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Maifeld Derby 2014

Uhu, Festivalzeit \o/

Das Line-Up hat es uns dieses Jahr leicht gemacht, wie wollten unbedingt zum Maifeld Derby in Mannheim. Also sind wir am frühen Freitagmorgen voll bepackt in Richtung des Münchner ZOBs gewandert und haben einen Fernbus direkt nach Mannheim bestiegen. Dort angekommen haben wir uns erstmal orientierungslos am Bahnhof nach einem Supermarkt umgeguckt. Irgendwann kreuzte dann auch ein Lidl unseren Weg und wir haben unseren Proviant für die nächsten Tage gleich eingetütet und mit dem restlichen Gepäck umher geschleppt. So ging es dann weiter mit Straßenbahn und Bus zum Maimarktgelände auf dem das Festival stattfindet. Nach einem schweißtreibend Marsch zum Haupteingang inklusive Check-In und Festivalbändchenumschnallung ging es weiter zum nahen Campingplatz. Für Freitag Mittag waren dort auch schon einige Zelte aufgebaut und wir begannen auch gleich damit. Im Zeltaufbau und -ausstaffieren sind wir ja inzwischen Profis also ging das auch recht zügig.

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Das aufgebaute Zelt, zuhause für die nächsten 4 Tage.

(Ab hier: aus drastischen Akkuspargründen nicht mehr gaaanz so viele Fotos. Quasi gar keine vom Festival direkt… -.-)

 Nachdem wir uns im Zelt so weit häuslich eingerichtet hatten, gingen wir zum eigentlichen Festival-Gelände und sahen uns dort schon mal um. Aha, dort die beiden Zelte, da die Bühne, hier die Essensstände und da hinten die drei größeren, aber abgesperrten Renn- oder Turnier- oder was auch immer das normalerweise ist… Pferdesprung-Felder. Alles relativ übersichtlich. Dem eigens für das Festival gedruckte umfangreiche Programm konnten wir entnehmen, dass wir wohl unser Geld in „Derby Dollar“, die offizielle Festivalwährung umtauschen müssen. Wir erhielten also unser Spielgeld für die nächsten Tage. (Eigentlich ja eine nette Idee mit psychologischer Wirkung und eventuellen Hintergedanken.) Die ersten Derby Dollar tauschten wir dann auch gleich um und genehmigten uns erst mal ein Handbrot. Das mit Champignons und viel Käse gefüllte Brot sättigte auch ganz gut.

Pünktlich zur ersten Band, Laura Carbone fanden wir uns dann auch vor der Open Air-Bühne ein. Ich hatte im Vorhinein zwar eine Spotify-Playlist mit einigen Bands und Künsterlinnen des Festivals gehört, an Laura Carbone konnte ich mich aber nicht erinnern. Die Band rund um die Frontfrau war ein guter Einstieg, musikalisch ziemlich gut, auch wenn alle sehr bemüht cool waren (und dabei vielleicht ein bisschen der eigentliche Charme oder die Leidenschaft auf der Strecke blieb). Anschließend ging es zu einer Bühne mit dem schönen Titel „Parcours D’Armour“ auf dem Kristian Harting spielte. Die Bühne war die kleinste dafür konnte man direkt auf der Tribüne sitzen und darauf gucken. Kristian Harting war jedenfalls sehr gut auf dieser Bühne aufgehoben, er spielte und loopte seine Gitarre und sang dazu mit einer wunderbaren Stimme, hinter ihm die startenden (Segel-)Flugzeuge des nahgelegenen Flugplatzes. Sehr schön.


Der Timetable war so aufgebaut, dass auf den jeweils 4 Bühnen 2 Auftritte (oft zeitlich ein wenig versetzt) stattfanden. Wer also viel mitbekommen wollte, musste viel gehen. Und das taten wir. Rah Rah aus Kanada beispielsweise überraschten mich im Palastzelt mit einem super Sound, lustigen und vielseitigen Musikerinnen und Musikern und verbreiteten eine gute Stimmung.

Nach ein paar Liedern wollte ich zur anderen Zeltbühne gucken, da mit Ed Schrader’s Music Beat schon im Vorfeld gut gefielen. Irre, zwei Typen aus Baltimore an einer Floortom (Trommel, für diejenigen, die nicht verwandt oder verschwägert mit diversen Schlagzeugern sind) und einem Bass, die musikalisch an Joy Division und humortechnisch an die Die Doofen erinnern. Ganz großartig!

(Hier lohnt es sich mal etwas reinzuscrollen, ab 4:40 hört man die eigentliche Stimme des Sängers)

La Femme kamen danach auf der Open Air-Bühne dran und die waren ja auch toll. Eine Sängerin/Keyboarderin und vier Jungs an Keyboards, Schlagzeug und Gitarre mit viel französischem Punk-Charme und tanzbaren Beats.

Davon sahen wir ziemlich viel, deswegen reichte es für Fenster nur noch für 2, 3 Lieder, auch nett. Lucy Rose, eine Singer-Songwriterin mit Band war musikalisch gut, aber irgendwie wenig überraschend. Deswegen weiter zu Fjørt ins andere Zelt: guter, deutsch gesungener Hardcore, ich war positiv überrascht und hätte dann doch mehr von den Jungs sehen können.

Um kurz nach acht Uhr ging es dann zu meinem anfavorisierten Bilderbuch-Konzert. Die Wiener Jungs sind wunderbar selbstironisch, mit viel Schmäh und noch cooleren Beats und Texten. Mit einer der besten Performances dieses Festivals. Vollkommen zu Recht also der derzeitige Hype um die Band.

Vor dem Parcour d’amour standen dann schon lange Schlangen um Clickclickdecker zu sehen, also wanderten wir wieder zum Festival-Zelt in dem die härteren Klänge angeschlugen wurden. Raketkanon waren durchschnittlich, gut.
Da wir aber unbedingt Die Höchste Eisenbahn sehen wollten, stellten wir uns doch schon mal an die immer noch existierende Clickclickdecker-Schlange an, sahen dann noch etwa 2 Lieder von ihm und warteten dann auf die Eisenbahner. Die beiden Singer-Songwriter Francesco Wilking (den eins vielleicht von Tele kennen könnte) und Moritz Krämer kamen dann auch schon bald mit Schlagzeuger und Bassisten/Keyboarder nach dem gemeinsamen Equipment-Aufbau auf die Bühne. Moritz Krämers Stimme finde ich so schön, der könnte mir einfach alles vorsingen. (Daher empfehle ich auch sehr seine Solo-Sachen!=> ) Das Konzert war wunderbar, warm und lustig, tanzbar und nachdenklich. Toll!

Die!Die!Die! haben mir letztes Jahr auf dem Phono Pop-Festival ja ganz gut gefallen, hier war allerdings der Sound dermaßen schlecht abgemischt und Basswummerig, dass wir dann doch „lieber“ zum Poetry Slam guckten. Da hielten wir es aber nach drei Slamern auch nicht mehr aus, einfach nicht meins.
Monochrome hatte ich mir vorhinein herausgeschrieben, da es sich ganz gut anhörte. Live war es aber eher irritierend und nach ein paar Liedern guckten wir rüber zu FM Belfast, gaben denen noch ein paar Lieder Chance uns zu überzeugen und gingen dann doch schon bald schlafen.

