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Maifeld Derby 2014

Uhu, Festivalzeit \o/

Das Line-Up hat es uns dieses Jahr leicht gemacht, wie wollten unbedingt zum Maifeld Derby in Mannheim. Also sind wir am frühen Freitagmorgen voll bepackt in Richtung des Münchner ZOBs gewandert und haben einen Fernbus direkt nach Mannheim bestiegen. Dort angekommen haben wir uns erstmal orientierungslos am Bahnhof nach einem Supermarkt umgeguckt. Irgendwann kreuzte dann auch ein Lidl unseren Weg und wir haben unseren Proviant für die nächsten Tage gleich eingetütet und mit dem restlichen Gepäck umher geschleppt. So ging es dann weiter mit Straßenbahn und Bus zum Maimarktgelände auf dem das Festival stattfindet. Nach einem schweißtreibend Marsch zum Haupteingang inklusive Check-In und Festivalbändchenumschnallung ging es weiter zum nahen Campingplatz. Für Freitag Mittag waren dort auch schon einige Zelte aufgebaut und wir begannen auch gleich damit. Im Zeltaufbau und -ausstaffieren sind wir ja inzwischen Profis also ging das auch recht zügig.

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Das aufgebaute Zelt, zuhause für die nächsten 4 Tage.

(Ab hier: aus drastischen Akkuspargründen nicht mehr gaaanz so viele Fotos. Quasi gar keine vom Festival direkt… -.-)

 Nachdem wir uns im Zelt so weit häuslich eingerichtet hatten, gingen wir zum eigentlichen Festival-Gelände und sahen uns dort schon mal um. Aha, dort die beiden Zelte, da die Bühne, hier die Essensstände und da hinten die drei größeren, aber abgesperrten Renn- oder Turnier- oder was auch immer das normalerweise ist… Pferdesprung-Felder. Alles relativ übersichtlich. Dem eigens für das Festival gedruckte umfangreiche Programm konnten wir entnehmen, dass wir wohl unser Geld in „Derby Dollar“, die offizielle Festivalwährung umtauschen müssen. Wir erhielten also unser Spielgeld für die nächsten Tage. (Eigentlich ja eine nette Idee mit psychologischer Wirkung und eventuellen Hintergedanken.) Die ersten Derby Dollar tauschten wir dann auch gleich um und genehmigten uns erst mal ein Handbrot. Das mit Champignons und viel Käse gefüllte Brot sättigte auch ganz gut.

Pünktlich zur ersten Band, Laura Carbone fanden wir uns dann auch vor der Open Air-Bühne ein. Ich hatte im Vorhinein zwar eine Spotify-Playlist mit einigen Bands und Künsterlinnen des Festivals gehört, an Laura Carbone konnte ich mich aber nicht erinnern. Die Band rund um die Frontfrau war ein guter Einstieg, musikalisch ziemlich gut, auch wenn alle sehr bemüht cool waren (und dabei vielleicht ein bisschen der eigentliche Charme oder die Leidenschaft auf der Strecke blieb). Anschließend ging es zu einer Bühne mit dem schönen Titel „Parcours D’Armour“ auf dem Kristian Harting spielte. Die Bühne war die kleinste dafür konnte man direkt auf der Tribüne sitzen und darauf gucken. Kristian Harting war jedenfalls sehr gut auf dieser Bühne aufgehoben, er spielte und loopte seine Gitarre und sang dazu mit einer wunderbaren Stimme, hinter ihm die startenden (Segel-)Flugzeuge des nahgelegenen Flugplatzes. Sehr schön.


Der Timetable war so aufgebaut, dass auf den jeweils 4 Bühnen 2 Auftritte (oft zeitlich ein wenig versetzt) stattfanden. Wer also viel mitbekommen wollte, musste viel gehen. Und das taten wir. Rah Rah aus Kanada beispielsweise überraschten mich im Palastzelt mit einem super Sound, lustigen und vielseitigen Musikerinnen und Musikern und verbreiteten eine gute Stimmung.

Nach ein paar Liedern wollte ich zur anderen Zeltbühne gucken, da mit Ed Schrader’s Music Beat schon im Vorfeld gut gefielen. Irre, zwei Typen aus Baltimore an einer Floortom (Trommel, für diejenigen, die nicht verwandt oder verschwägert mit diversen Schlagzeugern sind) und einem Bass, die musikalisch an Joy Division und humortechnisch an die Die Doofen erinnern. Ganz großartig!

(Hier lohnt es sich mal etwas reinzuscrollen, ab 4:40 hört man die eigentliche Stimme des Sängers)

La Femme kamen danach auf der Open Air-Bühne dran und die waren ja auch toll. Eine Sängerin/Keyboarderin und vier Jungs an Keyboards, Schlagzeug und Gitarre mit viel französischem Punk-Charme und tanzbaren Beats.

Davon sahen wir ziemlich viel, deswegen reichte es für Fenster nur noch für 2, 3 Lieder, auch nett. Lucy Rose, eine Singer-Songwriterin mit Band war musikalisch gut, aber irgendwie wenig überraschend. Deswegen weiter zu Fjørt ins andere Zelt: guter, deutsch gesungener Hardcore, ich war positiv überrascht und hätte dann doch mehr von den Jungs sehen können.

Um kurz nach acht Uhr ging es dann zu meinem anfavorisierten Bilderbuch-Konzert. Die Wiener Jungs sind wunderbar selbstironisch, mit viel Schmäh und noch cooleren Beats und Texten. Mit einer der besten Performances dieses Festivals. Vollkommen zu Recht also der derzeitige Hype um die Band.

Vor dem Parcour d’amour standen dann schon lange Schlangen um Clickclickdecker zu sehen, also wanderten wir wieder zum Festival-Zelt in dem die härteren Klänge angeschlugen wurden. Raketkanon waren durchschnittlich, gut.
Da wir aber unbedingt Die Höchste Eisenbahn sehen wollten, stellten wir uns doch schon mal an die immer noch existierende Clickclickdecker-Schlange an, sahen dann noch etwa 2 Lieder von ihm und warteten dann auf die Eisenbahner. Die beiden Singer-Songwriter Francesco Wilking (den eins vielleicht von Tele kennen könnte) und Moritz Krämer kamen dann auch schon bald mit Schlagzeuger und Bassisten/Keyboarder nach dem gemeinsamen Equipment-Aufbau auf die Bühne. Moritz Krämers Stimme finde ich so schön, der könnte mir einfach alles vorsingen. (Daher empfehle ich auch sehr seine Solo-Sachen!=> ) Das Konzert war wunderbar, warm und lustig, tanzbar und nachdenklich. Toll!

Die!Die!Die! haben mir letztes Jahr auf dem Phono Pop-Festival ja ganz gut gefallen, hier war allerdings der Sound dermaßen schlecht abgemischt und Basswummerig, dass wir dann doch „lieber“ zum Poetry Slam guckten. Da hielten wir es aber nach drei Slamern auch nicht mehr aus, einfach nicht meins.
Monochrome hatte ich mir vorhinein herausgeschrieben, da es sich ganz gut anhörte. Live war es aber eher irritierend und nach ein paar Liedern guckten wir rüber zu FM Belfast, gaben denen noch ein paar Lieder Chance uns zu überzeugen und gingen dann doch schon bald schlafen.

Die Nacht war sehr kalt, aber einigermaßen ruhig (zumindest für einen Festival-Campingplatz!) und wir wurden zeitig von den startenden Flugzeugen nebenan geweckt. Die Dusch- und Toiletten-Anlage auf dem Platz war noch recht sauber, also gleich mal Haare waschen, frisch machen und dann frühstücken in der Sonne vor dem Zelt. Wir hatten es immerhin geschafft ein Glas (*pssssst*) mit Ajvar auf den Platz zu schmuggeln. Frischkäse und Semmeln und das beste am Campingleben: morgens kalter Kakao! Bis zu ersten Band hatten wir noch ein paar Stunden, die wir ja nicht auf dem Campingplatz versauern lassen wollten. Also husch, schnell in einen Bus gesprungen und dann zum Luisenpark gefahren. Den hatte mir jemand auf Twitter als eine der schönsten Parkanlagen Deutschlands empfohlen (Danke dafür!). Also wir unwissend hingetingelt. Ja, da ist eine Parkanlage, steht auch Luisenpark dran, aber da ist eine Kasse und für den Eintritt soll eins zahlen. Na gut, dachten wir uns, wenn eins sogar dafür zahlen muss, muss ja iiirgendwas dran (beziehungsweise drin) sein. Und das wars dann auch: als ich den ersten Lageplan sah, konnte ich meinen Augen gar nicht wirklich trauen: da gab es ja Schildkröten! Und Eulen! Uuund Pinguine! Wie viel besser kann denn so ein Park bitte sein?! Da wir eh nur gut zwei Stunden eingeplant hatten, beeilten wir uns um möglich viel zu sehen. Vögelvolieren mit allerhand kleinen und großen Vögeln, Äffchen, Flamingos, einen Nasebär, viel Wiese und Rumtobefläche, ein Trampolinareal (zu wenig Zeit, leider!), ein Chinesicher Garten, ein Terrarium (mit gähnender Riesenschlange!)- und Aquarium-Bereich (mit Piranha, Rochen, sehr flinken und lustig anzusehenden Putzergarnelen) und eben Schildkröten! Und Eulen (soooo toll mal wieder welche von ganz nah und zwinkernde zu sehen!) uuuuuuund Lieblingspinguine! Bei den Pinguinen hätte ich auch noch Stunden sitzen können und mir angucken können, wie sie in der Sonne plantschen und sich jagen und rumschnorcheln. Aber: die Zeit! Wir legten aber wohl ein ganz gutes Tempo vor und sahen auch alles, was wir sehen wollten und das klingt beim Lesen vielleicht alles ziemlich gehetzt, es war aber wunderschön und erholsam! Die Verbindung aus Spielplatz, Zoo und Botanischer Garten gefiel mir gut, auch wenn ich gar nicht länger über die mir viel klein vorkommenden Tiergehege nachdenken wollte…

Zurück am dem Festivalgelände kamen wir gerade zu L’Aupaire auf den Parcours d’amour an. Gut gelaunte Band mit schöner Musik. Mozes and the Firstborn waren auch ziemlich gut anzusehen und zu hören, ich wollte aber gerne Solander sehen und ging nach einiger Zeit wieder rüber. Solander fand ich ziemlich gut, saß nur leider etwas abseits vom Schuss, aber das tat der Sache keinen Abbruch.

Bei Anna Aaron aus der Schweiz traf ich den Freund wieder. Die Sängerin mit ihrer Band wirkte wie in ihrem Element, kam bei mir aber leider nicht wirklich an. Also lieber mal rüber zu Buddha Sentenza gelaufen. Dieser Instrumental-Band konnte man super beim sich-reinspielen zu sehen. Und Kudos an den Gitarristen, der in einer Rekordzeit seine gerissene Saite austauschen konnte.

