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Ein Stöckchen!

Bis jetzt bin ich um die Blogstöckchen ja immer gut herum gekommen, aber da mich die liebste Lucie getaggt hat, mache ich da doch jetzt auch mal mit!

1. Was hältst du von Neujahrsvorsätzen?

Die letzten Jahre habe ich das immer als Unsinn abgetan und da ich mich und meine Undiszipliniertheit ja kenne, weiß ich, das Vorsätze generell wenig bis gar nichts bringen. Was aber ganz gut klappt und deswegen auch bis mindestens April wieder durchgesetzt wird: ein Kaufverbot für Unwichtiges (Klamotten, Schuhe, Schmuck, Deko, …). Einfach aus der Erkenntnis heraus, dass ich eh viel zu viel Zeug besitze und auch wirklich nix Neues brauche. (…Nur eventuell so ein Grafiktablettlein, dass irgendwie auf meinem Wunschzettel untergegangen ist.)

2. Dein liebstes Wintergetränk?

Tee. Aber das ist jetzt auch nicht wirklich was neues, Tee finde ich nämlich immer toll! So ein Kinderpunsch ist ab und zu auch ganz nett, auch wenn mehr als eine Tasse zu akutem Zuckerlippenzusammenkleben führt.

3. Welches Bild ziert deinen aktuellen Lockscreen?

Das wäre wohl dieses hier:

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(Gut, dass du nicht nach den sonstigen Handy-Hintergründen gefragt hast *kchkchkch*)

4. Lieber Urlaub in den Bergen oder am Strand?

Dafür muss ich ein bisschen ausholen. In meiner Kindheit sind wir jedes Jahr mindestens für drei Wochen zu meiner Familie väterlicherseits nach Italien gefahren. Irgendwo zwischen Rom und Neapel, in einem Tal zwischen (mehr oder weniger berühmten) Bergen, ~30 Minuten vom Meer entfernt. Nach wie vor ist das für mich der perfekte Urlaubsort. Nicht nur wegen Familie und bekocht werden und so, sondern vor allem deshalb, weil ich in sehr kurzer Zeit sowohl am Strand liegen als auch durch Wälder kraxeln kann. Wobei das Meer im Gesamtfazit dann doch immer der Tagessieger ist. Also, ich mag am allerliebsten: am Strand liegen mit den optionalen Bergen im Hintergrund.

5. Welches ist dein liebstes Filmgenre?

Puuuh. Schwierig. Genres allein finde ich ja schon schwierig. Komödien, habe ich mal gelernt, sind zum Beispiel schon mal kein eigenes Genre. (Wären aber auch eh nicht mein Liebling.) Laut Wikipedia zählen Indie-Movies aber schon dazu (Komödien allerdings auch…), also würde ich jetzt mal das angeben. Film Noir und SiFi kommen dann dicht dahinter.

6. Hast du Tattoos?

Ja. Zwei. There’s more to come.

7. Pizza oder Burger?

Pizza, immer. Gut gemachte Burger sind auch was feines, aber Pizza gewinnt da leider ganz klar.

8. Wie wäre dein Superhelden Name?

Wahrscheinlich irgendwas mit „Lila“. Auch wenn ich als Kind sehr, sehr große Angst vor Fritz Fantom hatte, gefällt mir sein Onesie heute doch sehr gut:

Fritz Fantom

9. Welcher Film hat dich als letztes zu Tränen gerührt?

Das müsste eigentlich eine sehr leichte Frage sein, da ich sehr nah am Wasser gebaut bin und überall mitweinen muss. Zur Zeit werden hier allerdings mehr Serien angeguckt und  da liegen Parenthood und Downton Abbey meilenweit vorn. Nach kurzer Recherche hier die Filmantwort: The Way Way Back.

10. Welches Videospiel war das Erste das du gespielt hast?

Bestimmt Tetris. Wenn ein Game Boy Spiel als Videospiel zählt? Suchtgefahr noch immer sehr hoch.

So. Anscheinend muss ich jetzt wieder weiter taggen. Ich nominiere dann mal die aller liebste Miss Temple, die aller liebste Semi Suicidal und den MindlessKronos. Natürlich, as always, sind auch alle anderen dazu eingeladen, die Fragen zu beantworten. Würde mich sehr darüber freuen!