Die Nacht war sehr kalt, aber einigermaßen ruhig (zumindest für einen Festival-Campingplatz!) und wir wurden zeitig von den startenden Flugzeugen nebenan geweckt. Die Dusch- und Toiletten-Anlage auf dem Platz war noch recht sauber, also gleich mal Haare waschen, frisch machen und dann frühstücken in der Sonne vor dem Zelt. Wir hatten es immerhin geschafft ein Glas (*pssssst*) mit Ajvar auf den Platz zu schmuggeln. Frischkäse und Semmeln und das beste am Campingleben: morgens kalter Kakao! Bis zu ersten Band hatten wir noch ein paar Stunden, die wir ja nicht auf dem Campingplatz versauern lassen wollten. Also husch, schnell in einen Bus gesprungen und dann zum Luisenpark gefahren. Den hatte mir jemand auf Twitter als eine der schönsten Parkanlagen Deutschlands empfohlen (Danke dafür!). Also wir unwissend hingetingelt. Ja, da ist eine Parkanlage, steht auch Luisenpark dran, aber da ist eine Kasse und für den Eintritt soll eins zahlen. Na gut, dachten wir uns, wenn eins sogar dafür zahlen muss, muss ja iiirgendwas dran (beziehungsweise drin) sein. Und das wars dann auch: als ich den ersten Lageplan sah, konnte ich meinen Augen gar nicht wirklich trauen: da gab es ja Schildkröten! Und Eulen! Uuund Pinguine! Wie viel besser kann denn so ein Park bitte sein?! Da wir eh nur gut zwei Stunden eingeplant hatten, beeilten wir uns um möglich viel zu sehen. Vögelvolieren mit allerhand kleinen und großen Vögeln, Äffchen, Flamingos, einen Nasebär, viel Wiese und Rumtobefläche, ein Trampolinareal (zu wenig Zeit, leider!), ein Chinesicher Garten, ein Terrarium (mit gähnender Riesenschlange!)- und Aquarium-Bereich (mit Piranha, Rochen, sehr flinken und lustig anzusehenden Putzergarnelen) und eben Schildkröten! Und Eulen (soooo toll mal wieder welche von ganz nah und zwinkernde zu sehen!) uuuuuuund Lieblingspinguine! Bei den Pinguinen hätte ich auch noch Stunden sitzen können und mir angucken können, wie sie in der Sonne plantschen und sich jagen und rumschnorcheln. Aber: die Zeit! Wir legten aber wohl ein ganz gutes Tempo vor und sahen auch alles, was wir sehen wollten und das klingt beim Lesen vielleicht alles ziemlich gehetzt, es war aber wunderschön und erholsam! Die Verbindung aus Spielplatz, Zoo und Botanischer Garten gefiel mir gut, auch wenn ich gar nicht länger über die mir viel klein vorkommenden Tiergehege nachdenken wollte…

Zurück am dem Festivalgelände kamen wir gerade zu L’Aupaire auf den Parcours d’amour an. Gut gelaunte Band mit schöner Musik. Mozes and the Firstborn waren auch ziemlich gut anzusehen und zu hören, ich wollte aber gerne Solander sehen und ging nach einiger Zeit wieder rüber. Solander fand ich ziemlich gut, saß nur leider etwas abseits vom Schuss, aber das tat der Sache keinen Abbruch.

Bei Anna Aaron aus der Schweiz traf ich den Freund wieder. Die Sängerin mit ihrer Band wirkte wie in ihrem Element, kam bei mir aber leider nicht wirklich an. Also lieber mal rüber zu Buddha Sentenza gelaufen. Dieser Instrumental-Band konnte man super beim sich-reinspielen zu sehen. Und Kudos an den Gitarristen, der in einer Rekordzeit seine gerissene Saite austauschen konnte.

 

Der ultracoole James Hersey trieb uns zu Charity Children, denen wir beim sich ansingen ansahen. Ein bisschen folkiges Of-Monster-and-Men gemischt mit dem diesjährigen Eurovision Songcontest Beitrag aus den Niederlanden (The Common Linnets), also sehr nett anzusehen.

Son Lux war ganz grandios, auch wenn nicht so besonders abwechslungsreich.

Dafür fand ich French Nails überraschend gut. Vor allem weil der Sänger eine ähnliche Stimme wie der einer Lieblingsband hat(, die sich leider vor ein paar Jahren aufgelöst: Kurhaus). Die Texten stammen wohl von dem Sohn eines Bandmitglieds was die auch gleich noch viel sympathischer macht. Wir guckten kurz zu Spaceman Spiff, der mir aber viel zu negativ-trist war und gingen zu EMA. Hier fand ich EMA und die restliche Band sehr nett, der Sound war aber leider nicht der beste und die Musik war mir in dem Moment auch zu unabwechslungsreich. Ich legte also einen kleinen Campingplatz-Trip ein und zog mich wärmer an. Der Tag war zwar wunderschön sonnig, aber gegen Abend wurde es merklich kühler.
Sohn fand ich relativ unspektakulär. Pond aus Australien waren gut drauf und haben sich nett reingespielt. Maria Solheim aus Norwegen auf der kleinen Bühne hatte erstmal einen wunderschönen Akzent in der ansonsten auch ganz wunderbaren Stimme und überzeugte mich mit ihren poetischen Texten. (Die reduzierte Live-Fassung mit Gitarre und den diversen Instrumenten, die ihre Freundin spielte gefällt mir übrigens noch viel besser als die Aufnahmen)

Zu Get Well Soon wollte ich unbedingt, da ich schon so viel Gutes über seine (bzw. ihre) Live-Performance gehört habe, ihn aber beim letzten Southside-Auftritt nur kurz angeguckt habe. Aber: bombastisch, toll! Natürlich trug dazu auch The Grand Ensemble bei, ich weiß gar nicht mehr, wie viele Musikerinnen und Musiker da auf der Bühne standen, aber alles ganz wunderbar und pooow, toll!

Danach ging es gleich pooow-pooow-mäßig weiter, allerdings im etwas kleineren Rahmen mit Lambert. Ein Mann, ein Klavier, eine Maske! Und was für eine! Witzige Performance zu melancholisch-schöner Musik. Eine _der_ Entdeckungen für mich! Das Album kann man auch sehr gut den ganzen Tag laufen lassen.

Ein weiteres Highlight sollte Warpaint werden, wurde es auch. Die vier Frauen haben ihren Sound gefunden und der ist einfach super.

(Nicht der beste Sound und nicht das beste Video, aber ein mega Lied)

Dafür habe ich leider Trümmer verpasst, die ich gerne auch sehen wollte. Zu Motorama setzten wir uns auf den Boden und hörten uns das sehr gute pop-rockige (furchtbares 80er-Wort…hmh) Geschrummel an. Eher an den Editors als an Joy Division, gut hörbar.
Bei Hundreds waren wir noch kurz für ein paar Lieder im Zelt bevor in unser Zelt gingen.

Die Nacht zu Sonntag war schon besser, weil wärmer. Allerdings entschloss sich meine Isomatte dazu die Luft nicht mehr ganz bei sich halten zu wollen und so lang ich irgendwann zwar noch auf der Matte, aber eigentlich auf dem Boden. War aber trotzdem gemütlich, ich mag zelten ja.