 

Der ultracoole James Hersey trieb uns zu Charity Children, denen wir beim sich ansingen ansahen. Ein bisschen folkiges Of-Monster-and-Men gemischt mit dem diesjährigen Eurovision Songcontest Beitrag aus den Niederlanden (The Common Linnets), also sehr nett anzusehen.

Son Lux war ganz grandios, auch wenn nicht so besonders abwechslungsreich.

Dafür fand ich French Nails überraschend gut. Vor allem weil der Sänger eine ähnliche Stimme wie der einer Lieblingsband hat(, die sich leider vor ein paar Jahren aufgelöst: Kurhaus). Die Texten stammen wohl von dem Sohn eines Bandmitglieds was die auch gleich noch viel sympathischer macht. Wir guckten kurz zu Spaceman Spiff, der mir aber viel zu negativ-trist war und gingen zu EMA. Hier fand ich EMA und die restliche Band sehr nett, der Sound war aber leider nicht der beste und die Musik war mir in dem Moment auch zu unabwechslungsreich. Ich legte also einen kleinen Campingplatz-Trip ein und zog mich wärmer an. Der Tag war zwar wunderschön sonnig, aber gegen Abend wurde es merklich kühler.
Sohn fand ich relativ unspektakulär. Pond aus Australien waren gut drauf und haben sich nett reingespielt. Maria Solheim aus Norwegen auf der kleinen Bühne hatte erstmal einen wunderschönen Akzent in der ansonsten auch ganz wunderbaren Stimme und überzeugte mich mit ihren poetischen Texten. (Die reduzierte Live-Fassung mit Gitarre und den diversen Instrumenten, die ihre Freundin spielte gefällt mir übrigens noch viel besser als die Aufnahmen)

Zu Get Well Soon wollte ich unbedingt, da ich schon so viel Gutes über seine (bzw. ihre) Live-Performance gehört habe, ihn aber beim letzten Southside-Auftritt nur kurz angeguckt habe. Aber: bombastisch, toll! Natürlich trug dazu auch The Grand Ensemble bei, ich weiß gar nicht mehr, wie viele Musikerinnen und Musiker da auf der Bühne standen, aber alles ganz wunderbar und pooow, toll!

Danach ging es gleich pooow-pooow-mäßig weiter, allerdings im etwas kleineren Rahmen mit Lambert. Ein Mann, ein Klavier, eine Maske! Und was für eine! Witzige Performance zu melancholisch-schöner Musik. Eine _der_ Entdeckungen für mich! Das Album kann man auch sehr gut den ganzen Tag laufen lassen.

Ein weiteres Highlight sollte Warpaint werden, wurde es auch. Die vier Frauen haben ihren Sound gefunden und der ist einfach super.

(Nicht der beste Sound und nicht das beste Video, aber ein mega Lied)

Dafür habe ich leider Trümmer verpasst, die ich gerne auch sehen wollte. Zu Motorama setzten wir uns auf den Boden und hörten uns das sehr gute pop-rockige (furchtbares 80er-Wort…hmh) Geschrummel an. Eher an den Editors als an Joy Division, gut hörbar.
Bei Hundreds waren wir noch kurz für ein paar Lieder im Zelt bevor in unser Zelt gingen.

Die Nacht zu Sonntag war schon besser, weil wärmer. Allerdings entschloss sich meine Isomatte dazu die Luft nicht mehr ganz bei sich halten zu wollen und so lang ich irgendwann zwar noch auf der Matte, aber eigentlich auf dem Boden. War aber trotzdem gemütlich, ich mag zelten ja.

Nachdem Frühstück und dem Wild-Haarewaschen auf freier Flur (weil die Damen-Duschen schon gut unter Wasser standen) ging es dann nach Heidelberg. Dort wollten wir uns mit der tollsten Alex, die ich bislang nur über Twitter und unseren FangirlHangouts kannte, treffen. Vom Mannheimer Maimarkt nach Heidelberg sind es mit der S-Bahn auch nur gut 20 Minuten in die Altstadt. Angekommen, Berge und Neckar gesehen, geklatscht. Schön hier! Wir erkundeten zu erst auf eigene Faust die Innenstadt aka Touristenhochburg. Wahnsinn. Ich lebe ja in einer Großstadt mit vielen Touristen, aber in so gehäuften Massen sehe ich die dann doch auch selten (und ja, ich arbeitete bereits auf dem Oktoberfest!). WIr gönnten uns ein Eis, das doch aus so ziemlich 90% Sahnezeug bestand, guckten zum Schloss hinauf, schlenderten durch die Gassen und liefen am Neckar entlang. Und dann war die wunderbare Alex! Das Schloss, das schon von unten ganz toll aussah, sollte von oben ja auch einen schönen Blick auf die Stadt bieten und es gab ein Riesenweinfass! Das wollten wir uns nicht entgehen lassen und schmissen uns todesmutig in eine Seilbahn (zum Glück auf Schienen!), die uns den Berg hinauf brachte. Schloss beziehungsweise Schlossruine gucken fand ich super toll! Dazu dann noch das Riesenfass, schönstes Wetter, eine umwerfende Aussicht und nicht zuletzt die Anwesenheit der wundertollsten Alex machten diesen Heidelberg-Ausflug zu etwas ganz besonderen!

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Meta-Tourismus!

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Das Ergebnis.

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Das „kleine“ Fass

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Und das wirklich große Fass. Eins kann sogar auf das Fass laufen!

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Das ist das Fenster hinter dem Fass.

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Und das bis ich davor ^^

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Was für ein Ausblick!

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Hier sind man ganz gut die eine Fußgängerzone, die wir zuvor abgewandert sind

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Gesprengter Turm von 1693.

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Aber, dann mussten wir doch relativ schnell wieder zurück um pünktlich wieder zu unseren auserkorenen Bands zurück zu sein. Nochmal über die Alte Brücke gestoplert und dann mussten wir uns auch schon wieder voneinander verabschieden.

Zu den Elwins waren wir dann wieder vor der Open Air-Stage. Die Jungs aus Canada haben auf jeden Fall einen guten Sound.

Da wir aber noch etwas essen mussten, gingen wir zum Campingplatz und es gab ein ausgesprochen akzeptables Nudelgericht vom nahen Discounter, dass wir im Tag zuvor dort geholt kauften.
Dann ging es weiter zu den Temples. Diese fande ich auf Platte ganz toll, weil so verspielter Sixties-Sound. Live war es eher enttäuschend, weil ganz anders. Hmh. Naja, hatten wir also Zeit mal bei der Steckenpferd Dressur vorbeizuschauen, die auch gerade auf dem Gelände stattfand. Hier konnten alle freiwilligen mit eben einem Steckpferd eine, nach bestimmten Vorgaben ablaufende, Dressur mit anschließender Kür laufen. Überraschenderweise dann doch sehr lustig.
Aber dann, endlich ein weiteres Lieblingshighlight: Hozier. Seit ein paar Monaten höre ich Hoziers Songs und finde sie (und ihn^^) ganz toll. Mitsamt Keyboarderin, Cellistin und Schlagzeuger ging es dann los. Aller pünktlichst zum Konzertbeginn fing es dann auch an zu Regnen. Netterweise spendierten die Veranstalter eine Regenplane für die vorderen Reihe. Bestimmt nett gemeint, ich hatte aber eine Regencape dabei und stand lieber im Regen und sah dafür die ganze Bühne. Hach, es ist einfach toll, ein Lieblingslied auch mal live zu hören!

St. Vincent hatte im Palastzelt eine super Show, natürlich eine tolle Stimme und hat einfach gerockt! Tollo!


Wye Oak habe ich mir irgendwie besser oder zumindest anders vorgestellt. Aber gut, hatten wir Zeit uns schon mal für The National bereit zu machen. The National waren auch die Headliner des Festivals, also gab es auch einen gewissen Anstrum, aber wir haben noch einen guten Platz in den vorderen Reihen bekommen. Hach ja, die Show war super, die Band war wieder ganz super mit perfektem Timing. Die Lieder gingen mir so sehr an Herz, gerade Hard To Find, dass ich nach ein paar Liedern schon ganz verheult war, aber es war ganz, ganz wunderschön! Matt hat wieder ein bisschen was getrunken, ein bisschen was kaputt gemacht und viel Publikumskontakt gesucht. (Ich kann mich jetzt nur noch wiederholen: GANZ, GANZ TOLL!!!)

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Der Bruder des Sängers von The National hat einen Film mit/über die Band gedreht. Ab nächster Woche im Kino. Freude!

 

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Die Show war pünktlich um 22Uhr zu Ende. Danach war, ähm, nix mehr. Das Festival war vorbei und wir ein bisschen verwirrt. Was sollten wir mit dem angebrochenen Abend machen? Was gabs noch zu sehen? Was sollten wir tun? Wir entschieden uns dann für das allercoolste, was wir in der Situation nur hätten tun können: wir gingen heiß duschen und dann ins Bett.

Das Mannheim Derby war ein wirklich schönes Festival mit einem super Line-Up und einer ganz tollen Atmosphäre! Die Bühnen waren teilweise sehr schön und mit viel Detailliebe geschmückt, das ganze Gelände war stylisch hergerichtet. Wenn die Bands nächstes Jahr wieder so toll sind, kommen wir gerne wieder! o/

Am Montag weckte uns die Sonne nicht mal ganz so früh, wir ließen es ruhig angehen, frühstückten und packten gemütlich zusammen. Als wir dann schon kurz aufgebrochen sind, noch eine kleine Aufregung: ich hatte meine Uhr nicht mehr Handgelenk! Ich ging nochmal alles ab, zurück zum vorherigen Zeltplatz, aber nix. Es musste also entweder irgendwo in unseren Zeug stecken oder ich hatte sie tatsächlich verloren. Half aber auch nichts noch mal alles abzusuchen, wir gingen also weiter. Wir fuhren wieder nach Mannheim und warteten dort auf unseren Bus. Und warteten. 30 Minuten nach der eigentlichen Abfahrt fuhr er dann auch ein. Immerhin bekamen wir einen Platz ganz vorne und hatten so eine prima Aussicht. Auf den Stau. In Karlsruhe musste der Busfahrer eine gesetzliche Pause von 45 Minuten einlegen und wir guckten also die Karlsruher Bahnhofsgegend an. Hint: wohl nicht spannendste an der Stadt. Dann ging es weiter, im Stau. Alles in allem waren wir schließlich 2,5 Stunden zu spät dran. Was für einen Montag abend eigentlich ja nicht weiter dramatisch gewesen wäre, hätten wir noch ein Konzert zu erwischen gehabt. Jaha, nach 3 Tagen Festival ist es doch das verständlichste der Welt erst mal auf ein Konzert zu gehen. Aber was soll eins machen, wenn The National auch gerade in München spielen ❤

Wir rechneten auf der Busfahrt also unsere Chancen aus, noch St. Vincent als Vorgruppe sehen zu können oder nicht. Wurden mit der Zeit unruhiger und sprinteten schließlich los als der Bus dann in München ankam. SCHNELL nach Hause, das Zeug abgeworfen, die Karte geholt und zum Zenith gefahren. Von St. Vincent sahen wir genau noch ein Lied. Dafür kamen wir ohne weiteres in die 3. Reihe und waren von nun an selig. GANZ, GANZ tolles Konzert! Ein Traum! So viele, kleine Momente, Blicke, Betonungen und Feels <333 Phantastischer Abschluss unseres ersten (?) Festivals 2014!