Meine 10 Fragen:

  1. Dein Lieblingsbuch 2013?
  2. Was fühlst du am liebsten?
  3. In welcher Stadt oder in welchem Land könntest du dir vorstellen, langfristig zu leben?
  4. Dein verhörtester Liedtext?
  5. In welcher fiktionalen Welt würdest du morgen am liebsten aufwachen?
  6. Hast du einen Tic?
  7. Welches Hobby hättest du gerne?
  8. Buch, Film, Musik oder Malerei?
  9. Was ist dein Lieblingsmöbel?
  10. Welchen Wunsch würdest du anderen gerne mal erfüllen?
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Twitterlieblinge November 2013

Prag – Eine Liebeserklärung.

Da wir dieses Jahr noch keinen „richtigen“ Urlaub gemacht haben, gerne aber noch wegfahren wollten, guckten wir uns eine Weile nach Last-Minute-Angeboten für irgendeine warme Insel um. Der Plan „mit gepackten Koffern zum Flughafen und den nächstbesten Flug nehmen“ kam in die engere Auswahl. So einen Strandurlaub mit viel Sonne und wenig Bewegung hatte ich vor ungefähr 5 Jahren zuletzt. Unsere Städtetrips sind eher in den kälteren Monaten und mit viel Rumgehen verbunden. Zwei, drei Tage bevor wir der Flughafen-Idee nachgehen wollten, kam mir das plötzlich so ein Gedanke: Prag! Wie viel unkomplizierter wäre alles, wenn wir einfach wieder einen Städtetrip machen würden und Prag wollte ich ja eh schon immer mal ansehen (und fliegen müsste ich dafür auch nicht \o/). Also guckte ich kurzerhand nach den besten Verbindungen und steckte den Freund mit meinem Enthusiasmus an. Mit Zug oder Fernbus würden wir an die 5 Stunden hin brauchen, ein Hostel war schnell gefunden und schnell (! nach dem ganzen rumschauen wollte ich das jetzt ganz fix machen!) gebucht.
Also ging es am Montagmorgen, den 28.10. mit den Fernbus in Richtung Prag. Busreisen, auch so etwas für sich. Kannte ich wenn dann nur von meiner Oma, die damit zwar auch durch ganz Europa schipperte, aber auch immer einige Mitsenioren an Bord hatte. Ganz anders unser Fernbus: der Altersdurchschnitt lag <30 Jahren, es gab Schokoriegel und Wasser gratis zum Ticket und Wlan gab es auch! So ließ es sich durch hübsch sonnig-wäldliche Ortschaften fahren.
Nach einigem hin und her am Busbahnhof in Prag, fanden wir unser Hostel ganz in der Nähe, bezogen unser schönes Zimmer und konnten Geldwechseln. Glücklicherweise hatten wir von der Mutter meines Freundes noch einen Prag-Reiseführer an die Hand bekommen und hatten bereits ein paar Routen ins Auge gefasst. Wir lösten also ein Metro-Ticket und fuhren genau eine Station ins Zentrum. (Das mit der einen Stationen weiß ich auch deshalb so genau, weil wir über die drei Tage genau einmal eine Station mit unserem Tagesticket gefahren sind, den Rest ergingen wir uns zu Fuß.) Unser Reiseführer ist in sechs Spaziergänge aufgeteilt, die an allen wichtigen Sehenswürdigkeiten, Kuriositäten, Shops, Cafes und Restaurants vorbeiführen. Der erste Spaziergang durch die Altstadt leitete uns am Obecní dům und dem Pulverturm durch kleine hübsche Gässchen am Wenzelsplatz vorbei zur Astronomischen Uhr auf dem Rathausplatz über die Karlsbrücke und am Moldauufer wieder zurück in die Altstadt. Für einen Nationalfeiertag hatten erstaunlich viele Geschäfte und öffentliche Einrichtungen geöffnet. Vom Gefühl her, waren auch viele tschechische Touristen an diesem Tag in der Stadt. Als wir an einem SecondHand-Geschäft vorbeikamen, musste ich natürlich kurz reinspringen und mich ein bisschen durchwühlen. Ich wurde auch fündig und ging mit einem neuem Kimono, einem beigen Wasserfall-Cardigan und einer bunten Seidebluse (alles zum halben Preis!) wieder heraus.
Wir hielten uns zwar ein wenig an den vorgegebenen Rundgang, marschierter aber auch öfter einfach drauf los um wenig später festzustellen, dass wir genau dort hin wollten.

Obneci

Obecní dům, hier gibt’s Innen auch einiges von Mucha zu bestaunen! (Tipp: unbedingt in das Cafe unten links reingucken. So schön!)