Nachdem Frühstück und dem Wild-Haarewaschen auf freier Flur (weil die Damen-Duschen schon gut unter Wasser standen) ging es dann nach Heidelberg. Dort wollten wir uns mit der tollsten Alex, die ich bislang nur über Twitter und unseren FangirlHangouts kannte, treffen. Vom Mannheimer Maimarkt nach Heidelberg sind es mit der S-Bahn auch nur gut 20 Minuten in die Altstadt. Angekommen, Berge und Neckar gesehen, geklatscht. Schön hier! Wir erkundeten zu erst auf eigene Faust die Innenstadt aka Touristenhochburg. Wahnsinn. Ich lebe ja in einer Großstadt mit vielen Touristen, aber in so gehäuften Massen sehe ich die dann doch auch selten (und ja, ich arbeitete bereits auf dem Oktoberfest!). WIr gönnten uns ein Eis, das doch aus so ziemlich 90% Sahnezeug bestand, guckten zum Schloss hinauf, schlenderten durch die Gassen und liefen am Neckar entlang. Und dann war die wunderbare Alex! Das Schloss, das schon von unten ganz toll aussah, sollte von oben ja auch einen schönen Blick auf die Stadt bieten und es gab ein Riesenweinfass! Das wollten wir uns nicht entgehen lassen und schmissen uns todesmutig in eine Seilbahn (zum Glück auf Schienen!), die uns den Berg hinauf brachte. Schloss beziehungsweise Schlossruine gucken fand ich super toll! Dazu dann noch das Riesenfass, schönstes Wetter, eine umwerfende Aussicht und nicht zuletzt die Anwesenheit der wundertollsten Alex machten diesen Heidelberg-Ausflug zu etwas ganz besonderen!

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Meta-Tourismus!

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Das Ergebnis.

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Das „kleine“ Fass

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Und das wirklich große Fass. Eins kann sogar auf das Fass laufen!

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Das ist das Fenster hinter dem Fass.

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Und das bis ich davor ^^

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Was für ein Ausblick!

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Hier sind man ganz gut die eine Fußgängerzone, die wir zuvor abgewandert sind

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Gesprengter Turm von 1693.

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Aber, dann mussten wir doch relativ schnell wieder zurück um pünktlich wieder zu unseren auserkorenen Bands zurück zu sein. Nochmal über die Alte Brücke gestoplert und dann mussten wir uns auch schon wieder voneinander verabschieden.

Zu den Elwins waren wir dann wieder vor der Open Air-Stage. Die Jungs aus Canada haben auf jeden Fall einen guten Sound.

Da wir aber noch etwas essen mussten, gingen wir zum Campingplatz und es gab ein ausgesprochen akzeptables Nudelgericht vom nahen Discounter, dass wir im Tag zuvor dort geholt kauften.
Dann ging es weiter zu den Temples. Diese fande ich auf Platte ganz toll, weil so verspielter Sixties-Sound. Live war es eher enttäuschend, weil ganz anders. Hmh. Naja, hatten wir also Zeit mal bei der Steckenpferd Dressur vorbeizuschauen, die auch gerade auf dem Gelände stattfand. Hier konnten alle freiwilligen mit eben einem Steckpferd eine, nach bestimmten Vorgaben ablaufende, Dressur mit anschließender Kür laufen. Überraschenderweise dann doch sehr lustig.
Aber dann, endlich ein weiteres Lieblingshighlight: Hozier. Seit ein paar Monaten höre ich Hoziers Songs und finde sie (und ihn^^) ganz toll. Mitsamt Keyboarderin, Cellistin und Schlagzeuger ging es dann los. Aller pünktlichst zum Konzertbeginn fing es dann auch an zu Regnen. Netterweise spendierten die Veranstalter eine Regenplane für die vorderen Reihe. Bestimmt nett gemeint, ich hatte aber eine Regencape dabei und stand lieber im Regen und sah dafür die ganze Bühne. Hach, es ist einfach toll, ein Lieblingslied auch mal live zu hören!

St. Vincent hatte im Palastzelt eine super Show, natürlich eine tolle Stimme und hat einfach gerockt! Tollo!


Wye Oak habe ich mir irgendwie besser oder zumindest anders vorgestellt. Aber gut, hatten wir Zeit uns schon mal für The National bereit zu machen. The National waren auch die Headliner des Festivals, also gab es auch einen gewissen Anstrum, aber wir haben noch einen guten Platz in den vorderen Reihen bekommen. Hach ja, die Show war super, die Band war wieder ganz super mit perfektem Timing. Die Lieder gingen mir so sehr an Herz, gerade Hard To Find, dass ich nach ein paar Liedern schon ganz verheult war, aber es war ganz, ganz wunderschön! Matt hat wieder ein bisschen was getrunken, ein bisschen was kaputt gemacht und viel Publikumskontakt gesucht. (Ich kann mich jetzt nur noch wiederholen: GANZ, GANZ TOLL!!!)

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Der Bruder des Sängers von The National hat einen Film mit/über die Band gedreht. Ab nächster Woche im Kino. Freude!

 

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Die Show war pünktlich um 22Uhr zu Ende. Danach war, ähm, nix mehr. Das Festival war vorbei und wir ein bisschen verwirrt. Was sollten wir mit dem angebrochenen Abend machen? Was gabs noch zu sehen? Was sollten wir tun? Wir entschieden uns dann für das allercoolste, was wir in der Situation nur hätten tun können: wir gingen heiß duschen und dann ins Bett.

Das Mannheim Derby war ein wirklich schönes Festival mit einem super Line-Up und einer ganz tollen Atmosphäre! Die Bühnen waren teilweise sehr schön und mit viel Detailliebe geschmückt, das ganze Gelände war stylisch hergerichtet. Wenn die Bands nächstes Jahr wieder so toll sind, kommen wir gerne wieder! o/

Am Montag weckte uns die Sonne nicht mal ganz so früh, wir ließen es ruhig angehen, frühstückten und packten gemütlich zusammen. Als wir dann schon kurz aufgebrochen sind, noch eine kleine Aufregung: ich hatte meine Uhr nicht mehr Handgelenk! Ich ging nochmal alles ab, zurück zum vorherigen Zeltplatz, aber nix. Es musste also entweder irgendwo in unseren Zeug stecken oder ich hatte sie tatsächlich verloren. Half aber auch nichts noch mal alles abzusuchen, wir gingen also weiter. Wir fuhren wieder nach Mannheim und warteten dort auf unseren Bus. Und warteten. 30 Minuten nach der eigentlichen Abfahrt fuhr er dann auch ein. Immerhin bekamen wir einen Platz ganz vorne und hatten so eine prima Aussicht. Auf den Stau. In Karlsruhe musste der Busfahrer eine gesetzliche Pause von 45 Minuten einlegen und wir guckten also die Karlsruher Bahnhofsgegend an. Hint: wohl nicht spannendste an der Stadt. Dann ging es weiter, im Stau. Alles in allem waren wir schließlich 2,5 Stunden zu spät dran. Was für einen Montag abend eigentlich ja nicht weiter dramatisch gewesen wäre, hätten wir noch ein Konzert zu erwischen gehabt. Jaha, nach 3 Tagen Festival ist es doch das verständlichste der Welt erst mal auf ein Konzert zu gehen. Aber was soll eins machen, wenn The National auch gerade in München spielen ❤

Wir rechneten auf der Busfahrt also unsere Chancen aus, noch St. Vincent als Vorgruppe sehen zu können oder nicht. Wurden mit der Zeit unruhiger und sprinteten schließlich los als der Bus dann in München ankam. SCHNELL nach Hause, das Zeug abgeworfen, die Karte geholt und zum Zenith gefahren. Von St. Vincent sahen wir genau noch ein Lied. Dafür kamen wir ohne weiteres in die 3. Reihe und waren von nun an selig. GANZ, GANZ tolles Konzert! Ein Traum! So viele, kleine Momente, Blicke, Betonungen und Feels <333 Phantastischer Abschluss unseres ersten (?) Festivals 2014!