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Berlinale 2014

So, jetzt hier endlich mein Berlinale-Bericht! Das letzte Mal, dass ich bei dort war, war 2010! Kam mir gar nicht so lange her vor! Aber 2014 jetzt ja auch wieder! Los geht’s:

Dieses Jahr sollte es mal wieder so weit sein: ich wollte zur Berlinale fahren! Von all zu vielen Filmen, die dort gezeigt werden würden, wusste ich zwar noch nichts, aber die zwei, drei, die ich kannte, gaben den Ausschlag. Ich plante meine Arbeitszeiten also so, dass ich für ein paar Tage wegfahren konnte und fieberte der Programmbekanntgabe entgegen.

Ein paar Knaller gabs dann auch: The Grand Budapest Hotel, A Long Way Down und vor allem Nymphomaniac wollte ich unbedingt sehen!

Die Karten kann man glücklicherweise mittlerweile online kaufen. Natürlich sind die Server teilweise überlastet und das Kontingent relativ schnell erschöpft, aber wenigstens geht der Kauf auch aus anderen Städten bequem von daheim. Am ersten Tag hatte ich auch gleich Glück und ergatterte ein paar gute Karten, die nächsten Tage auch immer wieder ein paar. Bis mein Plan dann schließlich so aussah:

Ich buchte mir eine Fahrt mit einem Fernbus über Nacht von Donnertag auf Freitag. Mein Freund wollte zwar auch mitfahren, hatte aber Freitag Abend noch ein Konzert mit seiner Band und kam also Samstags nach. Ich erwischte noch ein gutes und relativ günstiges Hostel in meiner Lieblingsgegend und war voller Vorfreude!

Donnerstagsabends machte ich mich also auf den Weg zum ZOB. Der Bus war ausgebucht, neben mir Jordanier und Spanier, die eine Rundreise durch ganz Europa machten. Da kam man selbst direkt in Abenteurerinnenstimmung. Bis auf eine nervige Personenkontrolle durch die Polizei war die Fahrt aber eher unspektakulär. In Berlin angekommen fuhr ich zum Hostel und fand dort einen Zettel mit meinem Namen darauf an der Rezeption. Ich hatte angekündigt, dass ich relativ früh dort erscheinen wollte, dass ich jetzt aber eine Schnitzeljagd-Beschreibung zu meinem Zimmer mit der Notiz „Schlüssel steckt von innen“ erhalten würde, hätte ich nicht gedacht. So vertrauensvoll das Personal war, so groß und komfortabel das Zimmer. Ich war zwar noch ein bisschen von der Fahrt gerädert, wollte aber auch nicht all zu viel Zeit verlieren und legte mich für ein gutes Stündchen nochmal hin.

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Das Hostel-Bad

Dann ging’s auch gleich los in die Innenstadt. Durch die Berlinbesuche der letzten Jahre kenne ich mich doch relativ gut in der Stadt aus, vor allem aber im U-Bahn-Netz. Ich fuhr zuerst zum Alexanderplatz und ging dort in den Humana, ein Second Hand-Laden. Nach etwas rumstöbern fand ich einen schönen seidigen Blümchenrock und eine Elefanten-Brosche. Inzwischen hatte sich auch Lucie gemeldet, mit der ich mich gleich treffen wollte. Sie stand gerade vor dem Friedrichstadt Palast um Karten für The Grand Budapest Hotel an. Ich fuhr zu ihr und nach einer herzlichen Begrüßung standen wir gemeinsam in der Schlange. Überhaupt würde ich die nächsten Tage viel Schlange stehen.

Da ich eine Karte für den Film hatte, wollte ich gegen kurz vor 12 dann auch reingucken und uns Plätze suchen. Immerhin waren wir wirklich ein sehr großes Stück in der Schlange voran gekommen und bereits in Sichtweite der Kassen. Ich fand zwei Rangplätze links oben. Leider erwischte Lucie dann doch keine Karte mehr, obwohl nur noch fünf Personen vor ihr in der Reihe gewesen waren. So guckte ich also alleine den neuen Wes Anderson Film und amüsierte mich ganz wunderbar. Farbenprächtige, skurrile Story und viele wunderbare Schauspieler, ein klassischer Anderson also. Zu gerne würde man nach dem angucken den nächsten Urlaub in diesem Hotel verbringen und Konditorwaren verspeisen. In meiner offiziellen Skala bekommt er 9 von 10 Sterne/Herzen/Hundewelpen. Etwas, das ich an Filmfestivals generell ja eh sehr gerne mag: das klatschen danach. Auch wenn niemand vom Filmteam anwesend ist und man kollektiv eine Leinwand beklatscht, ist das doch immer wieder ein tolles Gefühl. Nach dem Film gingen Lucie und ich erstmal essen und machten uns danach schon mal zum Potsdamer Platz auf, wir wollten unser Glück für den Abend versuchen.

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Ein bisschen kalte Hollywood-Luft schnuppern am roten Teppich.

In die engere Wahl kamen Caravaggio von 1986 mit Sean Bean und Tilda Swinton und The Docks of New York von Josef von Sternberg aus dem Jahr 1928. Wie es sich herausstellte, war es dann aber doch relativ schwer noch an Karten zu kommen. Der Gedanke „Der Film ist von 1928, da drängeln sich bestimmt keine Pressevertreter rein!“ war schon mal falsch… Aber glücklicherweise ergatterten wir doch noch zwei Plätze. Es gab eine kurze Eröffnung der Retrospektive unter dem Motto „Licht und Schatten“, eine Kooperation der Deutschen Kinemathek mit der MOMA. Zu diesem Stummfilm gab es eine sehr passende Pianobegleitung. Der Film an sich war auch für sein Alter noch recht unterhaltsam. Dem Schauspiel merkte man an, dass es gegen Ende der Zwanziger Jahre aufgenommen wurde, es war nicht mehr so arg Pantomimenmäßig, sondern schon natürlicher, 7/10. Nach dem Film verabschiedeten sich Lucie und ich uns recht schnell, ich war auch (noch immer oder schon wieder) ziemlich erschöpft. Auf dem Heimweg kam ich an so vielen schönen Photomotiven vorbei, mein Handy-Akku war aber schon so gut wie aufgebraucht. Also fasste ich den Plan im Hostel ein bisschen zu entspannen, den Akku (im wahrsten Sinne des Wortes) wieder aufzuladen und dann nochmal einen kleinen Kiezspaziergang zu machen. Nicht nur die Photos, auch der Hunger trieb mich durch die milde Nacht nach draußen. Mit schöner Musik erkundete ich die Gegend, in der wir immer mal wieder kurz gewohnt hatten. Fand alte Lieblingsrestaurants und schöne Boutiquen wieder, sah ein paar Veränderungen und sog alles in mich auf. Mit gebratenen Bananen und einem tiefen Glücksgefühl fiel ich ins Hostelbett. Ein toller erster Auftakttag!

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Die bestimmt schönsten Neon-Reklame-Schilder der ganzen Stadt.

Am Samstag war mein erster Film um 12 Uhr der gelungene La Voie de l’ennemi. Durch schöne Bildsprache und mit wunderbarem Cast wird die Geschichte sensibel und langsam erzählt. Mag ich und mit Golden Hour-Licht kriegt man mich immer rum, 8/10. Unter das Klatschen mischten sich zwei, drei Buh-Rufe. Interessante Reaktion, die ich nicht nachvollziehen kann, aber jedem das Seine.

Städte zu Fuß zu erkunden finde ich ja immer sehr toll, ich wollte das also auch mal in der Hauptstadt probieren. Von Mitte nach Kreuzberg müsste doch zu schaffen sein. Könnte es auch sein, wenn ich das Navi richtig lesen könnte/es mich nicht ständig verunsichern würde. Aber erstmal hab ich meinen Orientierungssinn vertraut und bin zufällig an der KunstHalle vorbeikommen. Ich kenne das Museum/Ausstellungsfläche ja noch unter Deutsches Guggenheim und damals war einfach jede besuchte Ausstellung toll. Das wollte ich jetzt auch mal ausprobieren und ich wurde nicht enttäuscht. Auf das Konzept der Ausstellung „A circle walked casually“ wird man zu Beginn mit einer Kurzgeschichte eingestimmt und diese zieht sich durch das Ganze wie ein roter Faden, sprichwörtlich. Es geht um Linien, Kreise und Formen. Neben Baselitz, Kandinsky und Immendorf hängen auch ein paar Werke, die mir sehr gut gefallen haben (Ha!). Im Ernst, ich finde den großen weißen Raum in seiner Aufmachung und der Auswahl und Hängung der Werke sehr stimmig. Mein Liebling war Vik Muniz „Piranesi Series: Carcere XIV, The Gothic Arch“ (2002).

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Blick in die Ausstellung. Im Vordergrund 3/6 von „Whan I Am Happy“ von Alejandro Cesarco (2002).

Auf meinem Weg zum nächsten Zwischenhalt, der Berlinischen Galerie, kam ich an allerhand vertrauten Gebäuden und Plätzen wieder vorbei, die ich sonst nur per ÖPNV erreicht hatte, die Berlin-Karte im Kopf vernetzte sich plötzlich aus den unterschiedlichen Puzzlestücken zusammen. In der Galerie wurden Kurzfilme im Rahmen der Berlinale gezeigt. Kostenlos konnte man so den ganzen Tag längere und kürzere Werke anschauen. Ich kam relativ spät in den eh schon überfüllten Raum und sah die Hälfte von Leaves fall in all seasons aus Saudi Arabien. Die 20-minütige Doku wurde über viele verschiedene Handy-Videos vermittelt. Die Story erschloss sich mir jetzt nicht so ganz, aber allein das Aufzeigen der Möglichkeit „Jeder kann heute Filmen, überall auf der Welt kann so ein Film/eine Dokumentation entstehen“ faszinierte mich. Der nächste Kurzfilm aus Deutschland, Beyond Metabolism stellt allein durch Bilder, ein paar kurzen Interviews und vereinzelten Zwischentiteln die Verbindung zwischen der Architektur einer Kongresshalle und den Entscheidungen, die in ihr getroffen werden, her. Spannende Montage mit schönen, klaren Bildern, 7/10. Das war auch schon der letzte Kurzfilm, der an diesem Nachmittag dort gezeigt wurde. Nach einem Blick in die Broschüre und die Eingangshalle entschied ich mich dagegen, die restliche Galerie anzusehen. Wäre ich zwei Wochen früher hier gewesen, hätte ich meinen alten Freund, Herrn Klimt, ansehen können.