Links ist übrigens der Pulverturm, den könnte man auch besteigen, vielleicht beim nächsten Mal.

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Türme, Dächer und Gässchen

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Der Wenzelsplatz mit Ausblick auf das Národní muzeum (Nationalmuseum) mit vielen bekannten Geschäften (nicht im Bild).

AstronomUhr

Die Astronomische Uhr am Rathaus bringt zu jeder vollen Stunde die 12 Apostel-Holzfiguren zum Vorschein. Wir standen gerade zufällig dort. Die Uhr habe ich trotzdem nicht verstanden…

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Ein bisschen creepy: das Skelett, das quasi die Glocke läutet.

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Auf dem Rathausplatz waren viele Gauckler, Artisten und Musiker. Unter anderem auch: Riesenseifenbläsererinnen.

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 Alles voller Mucha. Ich kam aus dem gucken gar nicht mehr raus ❤

 MuchaWerbung

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Und dann biegst du aus einer kleinen Straße ab und stehst auf einmal vor diesem Turm samt dahinterliegender Karlsbrücke und Moldau, mit Sicht auf die Prager Burg und kriegst den Mund nicht mehr zu.

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Die Burg von der belebten Karlsbrücke.

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Blick von der Karlsbrücke aus.

DSC04300Irgendwo auf dem Weg: eine Game of Thronesige Figur mit einer nackigen unter-den-Mantelguckerin.

 tür  torbogen  DSC04345

 Schöne Häuserverzierrungen sind schön!

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Kunst auf dem Weg gefunden.

Wie man auf den Fotos gut erkennen kann, das Wetter war traumhaft. Ende Oktober, 20° und Sonnenschein. Prag gefiel gleich sehr gut. Und nicht nur wegen des ganzen Mucha-Klimbims, der sich in allen Ecken finden lässt, sie Stadt ist einfach sehrsehr schön.
Nach dem ausgedehnten Spaziergang hatten wir auch ordentlich Hunger und wollten in eines der vielen vegan-vegetarischen Restaurants der Stadt weiterziehen. Wir fanden das CountryLife gleich in der Nähe. Das CountryLife gibt es zwei Mal in Prag, jeweils mit Bioladen, dieses sogar mit eigenem Bio-Kosmetikgeschäft daneben. Am Buffet fanden sich dann Köstlichkeiten, von denen ich seitdem immer noch träume: Seitangulasch, Seitansalat, Bulgur-Gemüse-Auflauf, Quinoa- und Taboule-, Gemüse- und grüne Salate in allen Variationen. Dazu vegane und zum Teil rohe Kuchen, mit Obstsalat in süßen Soßen. Der Preis richtet sich nach dem aufgetischten Gewicht, vergleichsweise ist das Essen aber sehr günstig. Und so lecker, ich war im kulinarischem Himmel und kam aus dem schwärmen gar nicht mehr heraus.
Vollgefressen ging es dann zurück zum Hostel, für heute waren wir fertig.

DSC04255Street Art in Prag.

DSC04259Freund neben unbemerkter Schönheit aber mit Plan.

 BackerStreet

Und auch Sherlockians kommen auf ihre Kosten.

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***

Am Dienstag machten wir uns nach dem Frühstück auf zur Prager Burg. Den Weg bis über die Moldau fanden wir, dank meines Orientierungssinnes schnell wieder (an dieser Stelle sei erwähnt, dass ich unser beider Kompass bin…). Durch das Hradcany-Viertel ging es an wunderschönen Prachtbauten und kleinen schmucken Gässchen zur Burg hinauf. Der Blick über die Stadt ist einfach atemberaubend!