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Southside 2013

Die Zivilisation hat mich wieder! Nach vier Tagen Southside-Festival bin ich wieder daheim und ganz schön geschafft! Aber das war es auf jeden Fall wert!

southside

Wir sind bereits am Donnerstag hingefahren, da ich die letzte Woche sowieso Urlaub hatte und wir uns die Fahrt und das Aufbauen unseres Zeltes dadurch ein bisschen stressfreier vorgestellt haben. Was es wohl auch war. Unsere Hinfahrt war den Umständen entsprechend (Gepäck, nervige Menschen, wenig Platz) ganz okay. Nach vier Stunden waren wir dann auch da.

Auch dieses Jahr waren wir auf dem „Grüner Wohnen“-Campingplatz. Das heißt einfach, dass die Menschen, die sich dafür entscheiden dort zu zelten, nachts eher ruhiger sind und nicht jedes zweite Zelt seine Boxen auspackt und noch Party macht, das der Platz nicht so zugemüllt wird und überhaupt ein bisschen Rücksicht aufeinander genommen wird. 2011 wurde das Grüner Wohnen zum ersten Mal angeboten, war schon sehr toll und sehr günstig gelegen. Letztes Jahr war es leider sehr weit vom eigentlichen Festivalgelände entfernt. Der Weg dorthin führte über den „normalen“ Campingplatz mit all seinen betrunkenen, ekligen, lauten und sonstigen menschlichen Abgründen. Dieses Jahr wurde das Green Camping ein bisschen mehr angepriesen und hat auch mehr Platz bekommen. Glücklicherweise war es dieses Jahr sehr toll gelegen, mit eigenem Eingang, auf der gegenüberliegenden Seite des normalen Campingplatzes. Es gab sogar extra einen Shuttlebus zwischen Haupteingang und dem Grüner Wohnen-Bereich. Diesen haben wir bei der Ankunft aber wohl gerade verpasst und da es auch schon spät war und niemand wusste, ob und wann er das nächste Mal vorbeifahren würde, entschlossen wir uns mit noch zwei anderen den Weg zum Grüner Wohnen alleine zu finden. Das klappte auch sehr gut und so konnten wir uns dann im Halbdunkel einen schönen Platz suchen und unser Zelt aufbauen. Inzwischen sind wir darin ja sehr geübt und hätten das wohl auch im komplett Dunklen geschafft. Aber durch das Flutlicht ging das doch ein bisschen schneller. Da das Partyzelt, in dem auch nach den Konzerten in der Nacht noch gefeiert werden konnte, mitten auf dem normalen Campingplatz lagen, entschieden wir uns gegen einen Tanzbesuch dort.

Der nächste Morgen fing schon warm an, so dass unser Zelt ziemlich schnell auch aufhitzte und wir den Schatten davor suchten. Wir machten uns vormittags auf den Weg zum örtlichen Supermarkt und deckten uns noch mit restlichen Lebensmitteln ein. Gegen Mittag kam dann noch ein Freund vorbei und konnte sein Zelt auf dem verbleibenden Platz neben uns errichten. Pünktlich zu ersten Band gingen wir zu den Bühnen.

Der Freitag in Bands:

Kvelertak => Erste gesehene Band. Habe mich schon sehr auf sie gefreut, waren dann auch sehr gut!

kvelertak
Peace
Deap Vally => Sehr coole Zwei-Frau-Combo, die richtigrichtig gut waren! Auf jeden Fall eine Entdeckung.

deap valley
Frank Turner & the Sleeping Souls => Wie immer ein Traum! Besonders schön war auch hier wieder „Glory Hallelujah“:

frank turner
Steven Wilson
Get Well Soon
Jimmy Eat World
Alt-J => Letztes Jahr noch im Zelt, dieses Jahr auf der großen Bühne. Sehr schön.
Archive => Auf Platte tatsächlich besser als live. Ein bisschen enttäuschend.

archive
Triggerfinger => Nachdem das Konzert James Gandolfini gewidmet wurde und ich erst mal in Tränen ausbrach, ganz gut.
Passenger => Ein Lied haben wir durchgehalten, dann überwiegte die Platzangst im Zelt.
The Smashing Pumpkins => Live wirklich sehenswert. Auch wenn ich ja gestehen muss, dass ich nicht ein einziges Lied kannte. Schande auf mein Haupt, jaja.

smashing
Queens of the Stone Age => Von weiter weg gesehen, ganz okay.
The Parov Stelar Band => Waren hier auch für ein paar Lieder im Zelt. War aber schon viel zu müde, um da noch mitzutanzen.

Nach der Parov Stelar Band gingen wir bereits Richtung Schlafplatz, machten und bettfein und schliefen dann doch sehr schnell ein.

Der Samstag war unser Haupt-Band-Tag. Auch dieser startete wieder warm und trieb uns aus dem Zelt. Nach dem Frühstück und dem Aufhübschen ging es auf das Festivalgelände.

Folgende Bands sahen wir am Samstag:

Extra Large => Hip Hop mit ganz tauglichen Texten.
Average Engines => Haben Glitzer-Pistolen unter Publikum gebracht und waren auch sonst ganz lustig.
Me => Ziemlich muse-ig, aber gut hörbar.
Macklemore & Ryan Lewis => Funktionierte in der Masse sehr gut! Und was für eine gute Entscheidung, sie aus dem Zelt auf die große Bühne zu verlegen! Bei „Same Love“ ein paar Tränchen verdrückt:

Swim Deep => Leider enttäuschend.
Boysetsfire
Tegan and Sara => Zum ersten Mal live gesehen. Fand sie sehr toll! Hätte mir noch ein paar mehr typische Ansagen gewünscht. Neuer Song, der sehr toll live war „Now I’m All Messed Up“:

tegan and sara
The National => DAS Highlight. In der ersten Reihe, der Matt war wieder sooo intensiv dabei. Natürlich viel zu kurz, aber wunderwunderwunderschön!
http://www.youtube.com/watch?v=bLmcl1AOfWk

(Da kann man sich schon mal ein ganzen Konzert anschauen)

national
Portishead => Immernoch in der ersten Reihe, sehr schönes Konzert, leider nur die Hälfte gesehen wegen
Rammstein => Habe ich noch nie live gesehen. Waren sooo gut! Eine wunderbare Theaterinszenierung mit Feuer, Raketen und Peniskanonen.

rammstein
Sigur Rós => Sehr schön, die Hälfte des Publikums saß. Leider hat mich auch hier wieder die Müdigkeit umgeworfen.

Nach Tegan and Sara, The National und der fulminaten Rammstein-Show war ich schon ziemlich müde und fertig. Sigur Ros habe ich zwar noch ein paar Lieder lang zugehört, was auch sehr schön meditativ war, aber dann musste ich doch ins Bett.

Am Sonntag konnten wir länger schlafen, es war kühl und bewölkt. Wir gingen wieder rechtzeitig zu den Bühnen und sahen:

Fidlar => Bisschen langweilig.
Miles Kane => Auch eher langweilig.
The Stanfields => Country-folkig und ganz gut zu hören.
Goldmouth => Vollkommen Berechtigte Gewinner-Band des Schooljam Contests.
Frightened Rabbit => Live immer sehr toll, leider war der Sound ganz vorne sehr schrecklich, weiter hinten ging es dann doch ganz gut.