Ich zog weiter in die Bergmannstraße in die nächten Second Hand-Läden. Kurz vor Ladenschluss erstand ich im Colours zwei wunderschöne, mehr oder weniger geblümte Kleider und einen schlichten roten Pullover. Nebenan ging ich lecker essen. Es gab Nigiri mit Shitake-Pilzen und eine Suppe mit Tofu und Fake-Hühnchen. Das Kunst-Huhn schmeckte erstmal so echt, dass ich etwas skeptisch war, aber alles in allem wirklich unglaublich lecker. Gut gesättigt macht ich mich auf den Weg zum Haus der Berliner Festspiele. Hier wurde American Hustle gezeigt. Überzeugt hat mich Christian Bale (wie immer), Amy Adams und Jennifer Lawrence. Die Kostümdesignerinnen dürfen dafür auch gerne irgendwelche Preise bekommen. Besonders schön fand ich auch, dass Louis C.K. hier eine passende Rolle spielen darf, dafür bekam er sogar Zwischenapplaus! (Wer die Serie Louie noch nicht kennt, sollte das nachholen.) American Hustle bildete einen gut gelaunten Tagesabschluss, 8/10.

Mittlerweile war auch der Fernbus des Freundes in Berlin angekommen und wir trafen uns am Zoo. Gemeinsam ging es zurück zum Hostel.

Für Sonntag standen vier Filme an. Der erste von 1927 war Sunrise – A Song of two Humans, erneut mit Pianobegleitung. Hervorheben muss man hier die Montage, nicht nur für die Zeit großartig. Außerdem zwei wunderbare Hauptdarsteller, die sowohl die Tragik- wie auch die Humormomente überzeugend und nicht überladen rüberbrachten, 8/10.

Was wäre ein Berlin- ohne einen Burgeressenbesuch? Das dachten wir uns auch und fuhren zum Burgermeister. Obwohl viel los war, kam der Tofuburger schnell und war vorzüglich, auch die Fries enttäuschten nicht.

Weiter ging es im schnell gefundenen Cubix mit Butter on the Latch. Über den Film wusste ich jetzt mal wirklich komplett gar nichts. Was sich ja meistens eh als vorteilhaft herausstellt. Ein Experimentalfilm mit schönem Kameraspiel und viel gefühlter Realness, trotz so manchem Horrorelement, 8/10. Die drei Hauptdarsteller, Regisseurin und die Kamerafrau waren zu einer kurzen Nachbesprechung und Q&A auch anwesend. Sehr sympathisch alle miteinander. Vor allem fand ich die Schilderung des Low Budgets-Filmprojekts inspirierend.

Ich ließ den Freund noch im Q&A und stellte mich schon mal bei der nächsten Film-Schlange an. So hatten wir dann im nächsten Saal gleich gute Plätze für Love is strange. Auch eher ein Indie-Film aber mit den großartigen Schauspielern John Lithgow und Alfred Molina. Diese prägen den Film auch nachhaltig. Ganz wunderbar pointiertes Spiel, viel Gefühl und eine gute Story, 9/10. Und falls ich nicht schon während des Films geweint hätte, dann spätestens als der Regisseur, Ira Sachs anschließend im Q&A noch so einiges über die Hintergründe zum Film erzählte. Falls sich die Gelegenheit mal auftut: kein Fehler diesen Film zu gucken!

Vor dem letzten Film an diesem Abend hatten wir noch etwas Zeit und vor allem schon wieder Hunger. Wir beschlossen schon mal in unsere Hostelgegend zurückzufahren, da das Kino sowieso in unmittelbarer Umgebung ist. Seit unserem ersten Berlinbesuch hatten wir auch dort in der Nähe ein Lieblingsrestaurant, das Hans Wurst. Neben guter Musik und sooo leckerem veganen Essen war es auch einfach sehr gemütlich dort rumzusitzen. Leider hat der Hans Wurst schon seit ein paar Jahren dicht gemacht, aber sein Nachfolger das Desi ist ebenso zu empfehlen. Steht auf jeden Fall bei jedem Besuch auf der Abklapperliste und hat uns auch dieses Mal nicht enttäuscht.

Satt ging es zurück zum Hotel, kurz ausruhen und dann weiter ins Colloseum zu Nuoc. Eine vietnamesische SciFi-Liebesgeschichte mit einer gelungenen Umsetzung in schönen Bildern, 8/10. Der Regisseur und die Hauptdarstellerin waren auch vor Ort und beide sehr nett und adrett. Vor allem der Schauspielerin muss man ihr Spiel hoch anrechnen, ließ sie doch im Q&A verlauten, dass die Angst vor Wasser hatte. Nuoc heißt übersetzt übrigens „Wasser“, aber das nur am Rande.

Montag ging es gleich mit einem Knaller los: Nymphomaniac vol. I von Lars von Trier. Lange habe ich mich auf diesen Film gefreut. Ein bisschen etwas habe ich auch schon mitbekommen, konnte mir aber nicht wirklich etwas darunter vorstellen. Warteschlangengespräche vor mir spekulierten auf einen „3-Stunden-Porno“, teils vorfreudig, teils ängstlich. Ich möchte am liebsten ein ganz langen Blogpost/Podcast nur mit diesen einem Film füllen (und vielleicht mache ich das auch noch…), so viel ist da drin! Und so toll! Ich bin nicht davon ausgegangen, dass mir der Film nicht gefällt, hatte aber doch eine gewisse Nervosität, wie von Trier das Thema umsetzen würde. Für mich ist ein 10/10-Punkte-Film und ich kann gar nicht erwarten, den zweiten Teil davon zu sehen. Ich hätte nicht gedacht, das von Trier auch so witzig sein kann und gleichzeitig so gefühlvoll seine Hauptdarstellerin zeichnen kann. Charlotte Gainsbourg war in diesem Teil schon toll, Stacy Martin war ganz wundervoll und hoffentlich sehen wir sie bald noch in weiteren Produktionen.

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Warum ich den Friedrichstadt Palast so mag, trotz unbequemer Sitze…

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Ganz beschwingt nach diesem Spektakel kam dann auch schon unser voraussichtlich letzter Film für diese Berlinale-Besuch: Historia del medio. Ein argentinischer Film über Angst, langsam und unaufdringlich erzählt kommt die Grundidee war schnell durch, daraus ergibt sich aber leider nicht mehr. Ein paar gute Szenen sind zwar drinnen, aber für mich 5/10. Wenigstens einen Film von dem ich nicht so überzeugt war, wäre ja auch komisch sonst.

Es ging weiter zur KunstHalle, in der ich ja schon Samstags war, um Jenny und Lucie zu treffen. Wir wollten uns die Ausstellung zusammen angucken. Mit den beiden hatten wir dann immerhin 3/5 der Mädchen in Zwangsjacken vor Ort versammelt (ja, darüber wollte ich auch mal schreiben, verschluderte es dann aber wie so oft wieder, Twittermitleser wissen aber wohl sowieso Bescheid).

Ich fand total interessant, wie unterschiedlich die ein und dieselbe Ausstellung zu einem (wenig) späteren Zeitpunkt wirken kann. Mir sind wieder ganz unterschiedliche Werke aufgefallen und auch Details, die ich zuvor ganz übersehen hatte.

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Friedrichstadt Palast bei Nacht

Danach ging es dann zum Essen in das gleiche italienische Restaurant wie auch schon freitags („Wenn die Pizza da einmal gut war, kann sie drei Tage später doch nicht viel schlechter sein?!“, überhaupt Pizza! Trotz Elmos Einwand, dass es ja „Sometimes food“ ist…). Anschließend wollten wir zurück zum Friedrichstadt Palast und unser Glück versuchen, Karten für A Long Way Down zu bekommen. Leider wurden unsere Hoffnung ziemlich schnell durch ein Ausverkauft-Schild zerstört. Aber gut, ein paar Meter weiter hinter uns war immerhin der rote Teppich über den der Cast des Filmes in Kürze schlendern würde. Also stellten wir uns an den Teppich um ein bisschen Glamour- und Fangirl-Feeling abzubekommen. Hier würde schließlich gleich niemand anders als Toni Collette und Aaron Paul vorbeilaufen! Toni Collette habe ich ja in United States of Tara sehr, sehr schätzen gelernt und Aaron Paul ist in Breaking Bad einfach super gut. Mit den anderen zwei Fangirls war die Wartezeit dann auch eh gleich rum und die Aufregung wurde größer. Ich muss dazu sagen, dass ich noch nie an irgendeinem roten Teppich stand und die Hysterie nur aus Berichten kenne. Ich hätte ja nicht gedacht, dass erwachsene Menschen, meist Männer, sehr laut „MISTER BROSNAN!“, „HEY PIERCE!“ schreien und dabei mit ihren Zetteln und Photos winken würden. Aber gut, wieder was gelernt. Natürlich gab es auch Jesse-Fangirls mit Breaking Bad-Postern aber die waren niedlich-zurückhaltend, eben höfliche Fan-Menschen, so wie wir. Wir standen auch irgendwie in einem sehr leisem Block, direkt zu uns kam keiner der Schauspieler. Aber immerhin haben wir ein paar hübsch verwackelte Photos bekommen. Ein paar Minuten später war der Starrummel-Spuck auch schon wieder vorbei.

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Toni Collette leider nur von hinten, da ich sie sonst anstarren musste.

Nach dem dicht-in-der-Menge-stehen war es auf der Straße dann doch sehr windig und kalt und wir beschlossen dann auch bald das Fangirl-Treffen wieder aufzulösen. Leider, ich fands nämlich sehr schön und sehr lustig mit den Mädels!