Von der Burg selbst hätte ich mir ein bisschen mehr „Altertümlichkeit“ erwünscht, es wirkte alles sehr renoviert. Ist wohl aber auch kein Wunder, wenn da der Präsident residiert. Den Veitsdom fand ich dann aber doch beeindruckend. Wir genossen noch ein wenig die Aussicht und machten uns dann wieder an den Abstieg. Als nächsten wollten wir uns ein Mittagsessenplätzchen suchen. Mir wurde im Vorfeld das Lehka Hlava empfohlen (Danke @anne!) und suchten ebendieses auch auf. Sehr leckerlecker, kann ich nur sagen! Ich hatte eine Zusammenstellung aus Probierportionen vierer Hauptspeisen (Käse-Quesadilla mit Tomatensalsa und Sour Cream, einen Gemüsespieß, ein Kartoffelgratin und einen grünen Salat). An meinen total gesunden und Detox-Drink „Greenhorn“ musste ich mich zwar ein bisschen gewöhnen, aber nach einem guten Schuss Honig rein, schmeckte der auch. Als Nachtisch hatten wir einen rohen Käsekuchen mit Erdbeersoße. Ein Traum! Glücklich satt ging es anschließend weiter ins Alphonse Mucha-Museum. Mein eigentlicher Hauptgrund für den Prag-Besuch. Mir ging es vor den Mucha Gemälden ähnlich wie vor einem Jahr in Wien vor den Klimt Bilder: ich wollte nie wieder raus! Ich hätte noch ewig vor jedem einzelnen Bild stehen können und jedes Detail aufsaugen können. Aber dann kurz vor Schluss mussten wir doch wieder raus, nicht jedoch ohne davor noch ein bisschen Geld im Museumsshop zu lassen.
Zum Abschluss des Tages wollten wir noch irgendetwas unternehmen, Kino oder so. Von der großen Originalversionen-Auswahl der Filme sprach uns keiner an (leider übersahen wir den neuen Woody Allen „Blue Jasmine“ dabei). Übrigens, auch interessant: etwa ein Drittel der gesamten Kinofilme sind tschechische Produktionen. Wir entschlossen uns dazu erstmal etwas zu essen! Im Plevel gab’s eine Tomatensuppe, Seitangulasch mit Reis und Seitanbraten mit Knödeln und einer eingekochten Gemüßesoße. Wieder unglaublich lecker! Als süßen Abschluss bekamen wir einen rohen Kokoskuchen und eine vegane Panna Cotta mit Erdbeerspiegel. Nom! Das Restaurant war sehr nett mit bunter Blümchentapete auf den zwei Stockwerken und zusammengewürfelten Tischen und Stühlen eingerichtet. Wenn mir das Lokal bis dahin nicht schon sehr sympatisch gewesen wäre, wäre es mir das nach einem Blick in die Hausbibliothek geworden: neben tschechischer und englischer Literatur (beispielsweise einem Whiskey-Lexikon) gab es dort die „Anleitung zum Unglücklichsein“ von Paul Watzlawick.

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Morgens über die Moldau, neben an die Karlsbrücke, rechts die Burg.

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Gässchen zur Burg hinauf.

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Auf dem Weg: die Lannisters sind auch schon da (links), einer der vielen Absinth-Läden.

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Veitsdom

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 Von innen (irgendeines der Fenster ist auch von Mucha!) und von hinten.

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Ausblicke über die Stadt:

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DSC04330Rückweg über die Moldau

DSC04428Offroad Abenteuer Prag

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Sie sehen hier: wie eins mich mit Essen glücklich machen kann.

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Am Mittwoch gingen wir noch einmal zum unseren ersten Startpunkt in der Altstadt dem Obecni Dum zurück. Am Vortag hatten wir während eines Films im Mucha-Museum nämlich erfahren, dass dieser sich hier auch verewigt hatte. Das wollten wir uns jetzt nochmal genauer ansehen. Solltet ihr mal davor stehen: schaut in das prachtvolle Cafe rein! Mehr Jugendstil geht nicht!

Weiter ging es ins hippe Vinohrady-Viertel zur Vysehrad-Festung. Und wieder mussten wir einen Berg hoch. Muskelkatergebeutelt, wie ich war, war das gar nicht so leicht. Aber der wunderwunderschöne Ausblick entschädigte dafür auch sehr schnell. Wer mal das Gegenüber der Prager Burg und einen überwältigenden Blick auf die Moldau werfen will, ist hier genau richtig. Auch die Parkanlagen laden zum spazieren ein. Beim zurückgehen durch das nette Viertel kamen wir direkt an zwei SecondHand-Läden vorbei. In den ersten davon habe ich mich spontan gleich sehr reinverliebt! Die Besitzerin spricht zwar kein englisch, mit Hilfe von Gesten und ihrem Taschrechner konnten wir uns dennoch gut verständigen. Und der Laden ist so hübsch eingerichtet! Mit sehr viel Liebe zu Mode und viel zu vielen Klamotten für den kleinen Raum ist das Geschäft wirklich eine Fundgrube. Und ich fand auch: ein gelbes Cordkleid (klingt schlimmer, als es ist!), einen rot-blauen Apfelrock, ein gold-schwarzes Kleid und eine Statement-Kette mit hellgrünen Steinen in gold. Alles zusammen für umgerechnet unter 30€. Wer den Laden auch mal finden möchte, er ist irgendwo auf der „Na Slupi“, ist ein supi Straßenname, gell?!