The Kyteman Orchestra => Mein Überraschungsauftritt dieses Jahr. Ein Orchester mit Punk-, Hip Hop-, Chor- und Musical-Elementen, das wirklich so gut live funktionierte.

(Skipped man da ein bisschen durch, zeigt sich deren Vielfalt)

kyteman
The Maccabees
Every Time I Die
City & Color
Turbostaat => Tolles Konzert. Auch wenn ich eher die älteren Stücke kenne, war es sehr gut!

Editors => Auch ziemlich gut. (Warum hat mir noch niemand diesen Sänger gezeigt?!) Leider habe ich Papillion verpasst.

Am Nachmittag scherzten wir kurz rum, dass wir ja bereits heute Abend fahren könnten. Interessante Bands würden dann eh nicht mehr spielen und wir müssten nicht mit dem Mob morgens nach Hause fahren. Wir sahen noch ein paar Bands an und dann kamen wir wieder auf das Thema früher heim zu fahren. Mit zunehmender Müdigkeit klang der Plan gar nicht mehr so abwegig. Wir holten die Zugverbindungsinfos von Tuttlingen nach München ein und entschlossen zwischen zwei Konzerten schon mal alles zusammen zu packen und den Zug gegen halb neun zu nehmen. Gesagt getan. Die Rückfahrt war dann auch sehr ruhig. Die vier Stunden zogen sich zwar ziemlich in die Länge, aber wenigstens hatten wir quasi ein Wagon für uns ohne nervig-aufgedrehte Menschen. Gegen eins waren wir dann auch daheim und nach einer Dusche fühlte ich mich ein bisschen neugeboren. Das Rauschen/Drücken in den Ohren hielt jetzt noch einen Tag, trotz permantenten Oropaxeinsatz an. Und ich bin schon fast wieder im hier angekommen.

Nächsten Jahr hoffe ich auf ein paar mehr gute Bands, die eher über die drei Tage verteilt sind. Auf jeden Fall bin ich wieder sehrsehrsehr überzeugt worden vom Green Camping-Bereich, immer wieder! Was auch noch schön wäre, wäre ein paar mehr Performance/Artisten/Darsteller-Menschen. Letztes Jahr gab es vormittags in einem der Zelte kleine Zirkus/Artistikvorführungen und riesen Marionetten. Dieses Mal gab es leider nur drei Inspector-Gadgetige-Menschen, zwei Steinbeiser-Menschen und diese beiden sehr authentischen Security-Riesen.

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Flohmarktbelohnungsausbeute

Ja, ich merk das selber, wie oft ich mich zur Zeit „belohne“. Aber man soll ja auch lieb zu sich selber sein!
Letzten Samstag ging es zum ersten Mal auf den Mädelsflohmarkt in das Feierwerk. Eigentlich wusste ich, dass ich nichts brauche und nur ein bisschen mit einer Freundin rumgucken möchte. Welche Vorsätze man sich eben so macht. Aber dann habe ich doch noch ein bisschen was gefunden:

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Eine leichte Tunika (4,-)

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Ein Regenbogenpullikleid (5,-)

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Ein Longshirt mit military Verzierung (1,-)

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Dunkelblaue Jacke mit Knopfleiste an den Ärmeln (1,-)

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Sprühfarben Leggings  (1,-)


Als ich am Montag nach meiner mündlichen Prüfung (über die ich mich immer noch ein ziemlich freue \o/) in der Innenstadt beim Abstimmen gegen die Studiengebühren war, bin ich auch gleich noch ein bisschen in der Stadt geblieben und habe mal die Winterschlussverkaufsangebote durchgesehen. Und was soll ich sagen, ich bin wieder beim Promod gelandet. Wie schon bei meiner letzten Einkaufstour fand ich dort wieder tolle Sachen. Diesmal habe ich aber nur einen Rock mitgenommen:

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Grauer Faltenrock (von 29,95 auf 5,-)

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Am Samstag kam ja auch noch mein Freund aus England wieder, sein Auslandssemester ist jetzt nämlich vorbei. Da er ja mein Faible für bunte Beine kennt (und ich eh noch einige £ übrig hatte), hat er mir die hier mitgebracht:

Strumpfhosen in den Farben rot, petrol, dunkelblau und schwarz. Außerdem lila mit Spitzenmuster und zwei schwarze mit Spitzenmuster. Ich bin entzückt!

Vienna (AFP-Konzertreise pt.2)

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So, es geht also weiter: ich sitze immer noch im Zug.

Bei jeder Durchsage schrecke ich hoch, bei Zwischenhalten gucke ich mal schnell raus und verkrieche mich dann wieder unter meine Kapuze. Glücklicherweise ist der Zug recht leer und so kann ich mich auf zwei Sitzplätzen ausbreiten. Irgendwann, viel zu früh, muss ich in Würzburg umsteigen. Da der Anschlusszug sowieso verspätet ist und ich noch massig Zeit habe, gucke ich mir den Bahnhof an. Eigentlich habe ich auch gar keinen Hunger, aber dann sehe ich eine Pizza Hut-Werbung und bekomme sofort Lust auf was fettiges. Tja, leider gibt es früh morgens in allen vier Bäckerei-Filialen nichts ansprechendes. Wieder im Zug nehme ich mir wieder einen Doppelsitzplatz und kann doch noch ein wenig schlafen.

Am Wiener Westbahnhof soll ich eigentlich abgeholt werden. Ich gucke mich ein bisschen um und sehe nur eine Person mit so einem Abholschild und denke mir noch, wie nett das wäre, so begrüßt zu werden. Ich gucke also noch ein bisschen weiter und gehe den Bahnsteig entlag. Die Frau mit dem Schild lächelt mich an und ich lese erstmals das Schild:

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(Danke an Petra für das nachträgliche Fotografieren)

Ich freue mich wahnsinnig. Das ist also die Petra und sie hat extra für mich so ein Schildchen gebastelt. Die Petra kenne ich über Twitter und hier wiederum über die Linda. Ich finde es immer super interessant Twittermenschen zu treffen, die man davor ja quasi schon „kennt“ und mag. Das Bild, dass man sich so über die Personen gemacht hat, stimmen erstaunlicherweise meistens sehr genau und man findet sofort bequatschbare Themen. Ich mag das sehrsehr gern. Die Linda traf ich im Sommer schon einmal zum Burgeressen in München und hab sie sofort ins Herz geschlossen.

Da die Linda aber erst später ankommt, fahren wir erstmal in Petras tolle Wohnung und liefern mein Gepäck ab. Danach geht es in Richtung Innenstadt zur fachkundige Touristenrumführung.

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Ein Herz für so schöne alte Ladenschilder und Kruschläden.

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Letztes Jahr war ich zusammen mit meinem Freund bereits schon einmal in Wien und fand die Stadt auf Anhieb wunderschön. Wie sollte es anders sein, sind wir natürlich auch wieder wegen eines Amanda-Konzerts verreist. Damals war es Anfang September und ziemlich heiß. Ich erinnere mich da zum Beispiel an einen wunderschönen und unbeschreiblich heißen Ausblick von der Gloriette über die Stadt.

In der Innenstadt (oder was ich als diese wahrnehme) schlendern wir rum, mir werden Anekdoten zu einzelnen Gebäuden oder einfach zu Wien an sich erzählt und ich freue mich erst mal wieder da zu sein und das auch noch mit so einer lieben Begleitung.

