hanna und die Lisa ein und wir essen leckersten Fisolensalat, Paprikasalat und Fladenbrot. Hanna und Lisa kenne ich auch bereits über Twitter, aber es ist sehr toll, sie näher kennenlernen zu können.

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Mein Pailetten-Glitzer-Netz-Oberteil mit mehrlagigem Rock (schwer zu erkennen, ich weiß)

Gemeinsam brechen wir dann zum Konzert auf und treffen auf dem Weg noch auf Petra und Lisa. In der Arena angekommen, beginnt dann auch schon die erste Vorband, Jherek Bischoff. Linda und ich versuchen uns einen Weg nach vorne zu bahnen. Jherek ist wie auch schon in Köln einfach gut und beim zweiten Mal hören sind die Songstrukturen noch ein bisschen eingänglicher.

In der Umbaupause kündigt Amanda eine chinesische Tänzerin an, die dann auch die nächsten ~20Minuten tanzt. Wobei es ein sehr langsamer Tanz ist und das alles ist völliger Stille stattfindet. Die Tänzerin scheint wie in Trance, ihre Bewegungen erinnern an eine Art sehr langsames Tai Chi. Das Zusehen ist anstrengend. Vor allem wenn man, wie wir zu diesem Zeitpunkt auch, wenig von der Bühne sehen kann und still sein soll. An sich ist die Performance interessant, aber es ist einfach nicht der passende Rahmen dafür. Ein Rockkonzert auf dem man über längere Zeit steht, ruhig sein und zugucken soll, funktioniert irgendwie nicht so ganz. Was mich dann aber doch wieder sehr berührt: nach der Performance kommt Amanda auf die Bühne und umarmt die Tänzerin lange. Das ist so ein „Auch wenn ein paar zwischendurch geklatscht haben und es ihnen vielleicht nicht so gefallen hat, ich fands super und du warst toll“-Zeichen.

In der weiteren Pause moggeln wir uns weiter vor bis wir eine gute Sicht haben und dann auch schon in der dritten Reihe stehen.

Die nächste Band ist Chads The Simple Pleasure. Auch die fetzen wieder richtig gut. Die Musik ist sehr tanzbar, aber irgendwie bleibt das restliche Publikum eher steif. Welches kleine Detail ich noch sehr schön und bezeichnend für das gesamte Grand Theft Orchestra finde: während des Simple Pleasure-Auftritts rutscht Chads Mikroständer zur Seite, er singt halt einfach in die Knie gehend weiter, es sieht gewollt aus. Aber Jherek, der sich ja immer auch alle Vorbands von der Seite aus mitansieht, geht auf die Bühne und richtet den Ständer wieder gerade und man sieht, wie froh Chad darum ist. Hach so eine Bandfamilie.

In der nächsten Umbaupause wird Neil Gaiman rausgeschickt. Autor und Ehemann von Amanda soll er doch mal ein bisschen was vorlesen, wenn er schon da ist. Er liest zwei wunderbare Kurzgeschichten vor. Die erste fand ich schon ziemlich gut und witzig. Die zweite entlockte mir ein paar Tränen, weil sie einfach so schön ist. Hier sind beide:

Anschließend ist es dann soweit, Amanda Palmer and the Grand Theft Orchestra kommen auf die Bühne. Schon nach den ersten Minuten merke ich den größten Unterschied zum Köln-Konzert: Amanda hat wieder Power. Natürlich ist sie immer noch ein bisschen angeschlagen, aber das ist kein Vergleich zum vorherigen Konzert. Sie schreit und springt und tanzt und rockt. Die Setliste ist so ziemlich die gleiche wie in Köln. Der eindeutig schönste Konzertmoment war für mich bei Bottomfeeder.Hier ist mal ein ganzes Konzert aus New York. Ab Minute 1:15:30 sieht man Bottomfeeder:

Der Moment, kurz bevor sie in die Menge springt, ihren Blick auf die vor ihr stehenden Zuschauer richtet und sich vergewissert, ob die eben auch „bei ihr“ sind und dann einfach so voller Vertrauen in die Menge springt, das war einfach unbeschreiblich. Ich wusste ja schon ungefähr was gleich kommt, aber es war so intensiv. Und dann ist ihr Bauch auf einmal in meinen Händen und ich gehe ein bisschen in die Knie, weil der Sprung schon auch kräftig ist. Und dann wird sie auch schon wieder weitergetragen. Die Stoffbahnen ihrer Jacken liegen noch länger über unseren Köpfen und bedecken uns wir ein Zirkuszelt oder ein Schwungtuch. Wir sind alle gemeinsam darunter, gucken uns glücklich an und versuchen in der Menge Amanda ausfindig zu machen. Ein Gänsehautmoment.