Anschließend ging es in das jüdische Viertel. Das jüdische Museum ist relativ klein, zeigt aber anhand vieler Exponate die jüdische Kultur und das Leben der Prager Juden. Die Ausstellung der Kinderzeichnungen aus verschiedenen KZs mit ihren Ängsten und Hoffnungen, den über 70-jährigen selbstgenähten Stofftieren und -puppen hat mir den Atem sprichwörtlich geraubt. Mit so „einfachen“ Mitteln, kann man so treffend das Grauen und die Verzweiflung darstellen. Üben den jahrhundertealten jüdischen Friedhof (Zu den Dauerfotografieren: sind die so anstandslos oder ist es manchen Menschen einfach egal?!) ging es weiter in die Maisel-Synagoge.

Über den Rathausplatz ging es erneut zum CountryLife. Ein üppiges Tablet voller Leckereien fand den Weg an unseren Tisch. Wir versorgten uns dort auch gleich noch mit Proviant für die spätere Rückfahrt (frische, fertige Veggie-Burger, einfach so zum mitnehmen!). Nachdem auschecken aus dem Hostel bestiegen wir gegen 18Uhr unseren Bus und waren dann um 23Uhr auch schon wieder daheim.

DSC04447Auf dem Weg zur Festung: eine Straße über den Häusern ô.O

DSC04445Ein weiteres Pseudonym des vielbeschäftigten Farin Us?

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Ausblick von der Vysehrad-Festung

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DSC04479Die Burg von der Festung aus gesehen.

DSC04485                     Der Freund fotografierte auch mal sein Essen (Hint: Mein Tablett ist das hintere, mit der ungefähr doppelten Menge…)

Fazit: Ein unglaublich schöner, harmonischer Kurzurlaub mit viiiel leckerem Essen und Angucksachen. Wie mein Herz bei jedem Art nouveauischem Gegestand durch die Gegend gehüpft ist! Ein Strandurlaub wäre vielleicht eher entspannend für den Körper gewesen, der Prag-Trip war was fürs Herz und Bauch! Dass eins alles zu Fuß locker abgehen kann und nicht ewig in irgendwelchen Nahverkehrscontainer verbringt hat auch was für sich. Unsere Reiseführer-Spaziergänge sind wir übrigens alle sechs Stück innerhalb der drei Tage abgegangen. Kann ich nur empfehlen, wenn man sich gar nicht auskennt. Wir sind natürlich nicht immer genau nach Plan, sondern auch oft einfach drauf los gegangen. Wenn Prag auch an einigen Stellen ein bisschen sehr touristisch ist, findet eins dann doch schnell auch wieder in neutralere Gebiete. Da diese wunderbare Stadt nur 5 Stunden entfernt ist, bieten sich da zukünftige Wochenendbesuche (zu Mucha, dem CountryLife und dem süßen 2ndHand-Laden!) sehr an. Prag du bist so schöhön!

Twitterlieblings Oktober 2013

https://twitter.com/percanta/status/386206719769980928

Gravity – it’s not about space

***Spoilerwarnung***Spoilerwarnung***Spoilerwarnung***Spoilerwarnung***Spoilerwarnung***Spoilerwarnung***

Dazu sei gesagt, dass dieser Text in Zusammenarbeit mit meinem Freund entstanden ist. Wir sahen den Film gemeinsam, sprachen danach ausführlich und immer wieder darüber und kamen so zusammen auf folgende Gedanken.