Wir fuhren zurück ins Hostel und planten den nächsten Programmpunkt. Würde unser Plan nämlich aufgehen, hätte unser letzter Berlinabend nämlich noch einen sehr schönen Ausklang. Da mein Freund ja bei einem großen TV-Anbieter arbeitet, ergab sich die Gelegenheit eventuell auf die Gästeliste der A Long Way Down-Filmproduzenten-Party zu kommen. Viel mehr: er war schon auf der Liste und ich musste als Ersatz-Kollegin durchgewunken werden. Wir machten uns also schick und fuhren zur Party. Dann war es eigentlich ganz leicht: mein Name wurde abgeglichen und aufgenommen und wir konnten in den 15. Stock zur Party gefahren werden. Allein für den Ausblick hatte sich das ganze schon gelohnt: über den Alexanderplatz gucken zu können bei fast sternenklarer Nacht. Aber es gab ja auch noch freie Getränke (das bemerkte ich aber auch erst, nachdem ich ewig nach meinem Geld gesucht hatte und bemerkte dass niemand sonst zahlt), freie Snacks (vegetarisch sogar) und einen Bauchladen-Mann mit Süßigkeiten! Bis hierhin war die Party schon mal super toll. Die Musik allerdings war nicht ganz so mein Fall, nur Elektro (ich nenne das jetzt mal so, kann auch Minimal House oder Deep Trance oder so sein…). Aber wir tanzten trotzdem ein bisschen und fanden es so schon ganz toll. Die Party wurde aber zusehend immer leerer und unser Gedanke „Gut, es ist zwei Uhr an einem Montag, das könnte sogar für Berlin zu viel sein?!“ schien sich zu bestätigen. Aber dann kamen plötzlich ein paar Security-Menschen herein und auf einmal war auch Aaron Paul da, der auf die Tanzfläche stürmte, tanzte und klatschte. Wir tanzten nachts in Berliner mit Aaron Paul in einem fast leeren Club. Okay. Das machte die Musik dann doch gleich viel besser. Nach einer Weile ging Aaron samt Entourage dann aber Richtung Aufzüge und wir beschlossen eigentlich auch schon genug gefeiert zu haben und uns auf dem Nachhauseweg zu machen. Der Aufzug brachte uns aber nicht nach ganz unten sondern in 12. Stock, auch hier sah es nach Party aus. Komisch, da wollten wir doch auch nur noch mal schnell nachgucken. Und dann war sie da: die eigentlich große Party, mit guter Musik und einem immer noch vor sich hin bouncenden Aaron. Gut, hier ließ es sich dann doch ein bisschen aushalten. So viel getanzt habe ich bestimmt schon Jahre nicht mehr! Und dann auch noch mit einem wunderbaren Schauspieler, der einfach so neben einem tanzt und klatscht und singt und sich freut. Das war wirklich sehr toll!

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Ausblick auf den Alexanderplatz

Um halb sechs Uhr morgens wollten wir dann aber doch nicht die allerletzten sein, die aus dem Club kamen und machten uns auf zu gehen. Den Abend hinweg gab es immer wieder Leute, die sich mit Aaron fotografieren ließen. Einerseits hätte ich zwar auch gerne ein Photo mit ihm gehabt, andererseits wäre mir unangenehm gewesen, ihn zu stören. Er war zwar schon beruflich auf der Party, aber trotzdem wollten wir ihn nicht zu sehr bedrängen. Having said that, als wir hinaus gehen wollten, war da gerade ein anderer, der sich auch mit ihm fotografieren ließ. Also sind wir doch hin und ich konnte Aaron sagen, wie sehr ich seine Arbeit und sein Spiel mochte. Er freute sich darüber sichtlich, umarmte mich und den Freund machte ein Photo mit uns. Happy Fangirl! So ein lieber Mensch, der auch nach stundenlangem Feiern noch so nett und nahbar ist <333.

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♥♥♥

Danach war ich dann erst mal platt. Der Freund auch, wir konnten es nicht fassen, waren müde und aufgekratzt. Im Hostel konnten wir dann doch noch ein wenig schlafen, bevor um halb elf unser Bus zurück fuhr.

Danke Berlin für eine wunderschöne Zeit mit tollen Filmen und einem unvergesslichem Abend!

tl;dr: 12,5 Filme und wenn jemand Party machen kann, dann Aaron Paul!

Prag – Eine Liebeserklärung.

Da wir dieses Jahr noch keinen „richtigen“ Urlaub gemacht haben, gerne aber noch wegfahren wollten, guckten wir uns eine Weile nach Last-Minute-Angeboten für irgendeine warme Insel um. Der Plan „mit gepackten Koffern zum Flughafen und den nächstbesten Flug nehmen“ kam in die engere Auswahl. So einen Strandurlaub mit viel Sonne und wenig Bewegung hatte ich vor ungefähr 5 Jahren zuletzt. Unsere Städtetrips sind eher in den kälteren Monaten und mit viel Rumgehen verbunden. Zwei, drei Tage bevor wir der Flughafen-Idee nachgehen wollten, kam mir das plötzlich so ein Gedanke: Prag! Wie viel unkomplizierter wäre alles, wenn wir einfach wieder einen Städtetrip machen würden und Prag wollte ich ja eh schon immer mal ansehen (und fliegen müsste ich dafür auch nicht \o/). Also guckte ich kurzerhand nach den besten Verbindungen und steckte den Freund mit meinem Enthusiasmus an. Mit Zug oder Fernbus würden wir an die 5 Stunden hin brauchen, ein Hostel war schnell gefunden und schnell (! nach dem ganzen rumschauen wollte ich das jetzt ganz fix machen!) gebucht.
Also ging es am Montagmorgen, den 28.10. mit den Fernbus in Richtung Prag. Busreisen, auch so etwas für sich. Kannte ich wenn dann nur von meiner Oma, die damit zwar auch durch ganz Europa schipperte, aber auch immer einige Mitsenioren an Bord hatte. Ganz anders unser Fernbus: der Altersdurchschnitt lag <30 Jahren, es gab Schokoriegel und Wasser gratis zum Ticket und Wlan gab es auch! So ließ es sich durch hübsch sonnig-wäldliche Ortschaften fahren.
Nach einigem hin und her am Busbahnhof in Prag, fanden wir unser Hostel ganz in der Nähe, bezogen unser schönes Zimmer und konnten Geldwechseln. Glücklicherweise hatten wir von der Mutter meines Freundes noch einen Prag-Reiseführer an die Hand bekommen und hatten bereits ein paar Routen ins Auge gefasst. Wir lösten also ein Metro-Ticket und fuhren genau eine Station ins Zentrum. (Das mit der einen Stationen weiß ich auch deshalb so genau, weil wir über die drei Tage genau einmal eine Station mit unserem Tagesticket gefahren sind, den Rest ergingen wir uns zu Fuß.) Unser Reiseführer ist in sechs Spaziergänge aufgeteilt, die an allen wichtigen Sehenswürdigkeiten, Kuriositäten, Shops, Cafes und Restaurants vorbeiführen. Der erste Spaziergang durch die Altstadt leitete uns am Obecní dům und dem Pulverturm durch kleine hübsche Gässchen am Wenzelsplatz vorbei zur Astronomischen Uhr auf dem Rathausplatz über die Karlsbrücke und am Moldauufer wieder zurück in die Altstadt. Für einen Nationalfeiertag hatten erstaunlich viele Geschäfte und öffentliche Einrichtungen geöffnet. Vom Gefühl her, waren auch viele tschechische Touristen an diesem Tag in der Stadt. Als wir an einem SecondHand-Geschäft vorbeikamen, musste ich natürlich kurz reinspringen und mich ein bisschen durchwühlen. Ich wurde auch fündig und ging mit einem neuem Kimono, einem beigen Wasserfall-Cardigan und einer bunten Seidebluse (alles zum halben Preis!) wieder heraus.
Wir hielten uns zwar ein wenig an den vorgegebenen Rundgang, marschierter aber auch öfter einfach drauf los um wenig später festzustellen, dass wir genau dort hin wollten.

Obneci

Obecní dům, hier gibt’s Innen auch einiges von Mucha zu bestaunen! (Tipp: unbedingt in das Cafe unten links reingucken. So schön!)

Links ist übrigens der Pulverturm, den könnte man auch besteigen, vielleicht beim nächsten Mal.

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Türme, Dächer und Gässchen

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Der Wenzelsplatz mit Ausblick auf das Národní muzeum (Nationalmuseum) mit vielen bekannten Geschäften (nicht im Bild).

AstronomUhr

Die Astronomische Uhr am Rathaus bringt zu jeder vollen Stunde die 12 Apostel-Holzfiguren zum Vorschein. Wir standen gerade zufällig dort. Die Uhr habe ich trotzdem nicht verstanden…

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Ein bisschen creepy: das Skelett, das quasi die Glocke läutet.

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Auf dem Rathausplatz waren viele Gauckler, Artisten und Musiker. Unter anderem auch: Riesenseifenbläsererinnen.

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 Alles voller Mucha. Ich kam aus dem gucken gar nicht mehr raus ❤

 MuchaWerbung

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Und dann biegst du aus einer kleinen Straße ab und stehst auf einmal vor diesem Turm samt dahinterliegender Karlsbrücke und Moldau, mit Sicht auf die Prager Burg und kriegst den Mund nicht mehr zu.

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Die Burg von der belebten Karlsbrücke.

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Blick von der Karlsbrücke aus.

DSC04300Irgendwo auf dem Weg: eine Game of Thronesige Figur mit einer nackigen unter-den-Mantelguckerin.

 tür  torbogen  DSC04345

 Schöne Häuserverzierrungen sind schön!

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Kunst auf dem Weg gefunden.

Wie man auf den Fotos gut erkennen kann, das Wetter war traumhaft. Ende Oktober, 20° und Sonnenschein. Prag gefiel gleich sehr gut. Und nicht nur wegen des ganzen Mucha-Klimbims, der sich in allen Ecken finden lässt, sie Stadt ist einfach sehrsehr schön.
Nach dem ausgedehnten Spaziergang hatten wir auch ordentlich Hunger und wollten in eines der vielen vegan-vegetarischen Restaurants der Stadt weiterziehen. Wir fanden das CountryLife gleich in der Nähe. Das CountryLife gibt es zwei Mal in Prag, jeweils mit Bioladen, dieses sogar mit eigenem Bio-Kosmetikgeschäft daneben. Am Buffet fanden sich dann Köstlichkeiten, von denen ich seitdem immer noch träume: Seitangulasch, Seitansalat, Bulgur-Gemüse-Auflauf, Quinoa- und Taboule-, Gemüse- und grüne Salate in allen Variationen. Dazu vegane und zum Teil rohe Kuchen, mit Obstsalat in süßen Soßen. Der Preis richtet sich nach dem aufgetischten Gewicht, vergleichsweise ist das Essen aber sehr günstig. Und so lecker, ich war im kulinarischem Himmel und kam aus dem schwärmen gar nicht mehr heraus.
Vollgefressen ging es dann zurück zum Hostel, für heute waren wir fertig.

DSC04255Street Art in Prag.

DSC04259Freund neben unbemerkter Schönheit aber mit Plan.

 BackerStreet

Und auch Sherlockians kommen auf ihre Kosten.

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***

Am Dienstag machten wir uns nach dem Frühstück auf zur Prager Burg. Den Weg bis über die Moldau fanden wir, dank meines Orientierungssinnes schnell wieder (an dieser Stelle sei erwähnt, dass ich unser beider Kompass bin…). Durch das Hradcany-Viertel ging es an wunderschönen Prachtbauten und kleinen schmucken Gässchen zur Burg hinauf. Der Blick über die Stadt ist einfach atemberaubend!