Ein weiterer Unterschied zu Köln ist auch noch, dass hier im Hintergrund eingeschickte Fan-Fotos zu den jeweiligen Songs eingebelendet werden. Im Vorfeld zu den Konzerten konnte man nämlich sieben Fotos zu jeweils einem Thema auf ihrer Internetseite hochladen. In vielen Konzertlocation funktioniert das allerdings nicht, da kein Beamer, keine Leinwnad oder schlichtweg der Platz dafür fehlt. Die Fotos werden sehr schnell hintereinander gezeigt und passen manchmal exakt zur Musik. Ich habe keine Fotos eingeschickt, so kann ich das Ganze „gelassener“ verfolgen. Ein Detail, dass ich auch noch sehr interessant finde: Für das Cover zu In my Room von Yazoo nimmt Amanda ihre vorgelesen Antworten der Fans zum Thema „something bad oder sad happend in my room“ auf. Vor dem Konzert stand ein Kästchen für die Antworten parat, so konnte jeder seine Geschichte erzählen. Diese Aufnahme wird dann während dem eigentlichen Song auch noch dazu eingespielt. Manche dieser Einblicke sind wirklich sehr traurig, andere hingegen wieder komisch, that’s life.

Ansonsten ist es noch ganz schön, als der Neil nochmal auf die Bühne kommt und zusammen mit der Band Psycho singt:

Das war ungefähr so.

Das Konzert war ziemlich wirklich sehr gut, nur leider wie immer viel zu kurz. Als Zugabe gibt es noch ein mal Want It Back von der Empore aus gesungen mit Mitklatschen und Stampfen und Singen. Und dann ist es auch schon wieder vorbei. Hier die komplette Setlist.

Wir warten noch ein bisschen, ob die Band vielleicht nicht doch noch zum Signieren rauskommt. Immerhin habe ich tapfer mein zuvor erkämpftes Amanda-Plakat dabei und so eine Unterschrift darauf wäre auch nicht verkehrt. Aber die letzte U-Bahn wartet eben auch nicht und so sammeln wir uns wieder ein. Petra und Lisa sind schon gefahren, also fahren wir wieder zu viert total europhirisiert zurück.

Die letzte Nacht vergeht dann auch irgendwie ganz schnell und schon muss ich mich wieder am Westbahnhof von der Linda verabschieden.

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Die Konzertreise fand ich wunderschön, sie war auch ein bisschen anstrengend, aber es hat sich auf jeden Fall gelohnt. So viele tollste Menschen findet man ja auch nicht so leicht alle Tage.

Ozymandias Melancholia

Da vergisst man mal ein paar Tage was zu schreiben und schon ist wieder eine Woche rum!

Bisschen was ist schon passiert, beispielsweise der Bombenfund in München. Zum Glück waren wir ungefähr einen Kilometer außerhalb der Evakuierungszone, aber die Sprengung hat man doch sehr laut gehört. Fand es sehr skurril, so eine „richtige Kriegsbombe“ zu hören und zu wissen, wie oft man schon dort vorbeigegangen ist. Zum Glück gab es ja nur erheblichen Sachschaden und keiner der Einsatzkräfte wurde verletzt.
Am Samstag gab es hier ein kleines Band-Treffen mit Mitglieder aus der Band, in der mein Freund spielt. Ich hatte die Stunden davor Zeit und bereitete das Essen dafür vor. Es gab eine Kartoffel-Karotten-Suppe, Reisbällchen und einen Zucchini-Karotten-Salat. Für die angedachten Birnen-Marzipan-Blätterteigtaschen blieb dann doch keine Zeit mehr. Das war auch ganz gut, so satt, wie wir waren!
Danach habe ich noch schnell die bereits eingestaubten Gesellschaftsspiele vom Dachboden geholt und wir haben uns die nächsten Stunden die Straßen und Bahnhöfe in Monopoly abgeluxt. Alles in allem war es ein schöner, entspannter Nachmittag und sollte auf jeden Fall wiederholt werden.
Hier seht ihr den Ober-Monopolisten, der das Spiel wirklich schon nach wenigen Runden quasi gewonnen hatte. Und wir spielten immerhin zu 6.!