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Inmitten des tiefschwarzen, lebensbedrohlichen Weltalls setzt sich eine Gruppe Astronauten mit der widerspenstigen Technik der Raumstation auseinander, darunter leuchtet die ruhende, gewaltige Erde, deren Anziehungskraft in dieser Entfernung nicht mehr wirkt. So werden wir in das neue Science-Fiction-Werk von Alfonso Cuarón hineingeworfen, sieben Jahre nach dem apokalyptischen Children of Men. Ging es damals noch um eine werdende Mutter in einer unfruchtbaren Welt, hat in Gravity die von Sandra Bullock verkörperte Protagonistin ihr Kind bereits verloren, wie ihre Backstory verrät.
Der Film funktioniert oberflächlich betrachtet als bildgewaltiges 3D-Sci-Fi-Abenteuer mit einer schwebenden Kamera und lautlos zerberstenden Raumstationen, in dem sich die von heranschießendem Weltraumschrott bedrohten Figuren zum immer nächsten Zufluchtsort retten müssen, um nicht in der luftleeren, endlosen Weite zu verenden. Die teils minutenlangen Sequenzen ohne sichtbaren Schnitt sind beeindruckend und die Spezialeffekte makellos. Auch der zu bedrohlichem Dröhnen anschwellende Soundtrack trägt seinen Teil zur dichten Atmosphäre bei. Doch die scheinbar nebenbei gelieferte Information, Dr. Ryan Stone habe ihre Tochter verloren, wächst sich zur zentralen Angelegenheit des Films heraus. Wie in jedem guten Science-Fiction-Film dient das Weltall als dramatisches Konzept und Hintergrund für die Bearbeitung irdischer Probleme, in diesem Fall die Darstellung des Trauerprozesses einer Mutter.
Wie die plagenden Gedanken an die persönliche Katastrophe brechen die bedrohlichen Hagelschauer regelmäßig auf die Astronautin herein. Orientierungslos und handlungsunfähig lässt sie sich in Einsamkeit durch den Raum treiben, ihr Schicksalsschlag zwingt sie fast bis zur Selbstaufgabe. Die eigentliche Ärztin, die in Gravity scheinbar gerade ihren ersten Weltraum-Einsatz hat, imaginiert aber eine Gegenfigur: Matt Kowalski (George Clooney) ist fern von jeglicher Ohnmacht ein durchgängig witzelnder, selbstbewusster und erfahrener Astronaut, und nicht ganz zufällig im Gegensatz zu Stone auf seinem letzten Einsatz. Die Kunstfigur symbolisiert die Ruhe, Gelassenheit, Sicherheit und Kontrolle die der Protagonistin fehlen, aber doch in ihr stecken und ihre Hoffnung und ihren Lebenswillen antreiben.
Der innere Dialog mit ihrem von Clooney porträtierten unterbewussten Überlebenswillen lässt sie zunehmend an Stärke und Initiative gewinnen. Gleich der von Psychologin Verena Kast entworfenen vier Trauerphasen durchlebt die Filmfigur verschiedene Stufen, genauso, wie sie sich Level-artig von Raumstation zu Space-Shuttle hangelt: Verdrängung und Flucht in eine Traumwelt (als Astronautin), die emotionale Phase mit Aggression und Schuldgefühlen (über ihr nicht-loslassen-können von ihrer Arbeit), das unbewusste Suchen nach der verlorenen Person (in Form von schwebendem Spielzeug und Familienfotos) und der Dialog und die Aufarbeitung mit einem inneren Begleiter (George Clooneys Matt Kowalski) und schließlich die Akzeptanz des Verlusts und die Integrierung der gewonnenen Erfahrung in ein neues Leben.
Die Möglichkeit auf Neugeburt und Hoffnung offenbart sich in Gravity in zahlreichen Bildern, von der Embryonalhaltung der Astronautin in einer Raumkapsel bis hin zu Jesus- und Buddha-Bildnissen. Doch ihr Weg geht nicht über die Religion, sondern über die aufkeimende Hoffnung, aus eigener Kraft Feuer, Wasser und Weltall zu trotzen, um wieder selbstständig auf festem Boden stehen zu können. Ihre Reise ist dabei mit Kommunikationsschwierigkeiten gepflastert, russische und chinesische Handbücher und Tastenbeschriftungen sowie arktische Gesänge verwehren ihr vorerst den Zugang zur Welt, sie muss ganz auf ihre innere Kraft vertrauen.
Alfonso Cuaróns Gravity ist spektakulär und tiefgehend zugleich. Eventuelle, technische Fehler des Films sind belanglos, da die Kulisse zweitrangig ist. Der hereinprasselnde Sattellitenbruchstück-Schauer und die Zerstörung der ISS haben eine Intensität, wie man sie selten erlebt und Ryan Stones Trauerbewältigung im Vakuum ist bewegend.  Im Äußersten, was wir uns vorstellen können, wird uns das Innerste dargelegt. „Life in space is impossible“ belehrt uns eine Texttafel zu Beginn des Films, der Kampf zurück ins Leben ist dabei aber äußerst sehenswert.