Von der Burg selbst hätte ich mir ein bisschen mehr „Altertümlichkeit“ erwünscht, es wirkte alles sehr renoviert. Ist wohl aber auch kein Wunder, wenn da der Präsident residiert. Den Veitsdom fand ich dann aber doch beeindruckend. Wir genossen noch ein wenig die Aussicht und machten uns dann wieder an den Abstieg. Als nächsten wollten wir uns ein Mittagsessenplätzchen suchen. Mir wurde im Vorfeld das Lehka Hlava empfohlen (Danke @anne!) und suchten ebendieses auch auf. Sehr leckerlecker, kann ich nur sagen! Ich hatte eine Zusammenstellung aus Probierportionen vierer Hauptspeisen (Käse-Quesadilla mit Tomatensalsa und Sour Cream, einen Gemüsespieß, ein Kartoffelgratin und einen grünen Salat). An meinen total gesunden und Detox-Drink „Greenhorn“ musste ich mich zwar ein bisschen gewöhnen, aber nach einem guten Schuss Honig rein, schmeckte der auch. Als Nachtisch hatten wir einen rohen Käsekuchen mit Erdbeersoße. Ein Traum! Glücklich satt ging es anschließend weiter ins Alphonse Mucha-Museum. Mein eigentlicher Hauptgrund für den Prag-Besuch. Mir ging es vor den Mucha Gemälden ähnlich wie vor einem Jahr in Wien vor den Klimt Bilder: ich wollte nie wieder raus! Ich hätte noch ewig vor jedem einzelnen Bild stehen können und jedes Detail aufsaugen können. Aber dann kurz vor Schluss mussten wir doch wieder raus, nicht jedoch ohne davor noch ein bisschen Geld im Museumsshop zu lassen.
Zum Abschluss des Tages wollten wir noch irgendetwas unternehmen, Kino oder so. Von der großen Originalversionen-Auswahl der Filme sprach uns keiner an (leider übersahen wir den neuen Woody Allen „Blue Jasmine“ dabei). Übrigens, auch interessant: etwa ein Drittel der gesamten Kinofilme sind tschechische Produktionen. Wir entschlossen uns dazu erstmal etwas zu essen! Im Plevel gab’s eine Tomatensuppe, Seitangulasch mit Reis und Seitanbraten mit Knödeln und einer eingekochten Gemüßesoße. Wieder unglaublich lecker! Als süßen Abschluss bekamen wir einen rohen Kokoskuchen und eine vegane Panna Cotta mit Erdbeerspiegel. Nom! Das Restaurant war sehr nett mit bunter Blümchentapete auf den zwei Stockwerken und zusammengewürfelten Tischen und Stühlen eingerichtet. Wenn mir das Lokal bis dahin nicht schon sehr sympatisch gewesen wäre, wäre es mir das nach einem Blick in die Hausbibliothek geworden: neben tschechischer und englischer Literatur (beispielsweise einem Whiskey-Lexikon) gab es dort die „Anleitung zum Unglücklichsein“ von Paul Watzlawick.

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Morgens über die Moldau, neben an die Karlsbrücke, rechts die Burg.

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Gässchen zur Burg hinauf.

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Auf dem Weg: die Lannisters sind auch schon da (links), einer der vielen Absinth-Läden.

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Veitsdom

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 Von innen (irgendeines der Fenster ist auch von Mucha!) und von hinten.

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Ausblicke über die Stadt:

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DSC04330Rückweg über die Moldau

DSC04428Offroad Abenteuer Prag

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Sie sehen hier: wie eins mich mit Essen glücklich machen kann.

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***

Am Mittwoch gingen wir noch einmal zum unseren ersten Startpunkt in der Altstadt dem Obecni Dum zurück. Am Vortag hatten wir während eines Films im Mucha-Museum nämlich erfahren, dass dieser sich hier auch verewigt hatte. Das wollten wir uns jetzt nochmal genauer ansehen. Solltet ihr mal davor stehen: schaut in das prachtvolle Cafe rein! Mehr Jugendstil geht nicht!

Weiter ging es ins hippe Vinohrady-Viertel zur Vysehrad-Festung. Und wieder mussten wir einen Berg hoch. Muskelkatergebeutelt, wie ich war, war das gar nicht so leicht. Aber der wunderwunderschöne Ausblick entschädigte dafür auch sehr schnell. Wer mal das Gegenüber der Prager Burg und einen überwältigenden Blick auf die Moldau werfen will, ist hier genau richtig. Auch die Parkanlagen laden zum spazieren ein. Beim zurückgehen durch das nette Viertel kamen wir direkt an zwei SecondHand-Läden vorbei. In den ersten davon habe ich mich spontan gleich sehr reinverliebt! Die Besitzerin spricht zwar kein englisch, mit Hilfe von Gesten und ihrem Taschrechner konnten wir uns dennoch gut verständigen. Und der Laden ist so hübsch eingerichtet! Mit sehr viel Liebe zu Mode und viel zu vielen Klamotten für den kleinen Raum ist das Geschäft wirklich eine Fundgrube. Und ich fand auch: ein gelbes Cordkleid (klingt schlimmer, als es ist!), einen rot-blauen Apfelrock, ein gold-schwarzes Kleid und eine Statement-Kette mit hellgrünen Steinen in gold. Alles zusammen für umgerechnet unter 30€. Wer den Laden auch mal finden möchte, er ist irgendwo auf der „Na Slupi“, ist ein supi Straßenname, gell?!

Anschließend ging es in das jüdische Viertel. Das jüdische Museum ist relativ klein, zeigt aber anhand vieler Exponate die jüdische Kultur und das Leben der Prager Juden. Die Ausstellung der Kinderzeichnungen aus verschiedenen KZs mit ihren Ängsten und Hoffnungen, den über 70-jährigen selbstgenähten Stofftieren und -puppen hat mir den Atem sprichwörtlich geraubt. Mit so „einfachen“ Mitteln, kann man so treffend das Grauen und die Verzweiflung darstellen. Üben den jahrhundertealten jüdischen Friedhof (Zu den Dauerfotografieren: sind die so anstandslos oder ist es manchen Menschen einfach egal?!) ging es weiter in die Maisel-Synagoge.

Über den Rathausplatz ging es erneut zum CountryLife. Ein üppiges Tablet voller Leckereien fand den Weg an unseren Tisch. Wir versorgten uns dort auch gleich noch mit Proviant für die spätere Rückfahrt (frische, fertige Veggie-Burger, einfach so zum mitnehmen!). Nachdem auschecken aus dem Hostel bestiegen wir gegen 18Uhr unseren Bus und waren dann um 23Uhr auch schon wieder daheim.

DSC04447Auf dem Weg zur Festung: eine Straße über den Häusern ô.O

DSC04445Ein weiteres Pseudonym des vielbeschäftigten Farin Us?

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Ausblick von der Vysehrad-Festung

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DSC04479Die Burg von der Festung aus gesehen.

DSC04485                     Der Freund fotografierte auch mal sein Essen (Hint: Mein Tablett ist das hintere, mit der ungefähr doppelten Menge…)

Fazit: Ein unglaublich schöner, harmonischer Kurzurlaub mit viiiel leckerem Essen und Angucksachen. Wie mein Herz bei jedem Art nouveauischem Gegestand durch die Gegend gehüpft ist! Ein Strandurlaub wäre vielleicht eher entspannend für den Körper gewesen, der Prag-Trip war was fürs Herz und Bauch! Dass eins alles zu Fuß locker abgehen kann und nicht ewig in irgendwelchen Nahverkehrscontainer verbringt hat auch was für sich. Unsere Reiseführer-Spaziergänge sind wir übrigens alle sechs Stück innerhalb der drei Tage abgegangen. Kann ich nur empfehlen, wenn man sich gar nicht auskennt. Wir sind natürlich nicht immer genau nach Plan, sondern auch oft einfach drauf los gegangen. Wenn Prag auch an einigen Stellen ein bisschen sehr touristisch ist, findet eins dann doch schnell auch wieder in neutralere Gebiete. Da diese wunderbare Stadt nur 5 Stunden entfernt ist, bieten sich da zukünftige Wochenendbesuche (zu Mucha, dem CountryLife und dem süßen 2ndHand-Laden!) sehr an. Prag du bist so schöhön!

Southside 2013

Die Zivilisation hat mich wieder! Nach vier Tagen Southside-Festival bin ich wieder daheim und ganz schön geschafft! Aber das war es auf jeden Fall wert!

southside

Wir sind bereits am Donnerstag hingefahren, da ich die letzte Woche sowieso Urlaub hatte und wir uns die Fahrt und das Aufbauen unseres Zeltes dadurch ein bisschen stressfreier vorgestellt haben. Was es wohl auch war. Unsere Hinfahrt war den Umständen entsprechend (Gepäck, nervige Menschen, wenig Platz) ganz okay. Nach vier Stunden waren wir dann auch da.

Auch dieses Jahr waren wir auf dem „Grüner Wohnen“-Campingplatz. Das heißt einfach, dass die Menschen, die sich dafür entscheiden dort zu zelten, nachts eher ruhiger sind und nicht jedes zweite Zelt seine Boxen auspackt und noch Party macht, das der Platz nicht so zugemüllt wird und überhaupt ein bisschen Rücksicht aufeinander genommen wird. 2011 wurde das Grüner Wohnen zum ersten Mal angeboten, war schon sehr toll und sehr günstig gelegen. Letztes Jahr war es leider sehr weit vom eigentlichen Festivalgelände entfernt. Der Weg dorthin führte über den „normalen“ Campingplatz mit all seinen betrunkenen, ekligen, lauten und sonstigen menschlichen Abgründen. Dieses Jahr wurde das Green Camping ein bisschen mehr angepriesen und hat auch mehr Platz bekommen. Glücklicherweise war es dieses Jahr sehr toll gelegen, mit eigenem Eingang, auf der gegenüberliegenden Seite des normalen Campingplatzes. Es gab sogar extra einen Shuttlebus zwischen Haupteingang und dem Grüner Wohnen-Bereich. Diesen haben wir bei der Ankunft aber wohl gerade verpasst und da es auch schon spät war und niemand wusste, ob und wann er das nächste Mal vorbeifahren würde, entschlossen wir uns mit noch zwei anderen den Weg zum Grüner Wohnen alleine zu finden. Das klappte auch sehr gut und so konnten wir uns dann im Halbdunkel einen schönen Platz suchen und unser Zelt aufbauen. Inzwischen sind wir darin ja sehr geübt und hätten das wohl auch im komplett Dunklen geschafft. Aber durch das Flutlicht ging das doch ein bisschen schneller. Da das Partyzelt, in dem auch nach den Konzerten in der Nacht noch gefeiert werden konnte, mitten auf dem normalen Campingplatz lagen, entschieden wir uns gegen einen Tanzbesuch dort.