Auf den Weg gibts auch noch ein wunderbares Eis. Die Sorten Graumohn und Pferdeapfel (Schokoeisbälle mit Pistazienstückchen) kann ich wirklich nur sehr empfehlen.

Nach ein bisschen mehr rumspazieren landen wir in einem netten Cafe. Dort gibts eine indische Linsensuppe, die uns wieder aufwärmen soll.

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Als es Zeit wird, uns mit der Linda zu treffen, holen wir mein Gepäck ab und fahren zu meiner eigentlichen Dach-über-dem-Kopf-Geberin. Dort sitzen wir noch gemütlich zusammen und plaudern. Die Petra verabschiedet sich und wir beschließen auch bald darauf ins Bett zu gehen – immerhin ist morgen Montag.

Ich liege auf Lindas weichen, warmen Sofa, höre zum ersten Mal seit Tagen einfach nichts und kann mich entspannen. Ich schlafe super gut und wache einigermaßen erholt auf. Da Linda zur Uni muss und ich mich eh noch ein bisschen in der Stadt rumtreiben will, gehts nach einem kräftigendem Frühstück raus.

Wir fahren noch ein Stück gemeinsam, den restlichen Weg ins Belvedere habe ich mir von Linda beschreiben lassen. So finde ich das Schloss dann auch schnell und bin erst mal beeindruckt, dass da einfach so ein Schloss mit Park und allem drum und dran eigentlich mitten in einem Wohnviertel steht.

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Der Blick von der Oberen Belvedere auf das Untere. Wunderschöne Parkanlage unter grauem Himmel.

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Das Wetter ist grau und ungemütlich, bei Sonnenschein würde es mir sicher besser gefallen. Aber so brauche ich mich auch nicht lange in den Parkanlagen aufhalten und geh gleich rein. Zum Klimt. Ich liebe ja Klimt. Dieses Losgelöste, die Frauen und das Gold. Also gehe ich auch zielstrebig gleich auf die Klimt-Sonderausstellungs-Etage und nehme erstmal den falschen Eingang. Darauf werde ich dann auch gleich von einem engagierten Museumsangstellten in Englisch hingewiesen. Er ist so nett und ich kann einfach nicht anders, als auch auf Englisch zu antworten. Ich bin ja schließlich in einem anderen Land und finde es interessant, auch gleich als Touristin wahrgenommen zu werden.
So, aber jetzt zum Klimt. Erst mal finde ich den Aufbau der Ausstellung sehr gut: sie beginnt mit den Anfängen von Klimt in seinen Ausbildungsjahren. Werke von ihm, aber auch von Franz Matsch und Klimts jüngeren Bruder Ernst hängen nebeneinander. Diese ähneln sich noch sehr, bis hin zu exakt gleichen Abbildungen, nur aus einer etwas anderen Perpektive. Im Mueseum darf man nicht fotografieren, also versuche ich mir Lieblingsbilder ganz gut einzuprägen und mir auf jeden Fall die Titel zu merken. Über monetähnliche Blumen- und Landschaftsbilder (dazwischen auch der echte Monet und Egon Schiele) und Porträts gehts dann aber immer mehr in Richtung Klimt-wie-man-ihn-kennt. Die Wände sind versehen mit Zitaten aus der Zeit, von Beobachtern oder Klimt selbst, passend zum Raum. Ein Raum ist den großformatigen und bekanntesten Klimt Bildern gewidmet. Der Kuss auf der einen Seite, Judith und die Wasserschlangen auf der anderen. Der Raum fängt mich sofort ein. Leider auch noch einige andere Personen, sodass ich nach eingehender Aufsaugphase dann auch wieder weitergehe. Neben den Bilder berühren mich am meisten die handgeschriebenen Gedichte, Fotos von Klimt mit seiner Familie und die Todesanzeigen für Schiele und Klimt.

Den Rest des Schlosses gucke ich mir im Schnelldurchlauf an. Einerseits weil ich jetzt eh schon bis oben hin mit Klimtkunstliebe voll bin und mich das restliche nicht mehr so interessiert, andererseits habe ich für den kompletten Rundgang auch nur zwei Stunden Zeit. Während ich so durch die restliche Ausstellung laufe, verspüre ich den Drang doch wieder zu Klimt zurückgehen und dort die verbleibende Zeit zu verbringen. Das mache ich dann aber doch nicht und gucke mir weiter alles an.

Das Gebäude an sich ist aber auch wunderschön. Schöne Decken mit Stuck oder komplett ein-freskosiert. Überall viel zu sehen.

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Besondere Highlights: Natürlich der special Klimt-Raum mit den bekanntesten Werken. Aber auch von Franz Matsch finde ich ein paar wirklich beeindruckend. Zum Beispiel: Leonardo da Vinci playing chess with his muse in einem wunderschönen Rahmen. Von den anderen Ausstellungen fand ich noch den Admiral Tegetthoff in der Seeschlacht bei Lissa II  von Anton Romako und die böse Mutter von Giovanni Segantini ganz toll. Das Bild, vor dem ich allerdings am längsten  stehen bleibe, ist Die Medizin von Klimt. Das habe ich so noch nie im Ganzen gesehen. Und es gibt so viel zu entdecken. Und hach.

Nach einem kurzen Abstecher in den Museumsshop (es gibt sogar Klimt-Aufklebe-Tattoos!), treffe ich mich mit der Linda. Bei der Hinfahrt ist mir der Plattenladen, in dem die Amanda später ihren Instore-Gig spielen soll, aufgefallen, da ein komplettes Schaufenster mit ihren pinken Plakaten zugekleistert war. Mittlerweile wurde allerdings über Twitter bekannt gegeben, dass der Gig ausfällt, das abendliche Konzert dafür aber stattfinden wird. Als ich diese Neuigkeit von der Linda gesagt bekomme, fällt mir doch wieder der Plattenladen mit seinen Unmengen an Postern ein. Kurzerhand machen wir einen kleinen Umweg und stauben wirklich zwei Amanda-Plakate ab. Dann geht es zum Burgeressen.

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Super leckere Burger im Smokey’s.

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Nach der ausreichenden Sättigung mit Burger, Pommes, Salat und vielen leckeren Saucen geht’s weiter zum Shoppen. Meine reizende Begleitung hat leider nur eine kurze Uni-Pause und so reicht die Zeit zu zweit nur zu einem schnellen Sprung in den Forever 21. Es wird Ausschau nach Glitzerkram für das Konzert gehalten. Leider werden wir nicht fündig und müssen uns erst mal wieder verabschieden. Auf eigene Faust gucke ich noch ein bisschen weiter, gucke in Geschäfte rein, erkunde Seitenstraßen, lande in engen SecondHand-Läden und finde dann doch nichts. Außer einer praktischen Tasche in schwarz und blau. In die kommt dann auch gleich der ebenfalls erstandene Wein für das spätere Konzertvorwärmen rein. Irgendwie finde ich zum Museumsquartier und kann von da aus zur Linda fahren.

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Dort angekommen und bereits konzerttauglich umgezogen, finden sich dann auch bald die Hanna und die Lisa ein und wir essen leckersten Fisolensalat, Paprikasalat und Fladenbrot. Hanna und Lisa kenne ich auch bereits über Twitter, aber es ist sehr toll, sie näher kennenlernen zu können.