Gestern ging es zum Burgeressen in die Schnelle Liebe und ins Kino. Wir wollten schon länger mal den vegetarischen Burger in der Schnellen Liebe und testen und gestern hat es dann bei allen anderen auch zeitlich gepasst. Obwohl es ein bisschen kühl war, saßen wir draußen zusammengekuschelt und warteten auf unser Essen.
Vorausschauend bestellte ich schon ein mal den Cranberrysaft. Zum Veggie-Burger (mit Gemüsebratling, gebratener Aubergine und vielen leckeren Kräutern) gabs leckere Dips, Kartoffelspalten und einen gut dressiertem Salat.


Danach gings zusammen ins nahegelegene Kino. Dort haben wir uns dann allerdings von unseren Freunden getrennt, da wir den ausgewählten Film schon gesehen (und auch empfohlen) haben. Für uns ging es dafür in den neuen Woody Allen, To Rome with Love. Ich finde die meisten Allen-Filme ja schön, lustig und vor allem kurzweilig. Der Film ist ein typischer Allen-Film, wunderbar verträumt und ziemlich lustig. An diesen hatte ich dazu noch die Erwartung geknüpft, mich irgendwie zu einem Rom-Trip zu inspirieren.
Da unser geplanter gewünschter Elba-Urlaub erstmal ins Wasser gefallen ist, haben wir uns noch nach verschiedenen Städte-Kurztrips umgesehen. Ich bräuchte zwar eigentlich viel mehr Strand und Meer als Museen, Gebäude und Gässchen gucken, aber Rom wäre auch mal wieder einen Besuch wert. Oder nach Prag ins Mucha-Museum oder nach Kassel zur dOCUMENTA. Wäre alles schön, mal sehen, ob es überhaupt irgendwohin geht oder wir doch nur hier bleiben und unsere gemeinsame Zeit noch ein bisschen genießen. In drei Wochen fängt dann mein Strohwitwen-Dasein an, sobald mein Freund dann nach England fliegt.

sailed on a ship of paper and I sank in the deep of your eyes

Heute waren wir relativ spontan wieder am Buga See. Damit hat sich unser normales Jahrespensum schon verdreifacht!

Zum Glück waren wir ziemlich früh da und konnten uns noch einen Schattenplatz sichern. Das Wasser war wieder angenehm kühl und so konnte man gut eine Weile darin rumschwimmen. Überhaupt bin ich über meine einigermaßen ausreichende Kondition überrascht. So ganz ohne sonstigen Sport (wir zählen den 5.Stock mal nicht dazu…) oder Einschwimmphase (sowas gibts doch bestimmt, oder?) konnte ich gleich eine reeelativ weite Strecke zurücklegen ohne aus der Puste zu sein. Danach gings dann ein bisschen trockenliegen und dann wieder mit der S-Bahn nach Hause.

Und heute hab ich auch an die Fotos gedacht!

Und trotz der Ferien und des heißen Wetters waren noch nicht so viele am (Kiesel)Strand und noch weniger im Wasser.

Auch sonst find ich das ehemalige BUGA-Gelände sehr schön. Hier und da sieht man noch eine architektonische und künstlerische Überreste, wie hier so ein Steinkreisdings.

Mit nem Riesenhunger daheim angekommen gabs dann noch dies hier:

Nennen wir es mal eine Rote Beete-Suppe, Gnocchi mit einem Karotten-Tomaten-Sugo und noch die übrigen Zwetschgenknödel. Meine erste Rote Beete-Suppe hatte ich vor kurzem im yam vegan deli. Die war wirklich sehr schmackhaft und ich hatte mir gedacht, dass müsste ich doch einfach mal nachkochen können… Tjaja, dem Freund hats geschmeckt, mir wars viel zu süß und trotz x maligem Nachwürzen hats immer noch nicht meinen Geschmack getroffen. Vielleicht guck ich mir beim nächsten Mal doch noch ein Rezept davor an …oder ich frag einfach die netten Mädels im Deli!

 

Lila