Der nächste Morgen fing schon warm an, so dass unser Zelt ziemlich schnell auch aufhitzte und wir den Schatten davor suchten. Wir machten uns vormittags auf den Weg zum örtlichen Supermarkt und deckten uns noch mit restlichen Lebensmitteln ein. Gegen Mittag kam dann noch ein Freund vorbei und konnte sein Zelt auf dem verbleibenden Platz neben uns errichten. Pünktlich zu ersten Band gingen wir zu den Bühnen.

Der Freitag in Bands:

Kvelertak => Erste gesehene Band. Habe mich schon sehr auf sie gefreut, waren dann auch sehr gut!

kvelertak
Peace
Deap Vally => Sehr coole Zwei-Frau-Combo, die richtigrichtig gut waren! Auf jeden Fall eine Entdeckung.

deap valley
Frank Turner & the Sleeping Souls => Wie immer ein Traum! Besonders schön war auch hier wieder „Glory Hallelujah“:

frank turner
Steven Wilson
Get Well Soon
Jimmy Eat World
Alt-J => Letztes Jahr noch im Zelt, dieses Jahr auf der großen Bühne. Sehr schön.
Archive => Auf Platte tatsächlich besser als live. Ein bisschen enttäuschend.

archive
Triggerfinger => Nachdem das Konzert James Gandolfini gewidmet wurde und ich erst mal in Tränen ausbrach, ganz gut.
Passenger => Ein Lied haben wir durchgehalten, dann überwiegte die Platzangst im Zelt.
The Smashing Pumpkins => Live wirklich sehenswert. Auch wenn ich ja gestehen muss, dass ich nicht ein einziges Lied kannte. Schande auf mein Haupt, jaja.

smashing
Queens of the Stone Age => Von weiter weg gesehen, ganz okay.
The Parov Stelar Band => Waren hier auch für ein paar Lieder im Zelt. War aber schon viel zu müde, um da noch mitzutanzen.

Nach der Parov Stelar Band gingen wir bereits Richtung Schlafplatz, machten und bettfein und schliefen dann doch sehr schnell ein.

Der Samstag war unser Haupt-Band-Tag. Auch dieser startete wieder warm und trieb uns aus dem Zelt. Nach dem Frühstück und dem Aufhübschen ging es auf das Festivalgelände.

Folgende Bands sahen wir am Samstag:

Extra Large => Hip Hop mit ganz tauglichen Texten.
Average Engines => Haben Glitzer-Pistolen unter Publikum gebracht und waren auch sonst ganz lustig.
Me => Ziemlich muse-ig, aber gut hörbar.
Macklemore & Ryan Lewis => Funktionierte in der Masse sehr gut! Und was für eine gute Entscheidung, sie aus dem Zelt auf die große Bühne zu verlegen! Bei „Same Love“ ein paar Tränchen verdrückt:

Swim Deep => Leider enttäuschend.
Boysetsfire
Tegan and Sara => Zum ersten Mal live gesehen. Fand sie sehr toll! Hätte mir noch ein paar mehr typische Ansagen gewünscht. Neuer Song, der sehr toll live war „Now I’m All Messed Up“:

tegan and sara
The National => DAS Highlight. In der ersten Reihe, der Matt war wieder sooo intensiv dabei. Natürlich viel zu kurz, aber wunderwunderwunderschön!
http://www.youtube.com/watch?v=bLmcl1AOfWk

(Da kann man sich schon mal ein ganzen Konzert anschauen)

national
Portishead => Immernoch in der ersten Reihe, sehr schönes Konzert, leider nur die Hälfte gesehen wegen
Rammstein => Habe ich noch nie live gesehen. Waren sooo gut! Eine wunderbare Theaterinszenierung mit Feuer, Raketen und Peniskanonen.

rammstein
Sigur Rós => Sehr schön, die Hälfte des Publikums saß. Leider hat mich auch hier wieder die Müdigkeit umgeworfen.

Nach Tegan and Sara, The National und der fulminaten Rammstein-Show war ich schon ziemlich müde und fertig. Sigur Ros habe ich zwar noch ein paar Lieder lang zugehört, was auch sehr schön meditativ war, aber dann musste ich doch ins Bett.

Am Sonntag konnten wir länger schlafen, es war kühl und bewölkt. Wir gingen wieder rechtzeitig zu den Bühnen und sahen:

Fidlar => Bisschen langweilig.
Miles Kane => Auch eher langweilig.
The Stanfields => Country-folkig und ganz gut zu hören.
Goldmouth => Vollkommen Berechtigte Gewinner-Band des Schooljam Contests.
Frightened Rabbit => Live immer sehr toll, leider war der Sound ganz vorne sehr schrecklich, weiter hinten ging es dann doch ganz gut.

The Kyteman Orchestra => Mein Überraschungsauftritt dieses Jahr. Ein Orchester mit Punk-, Hip Hop-, Chor- und Musical-Elementen, das wirklich so gut live funktionierte.

(Skipped man da ein bisschen durch, zeigt sich deren Vielfalt)

kyteman
The Maccabees
Every Time I Die
City & Color
Turbostaat => Tolles Konzert. Auch wenn ich eher die älteren Stücke kenne, war es sehr gut!

Editors => Auch ziemlich gut. (Warum hat mir noch niemand diesen Sänger gezeigt?!) Leider habe ich Papillion verpasst.

Am Nachmittag scherzten wir kurz rum, dass wir ja bereits heute Abend fahren könnten. Interessante Bands würden dann eh nicht mehr spielen und wir müssten nicht mit dem Mob morgens nach Hause fahren. Wir sahen noch ein paar Bands an und dann kamen wir wieder auf das Thema früher heim zu fahren. Mit zunehmender Müdigkeit klang der Plan gar nicht mehr so abwegig. Wir holten die Zugverbindungsinfos von Tuttlingen nach München ein und entschlossen zwischen zwei Konzerten schon mal alles zusammen zu packen und den Zug gegen halb neun zu nehmen. Gesagt getan. Die Rückfahrt war dann auch sehr ruhig. Die vier Stunden zogen sich zwar ziemlich in die Länge, aber wenigstens hatten wir quasi ein Wagon für uns ohne nervig-aufgedrehte Menschen. Gegen eins waren wir dann auch daheim und nach einer Dusche fühlte ich mich ein bisschen neugeboren. Das Rauschen/Drücken in den Ohren hielt jetzt noch einen Tag, trotz permantenten Oropaxeinsatz an. Und ich bin schon fast wieder im hier angekommen.

Nächsten Jahr hoffe ich auf ein paar mehr gute Bands, die eher über die drei Tage verteilt sind. Auf jeden Fall bin ich wieder sehrsehrsehr überzeugt worden vom Green Camping-Bereich, immer wieder! Was auch noch schön wäre, wäre ein paar mehr Performance/Artisten/Darsteller-Menschen. Letztes Jahr gab es vormittags in einem der Zelte kleine Zirkus/Artistikvorführungen und riesen Marionetten. Dieses Mal gab es leider nur drei Inspector-Gadgetige-Menschen, zwei Steinbeiser-Menschen und diese beiden sehr authentischen Security-Riesen.

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Rauhnächte

Das allgemeine Weihnachts- und Neujahrüberfressungskoma hielt bei mir ganz schön lange an. Ich habe viele Jahresrückblicke gern gelesen, war zu einem eigenen aber teilweise zu faul, zum Teil erinnere ich mich gar nicht mehr so genau an alles. Man wird ja auch immer älter, gell.

Aber fangen wir von vorne an.

Weihnachten. Nach ein bisschen hin und her, wo wir denn dieses Jahr Weihnachten feiern sollen, entschlossen sich meine Eltern doch dazu, zu uns nach München zu kommen. Die restliche Familie hier würde auch kommen und es wäre dann ja auch eigentlich so wie immer. Massenweihnachtsesseneinkaufe auch so wie immer. Bis dahin war alles ganz normal, ein bisschen stressig, aber eben auch so wie immer. Dann rief mich am 24. meine Oma sehr aufgebracht an, was denn heute überhaupt los sein, sie wisse nämlich von gar nichts. Nach einem Rundruf stellte sich heraus, ihr hatte anscheinend wirklich niemand Bescheid gesagt, für alle anderen (Onkel + Tantenfamilie) war die Sache ja klar. Ich versuchte sie also zu besänftigen und zu überreden, doch herzukommen. Immerhin wären wir ja gerade dabei alles vorzubereiten und das Essen ließe sich auch nicht so einfach wegzaubern. Dabei habe ich richtig gemerkt, wie ich mich selbst aufgeregt habe, weil ich so ein stures und unflexibles Denken „Mir hat ja niemand was gesagt, also komme ich auch nicht, ob Weihnachten ist oder nicht, interessiert mich doch nicht!“ zunehmend genervt hat. Aber gut, sie wollte schließlich doch kommen.

Zum Essen gab es panierten Fisch beziehungsweise Schnitzel und Kartoffel-Gurken-Salat (für mich ein Veggie-Schnitzel), wie jedes Jahr. Da ist meine restliche Familie sehr eisern. Mein Vater gibt sich jedes Jahr viel Mühe beim Kochen und bereitete auch dieses Jahr wieder ein paar außerplanmäßige Gerichte wie Mangold-Tomaten-Ratatouille oder Mangold-Salat zu. Ich fand alles sehr lecker, der Rest verschmähte das meiste. Im Vorhinein überlegte ich mir, dass ich mein derzeitiges Lieblingsdessert auch gerne anbieten würde. Ich hätte allerdings damit rechnen müssen, dass sie auch nicht von allen probiert werden würde. (2 x „Ich mag keine weiße Schokolade.“ (!) 1 x „Ich esse keinen zur Zeit keinen Zucker“ (Es. Ist. Weihnachten.)) Tja, also mehr für mich.

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Hier das Dessert von Frau Feinschmeckerle das „Weißes Hüftgold“

 Nach dem Essen konnte ich ein bisschen mit meiner 8-jährigen Cousine, die ich leider viel zu selten sehe, spielen. Nach ein paar Runden Uno, MaunzMaunz und Rummikub gab es dann schon die Bescherung. Wie gut meine zwei verschenkten Bücher „Die Pop-Up  Girls – Abenteuer im Papierland“ und „Ottoline und die gelbe Katze“ jetzt wirklich bei meiner Cousine angekommen sind, muss ich wohl erst noch erfragen, ihre ganze Aufmerksamkeit richtete sich nämlich auf ihr neues Schminkkästchen.  Dafür kam mein Fotobüchlein für alle sehr gut an. Werde wohl auch in nächster Zeit vor allem persönliche (Foto-)Geschenke unter die Leute bringen, das sieht man die Freude richtig. Ich bekam von meinen Eltern einen silbernen Schmuckbaum. Das Ding ist ja ganz schön anzusehen und auch praktisch, aber wie bei den meisten Geschenken meiner Eltern eigentlich ein wenig unnötig. (Oder wie eine Freundin es formulierte: „Ein Schmuckbaum? Das brauchen doch nur Püppchen und Heimchen.“) Und dann war der Heilige Abend auch schon wieder vorbei. Trotz all dem Stress war es wirklich schön, mal wieder alle zu sehen und mal wieder die gleichen Geschichten zu hören. Meine Eltern fuhren am nächsten Vormittag und nahmen zum Glück einen Großteil des Essens mit.