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Mein Pailetten-Glitzer-Netz-Oberteil mit mehrlagigem Rock (schwer zu erkennen, ich weiß)

Gemeinsam brechen wir dann zum Konzert auf und treffen auf dem Weg noch auf Petra und Lisa. In der Arena angekommen, beginnt dann auch schon die erste Vorband, Jherek Bischoff. Linda und ich versuchen uns einen Weg nach vorne zu bahnen. Jherek ist wie auch schon in Köln einfach gut und beim zweiten Mal hören sind die Songstrukturen noch ein bisschen eingänglicher.

In der Umbaupause kündigt Amanda eine chinesische Tänzerin an, die dann auch die nächsten ~20Minuten tanzt. Wobei es ein sehr langsamer Tanz ist und das alles ist völliger Stille stattfindet. Die Tänzerin scheint wie in Trance, ihre Bewegungen erinnern an eine Art sehr langsames Tai Chi. Das Zusehen ist anstrengend. Vor allem wenn man, wie wir zu diesem Zeitpunkt auch, wenig von der Bühne sehen kann und still sein soll. An sich ist die Performance interessant, aber es ist einfach nicht der passende Rahmen dafür. Ein Rockkonzert auf dem man über längere Zeit steht, ruhig sein und zugucken soll, funktioniert irgendwie nicht so ganz. Was mich dann aber doch wieder sehr berührt: nach der Performance kommt Amanda auf die Bühne und umarmt die Tänzerin lange. Das ist so ein „Auch wenn ein paar zwischendurch geklatscht haben und es ihnen vielleicht nicht so gefallen hat, ich fands super und du warst toll“-Zeichen.

In der weiteren Pause moggeln wir uns weiter vor bis wir eine gute Sicht haben und dann auch schon in der dritten Reihe stehen.

Die nächste Band ist Chads The Simple Pleasure. Auch die fetzen wieder richtig gut. Die Musik ist sehr tanzbar, aber irgendwie bleibt das restliche Publikum eher steif. Welches kleine Detail ich noch sehr schön und bezeichnend für das gesamte Grand Theft Orchestra finde: während des Simple Pleasure-Auftritts rutscht Chads Mikroständer zur Seite, er singt halt einfach in die Knie gehend weiter, es sieht gewollt aus. Aber Jherek, der sich ja immer auch alle Vorbands von der Seite aus mitansieht, geht auf die Bühne und richtet den Ständer wieder gerade und man sieht, wie froh Chad darum ist. Hach so eine Bandfamilie.

In der nächsten Umbaupause wird Neil Gaiman rausgeschickt. Autor und Ehemann von Amanda soll er doch mal ein bisschen was vorlesen, wenn er schon da ist. Er liest zwei wunderbare Kurzgeschichten vor. Die erste fand ich schon ziemlich gut und witzig. Die zweite entlockte mir ein paar Tränen, weil sie einfach so schön ist. Hier sind beide:

Anschließend ist es dann soweit, Amanda Palmer and the Grand Theft Orchestra kommen auf die Bühne. Schon nach den ersten Minuten merke ich den größten Unterschied zum Köln-Konzert: Amanda hat wieder Power. Natürlich ist sie immer noch ein bisschen angeschlagen, aber das ist kein Vergleich zum vorherigen Konzert. Sie schreit und springt und tanzt und rockt. Die Setliste ist so ziemlich die gleiche wie in Köln. Der eindeutig schönste Konzertmoment war für mich bei Bottomfeeder.Hier ist mal ein ganzes Konzert aus New York. Ab Minute 1:15:30 sieht man Bottomfeeder:

Der Moment, kurz bevor sie in die Menge springt, ihren Blick auf die vor ihr stehenden Zuschauer richtet und sich vergewissert, ob die eben auch „bei ihr“ sind und dann einfach so voller Vertrauen in die Menge springt, das war einfach unbeschreiblich. Ich wusste ja schon ungefähr was gleich kommt, aber es war so intensiv. Und dann ist ihr Bauch auf einmal in meinen Händen und ich gehe ein bisschen in die Knie, weil der Sprung schon auch kräftig ist. Und dann wird sie auch schon wieder weitergetragen. Die Stoffbahnen ihrer Jacken liegen noch länger über unseren Köpfen und bedecken uns wir ein Zirkuszelt oder ein Schwungtuch. Wir sind alle gemeinsam darunter, gucken uns glücklich an und versuchen in der Menge Amanda ausfindig zu machen. Ein Gänsehautmoment.

Ein weiterer Unterschied zu Köln ist auch noch, dass hier im Hintergrund eingeschickte Fan-Fotos zu den jeweiligen Songs eingebelendet werden. Im Vorfeld zu den Konzerten konnte man nämlich sieben Fotos zu jeweils einem Thema auf ihrer Internetseite hochladen. In vielen Konzertlocation funktioniert das allerdings nicht, da kein Beamer, keine Leinwnad oder schlichtweg der Platz dafür fehlt. Die Fotos werden sehr schnell hintereinander gezeigt und passen manchmal exakt zur Musik. Ich habe keine Fotos eingeschickt, so kann ich das Ganze „gelassener“ verfolgen. Ein Detail, dass ich auch noch sehr interessant finde: Für das Cover zu In my Room von Yazoo nimmt Amanda ihre vorgelesen Antworten der Fans zum Thema „something bad oder sad happend in my room“ auf. Vor dem Konzert stand ein Kästchen für die Antworten parat, so konnte jeder seine Geschichte erzählen. Diese Aufnahme wird dann während dem eigentlichen Song auch noch dazu eingespielt. Manche dieser Einblicke sind wirklich sehr traurig, andere hingegen wieder komisch, that’s life.

Ansonsten ist es noch ganz schön, als der Neil nochmal auf die Bühne kommt und zusammen mit der Band Psycho singt:

Das war ungefähr so.

Das Konzert war ziemlich wirklich sehr gut, nur leider wie immer viel zu kurz. Als Zugabe gibt es noch ein mal Want It Back von der Empore aus gesungen mit Mitklatschen und Stampfen und Singen. Und dann ist es auch schon wieder vorbei. Hier die komplette Setlist.

Wir warten noch ein bisschen, ob die Band vielleicht nicht doch noch zum Signieren rauskommt. Immerhin habe ich tapfer mein zuvor erkämpftes Amanda-Plakat dabei und so eine Unterschrift darauf wäre auch nicht verkehrt. Aber die letzte U-Bahn wartet eben auch nicht und so sammeln wir uns wieder ein. Petra und Lisa sind schon gefahren, also fahren wir wieder zu viert total europhirisiert zurück.

Die letzte Nacht vergeht dann auch irgendwie ganz schnell und schon muss ich mich wieder am Westbahnhof von der Linda verabschieden.

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Die Konzertreise fand ich wunderschön, sie war auch ein bisschen anstrengend, aber es hat sich auf jeden Fall gelohnt. So viele tollste Menschen findet man ja auch nicht so leicht alle Tage.

Cologne (AFP-Konzertreise pt.1)

Wie ich ja eigentlich am liebsten verreise: Konzertreisen in andere Städte.
Man sieht ein bisschen was von der Stadt, hat den Nachmittag Zeit zum wandern, gucken oder shoppen und abends gehts dann zur Musik. Eigentlich möchte ich auch gerne auf Tour gehen, als Zuschauer. Jeden zweiten Tag in eine andere Stadt schlendern und zuhören.
Letzten Freitag gings mal wieder los. Zuerst von München nach Köln, von Köln nach Wien und wieder nach München.
Zu sehen gabs Amanda Palmer and the Grand Theft Orchestra. Das neue Album (beziehungsweise das erste in dieser Besetzung) kam Anfang September raus und ist wirklich gut. Natürlich anders The Dresden Dolls oder Amanda Palmer solo, aber eben richtig gut. Still und intensiv, laut und tanzbar, aber eben immer mit Herz und Tränen und Lachen.