Von meinem Freund hatte ich bereits am 24. nachmittags das überhaupt beste Geschenk bekommen: eine lilane Ukulele! Ich übte ein bisschen herum und konnte dank einiger Youtube-Tutorials nach nicht mal einer Stunde schon „Bruder Jakob“ zupfen.

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„You can play the ukulele too it is painfully simple
Play your ukulele badly, play your ukulele loudly“

Mein Freund feierte mit seiner Familie Weihnachten. Am ersten Weihnachtsfeiertag fuhr ich mit der restlichen Weihnachtsnachspeise zu ihnen. Dort gab es natürlich auch noch mal das volle Menüprogramm mit Petersilienwurzelsuppe, Französischen Kartoffeln, blanchiertes Gemüse, irgendwas Fleischigem und andere Leckereien, die das zu mir genommene Fett wohl schon wieder aus meinem Hirn verdrängt hat. Und mein Nachtisch schmeckte auch allen. Ein indisches Kochbuch, eine Kraken-Haarschleife und ein paar Badepinguine fanden über den Umweg des Christkinds (beziehungsweise des Weihnachtsmanns, Santa Claus und des fliegenden Spaghettimonsters) auch noch zu mir.

Es war ein sehr schöner Tag mit viel Gemütlichkeit, gutem Essen und einigen Rummikub-Partien. Zwischendrin kam noch ein bisschen mehr Familie mit zwei wunderbaren und tobenden Kindern. Besonders schön dabei war der erste Satz der 4jährigen an mich „Dich kenn ich noch. Dir hab ich auf den Schoß gepupst!“

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Regenbogen über Schwabing

Am zweiten Weihnachtsfeiertag ging es abends zu einer Freundin zum gemeinsamen Depp/Burton-Filmabend. Auch hier sollten wir keine Gelegenheit für aufkommenden Hunger haben: es gab schließlich Käse-Fondue. Zu fünf sahen wir zuerst Dark Shadows und dann noch Ed Wood. Dark Shadows habe ich zum ersten Mal gesehen, fand ich ganz gut, halt sehr burtonesk. Ich empfand nur die Charakterentwicklung eher mau und meines Erachtens wurde viel zu viel (potenziell gute) Geschichte in zu wenig Zeit gestopft (7/10). Ed Wood mag ich, weil er abgedreht ist und Bela Lugosi (alias Martin Landau) drin hat (7/10). Dazwischen kam es noch zu einer kleinen Geschenkübergabe, jetzt kann ich auch endlich anfangen, Neil Gaiman und auch wieder mehr SciFi zu lesen.

Gerade die beiden Feiertage fand ich sehr gemütlich und entspannend.

Ich habe das Gefühl, mit immer mehr Abstand zu meiner eigenen Familie diese objektiver und „realistischer“ sehen zu können (wenn das überhaupt geht). Nehme ich mal meine Eltern da weitestgehend raus, fühle ich mich mit den Restlichen nicht wirklich verbunden oder erfahre von ihnen irgendwelche Gefühle. Das mag natürlich daran liegen, dass wir uns nicht so häufig sehen, andererseits ist meine (deutsche) Familie auch einfach nicht besonders „herzlich“ oder trägt das Herz einfach weniger auf der Zunge. Das soll gar nicht so böse klingen, ich glaube, das ist bei mir einfach ein erweiterter Abnabelungsprozess und die Erkenntnis, dass es mir wahrscheinlich in der Wahlfamilie besser geht als in der Herkunftsfamilie.

Nach einem Ruhetag um sich vom ganzen Essen erholen zu können, ging es dann zu einem Freund zum Looper gucken und Pizza essen. Eigentlich kann ich gar nicht so genau sagen, wie ich Looper fand, da ich die ersten 20-30 Minuten damit verbrachte mich an den HD-Fernseher zu gewöhnen. Ich weiß nicht genau woran es lag, aber es wird wohl die Mischung aus digital und in HD gedrehter Film + HD-Fernseher sein, der mir den Einstieg so schwer machte. Kameraschwenks die ruckelig und viel genauer wirken als ich das gewohnt bin, führen bei mir nicht zu einem „Uh, das ist ja voll nach der Wirklichkeit aus“ sondern eher zu Kopfschmerzen. Dieses schärfer als die Realität muss ich wohl nichts angucken. Dem Argument der Freunde, dass man sich daran ziemlich gewöhnt, möchte ich erst mal nicht glauben. Aber wer weiß, vielleicht muss ich ja in zwei Jahren über diesen Eintrag schmunzeln… Lopper jedenfalls fand ich soweit aber ganz gut. Ich mag es ja immer Filme zu sehen, von denen ich noch gar nichts weiß und so grübelte ich die erste Zeit zusätzlich drüber nach, ob das jetzt eigentlich wirklich Joseph Gordon-Levitt ist oder einer anderer Schauspieler, der ihm aber wirklich sehr ähnelt. Ich freue mich schon darauf, den Film in einigen Monaten noch mal ohne HD-Krams anzusehen und vergebe bis dahin 8/10.

Am vorletzten Tag des Jahres fuhren wir nach Bad Füssing zu der Oma des Freundes. Mit Schwiegerschwester und Schwiegerschwesterfreund ging es dann ins Thermalbad. Man möchte ja nicht meinen, dass es dort einen Tag vor Silvester so zugehen kann, aber es war halt auch Sonntag. Überall war es voll, außer im „kalten“ 28° Wasserbecken. Dort trauten sich nicht so viele Kurgäste rein, also konnten die Schwiegerschwester und ich dort wieder den Luxus eines leeren Beckens zum ausgiebigen Schwimmen nutzen. Danach ging es dann noch für einen kurzen Abstecher auf den noch geöffneten Weihnachtsmarkt. Rechtzeitig zum Tanz der Haberer und der Druden trafen wir ein, konnten sie in der Menge noch gerade so sehen und spazierten noch ein bisschen übder den restlichen Markt. Anschließend machten wir uns ausgehungert über das leckere indisch angehauchte Reis-Gemüsegericht her.

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Mein Silvesteroutfit. (Schwererkennbar: der passende graue Glitzernagellack)

Am 31. feierten wir in einer sehr netten Runden bei der Depp/Burton-Filmabend-Freundin und ihrem Mann Silvester. Besonders schön dort war, neben dem leckeren Käse-Spinat-Fondue, allerlei Salaten und der mitternachtlichen Käseplatte, der Ausblick. Man kann von dem über zwei Stockwerke reichenden Fenster aus auf fast ganz München gucken. Zumindest auf die wichtigen Stadtteile. Ganz links sieht man noch den Olympiapark (welcher wiederum ja mein Aussichtshighlight daheim ist), dann Schwabing/Maxvorstadt, die komplette Innenstadt, rechts dann noch die Au und Giesing. Und überall Feuerwerkelts vor sich hin. (Ich bin ja ein großer Feuerwerk-Aktiv-Gegner und noch größerer Feuerwerk-Passiv-Genießer. Solange ich nicht mittendrin stehen muss, finde ich die Blitze, Farben, das Zischen und Sausen ja super.) Glücklicherweise konnte ich ein paar Tage zuvor die letzten drei vorrätigen Bleigieß-Sets in einer Drogerie abgreifen und so konnte das traditionelle Zukunftsgießen auch veranstaltet werden. Allerdings habe ich dieses Jahr einen ganz lahmen Tropfen gegossen, der somit auch nicht den Weg in meine Bleigussformensammlung erhalten hat. Ein weiteres Highlight des Abends waren die Luftballons. Klingt jetzt vielleicht merkwürdig, aber man glaubt gar nicht, wie lange sich Erwachsene daran erfreuen können gegenseitig mit bunten, langen Luftballons abzuschießen. Das kann einige Zeit so gehen. Wirklich. Am Ende entstand auch noch ein bisschen Kunst daraus:

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Das Luftballon-Statuen-Bild

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Das Käseplattengelage mit obligatorischer Knabberbox und Resten des Bleigießens.

Da das neue Jahr ja so gut anfangen soll, wie das alte aufgehört hat, ging es am 1.1. direkt mal wieder zu Freunden zum Burger machen, essen und Vertigo gucken. Nach zwei Burger musste ich mich allerdings geschlagen geben und rollte den Rest des Abends stöhnend vor mich hin. Vertigo wollte ich schon lange mal angucken und freute mich schon darauf. Ich mag Hitchcock-Filme ja generell sehr gern und Vertigo zählt für mich zu einem der Besten. Die Atmosphäre, die typische Hitchcock-Suspense und der Plot-Twist veranlassen mich zu einer 9/10 Bewertung.

Spannend ging es weiter: am nächsten Abend ging es zu anderen Freunden zum Dexter-gucken. Inzwischen sind wir bei der siebten Staffel und wollten die restlichen vier Folgen gemeinsam zu viert ansehen. Dazu gab’s unser Standard-Dexter-Essen: Spätzle mit Soß! (In diesem Fall aber ohne Soße aber mit Käse.) Manchmal hat man so eine Verbindung zwischen Serien/Filmen und Essen. So ähnlich wie bei Musik und Orten vielleicht.

Die letzten Tage ging es hier wieder ein bisschen ruhiger zu. Abwechselnd gucken wir New Girl (meistens als Frühstücksserie) und Downton Abbey (als Mittags- und Abendessenserie). Beide sehr zu empfehlen. Ansonsten müssen wir beide noch viel für das Studium machen. Ich kann mich zur Zeit nicht so sehr dafür aufraffen und habe lieber schon einmal nach Stellenangeboten gesucht. Ein paar davon klingen ganz interessant. Nicht unbedingt das Feld, in das ich am liebsten gerutscht wäre, aber um in eine Beratungsstelle zu kommen, sollte mindestens 2-4 Jahre (Beratungs-)Erfahrung haben. (Woher ich die allerdings dann bekommen sollte, wenn ich nicht wieder zig Monate im Praktikum stecken möchte, weiß ich auch noch nicht wirklich.) Bis lang habe ich jetzt schon mal eine Bewerbung formuliert und mache mich demnächst daran alle Zeugnisse und Praxisbewertung einzuscannen. Am meisten Bammel habe ich jetzt schon vor den möglichen Bewerbungsgesprächen, aber wir werden sehen wie’s läuft…

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Frohes Neues ❤