Einen guten Eindruck bekommt vielleicht durch The Killing Type (ein Mitlieblingslied des Albums):

2008 hat mir ein damaliger Freund, heute bekannt als „der Freund/Mitbewohner/Herzensmensch“, Amanda Palmer beziehungsweise The Dresden Dolls gezeigt und ich fand gut. Und immer besser. Und dann liebte ich die Musik. Und ihn. 
Die Musik verbindet uns also sehr und wir sind schon öfter zusammen zur ihren Konzerten gereist. Durch das Auslandssemester konnte er leider nicht mit und ich beschloss allein auf zwei Konzerte zu fahren. Strategisch einigermaßen geschickt wählte ich ein Samstags- und ein Dienstagskonzert in Köln und Wien aus. 
In Köln war ich noch nie, Wien wurde bei der letzten Amanda-Tour schon ein mal besichtigt und für sehr schön gefunden.
Die Zugtickets buchte ich auch schon Ende August um noch an die Spartickets zu gelangen. Vor allem wollte ich über Nacht fahren damit die Fahrtzeit auch genutzt werden konnte. Wenige Tage vor der Reise guckte ich zum Glück nochmal die Verbindungen durch und bemerkte, dass ich doch noch eine Übernachtung in Köln benötigte, da mein Zug Freitag Nachmittag ankam, ich aber erst Sonntag (ganz in der) früh wieder fahren sollte. Nach vergeblichen CouchSurfer- und DresdenDolls-Forum-Gesuche, buchte ich doch ein Hostel in der unmittelbaren Nähe des Doms.

Letzten Freitag ging es also los. In meinen gerade noch rechtzeitig besorgten Handgepäckkoffer passte dann auch alles rein und de Fahrt ging los. Normalerweiße wäre mein ICE auch direkt nach Köln durchgefahren, da ich ja aber ein Sparticket hatte, musste ich in Mannheim in einen langsameren Zug umsteigen und eine Stunde später ankommen. Naja, immerhin hatte ich in beiden Zügen einen Sitzplatz, konnte lesen oder ein bisschen den Rhein und die Landschaft angucken.
Als ich Köln ankam war es schon dunkel und ich konnte nur noch den beleuchteten Dom fotografieren.

Nach einer Weile um den Dom umher irren im leichten Regen fand ich dann auch die Touristeninfo, einen Stadtplan und den Weg zum Hostel.
 Das Hostel ist wirklich zentral gelegen, mein Zimmer war nett und komfortabel. Meine vier Mithostlerinnen (zwei Amerikanerinnen und zwei Chinesinnen) waren auch ganz nett. Nachdem einchecken wollte ich mich noch ein bisschen in der Stadt umsehen. Der Hunger trieb mich in die Richtung der zuvor rausgesuchten Restaurants und nach kurzer Zeit stand ich auch schon vor dem Shake Zulu. Das afrikanische Restaurant ist mir vor ein paar Monaten im Blog von Anne Schüssler aufgefallen und bereits damals merkte ich es mir in foursquare vor. Das Restaurant ist wirklich hübsch, wirkt sehr authentisch und das Essen hat mich wirklich umgehauen. Ich probierte in einem Menü drei vegetarische Gerichte aus. Die Speisen wurden in kleinen Schüsselchen serviert. Es gab: eine afrikanische Linsensuppe mit Brot und Dip (der alleine schon zum Niederknien war), braune Bohnen in einer süßen Zwiebel-Tomatensauce, Kochbananen in Erdnusssauce und als Beilage Maisbrei. Jedes Gericht schmeckte für sich schon sehr gut, mischte man die verschiedenen Geschmäcker untereinander war es fast noch besser.


Im Uhrzeiger sind: Maisbrei, Kochbananen und unten die braunen Bohnen mit Zwiebeln.

In diesem süßen Schächtelchen befand sich die Rechnung, eine Visitenkarte und ein Erfrischungsbonbon.

Satt und sehr glücklich machte ich mich auf den Rückweg ins Hostel und ging dann auch bald schlafen. 
Am nächsten Morgen wollte ich mir zuerst nochmal den Dom genauer anschauen. Eigentlich bin ich ja nicht so der Kirchenmensch, aber diese mächtigen Bauten beeindrucken mich dann doch immer. Ich liebe es ewig nach oben gucken zu können, Deckenfresken und bunte Fensterchen anzugucken oder einfach nur zwischen sehr dicken und hohen Steinsäulen zu stehen. Also konnte mich der Dom gar nicht enttäuschen.


Danach habe ich mir die Hohenzollernbrücke mit all ihren Liebesschlössern mal näher angeschaut. Viele waren schön, einige sehr kitschig, manche sehr kreativ. Während ich an immer weiteren Metern dichtbehangter Gitter vorbeilief, habe ich mich natürlich unweigerlich gefragt, wie viele von diesen Schloss-Paaren oder -Freunden wohl noch zusammen waren. Naja, trotz allem (man versuche mal ordentliche Fotos mit eingeklemmten Regenschirm zwischen Schulter und Backe zu schießen) hat mich die Brücke doch wieder einigermaßen glücklich und beseelt zurückgelassen.

Ein kleines Suchbild: Wer findet das untere Schildkröten-Schloss auf dem oberen Bild?


Verliebte Piraten

Als nächste wollte ich mir eigentlich die nahen Museen anzugucken, aber es zog mich nicht so recht rein. Ich schaute mich lieber ein bisschen in den Mueseumshops um und verliebte ich mich sehr in einige wunderschöne Bildbände und Bücher, die ich aber aus Reisegründen nur ganz lieb anguckte und dann wieder weiter ging. Ich wollte mich, bummelnd durch die Stadt, schon mal in Richtung Instore Gig machen. Insgeheim war ich nämlich noch auf der Suche nach einer Glitzer- oder Paillettenjacke (am besten eine Kombination aus beidem!) für das Konzert selbst. Im TK Maxx (den ich übrigens nur aus Erzählungen oder von der Shoppingqueen-Sendung kenne) sollte ich dann auch fündig werden: eine richtige Jacke voller silberner Pailletten! Die 19,90 wollte ich dafür sogar ausgeben und sah mir das Teil nochmal genauer an… Die Marke „Dolce & Gabbana“ machte mich dann doch etwas stuzig und ich sah nochmal auf das Preisschild. Auf einmal wurden aus den netten 20€ das zehnfach und hing die Jacke dann doch relativ zügig wieder zurück. Ohne Diskohighlight streifte ich also weiter und war so mittel begeistert von den Einkaufsstraßen, diese waren an sich ganz schnuckelig, weil nicht so breit wie in München, aber es gab nicht wirklich neue und unbekannte Läden (natürlich, ich war ja auch in einer großen Einkaufsstraße und nicht in den Trend-Vierteln mit den schicken Boutiquen, gell).

Irgendwann gab mein treuer Begleiter den Geist auf. Die beste Investition: ein neuer (dunkelblauer!) Schirm

Ich schlenderte mit dem Stadtplan in der Hand umher und war mir meiner Orientierung ziemlich sicher und fand dann auch bald den (kaum zu übersehenden) Saturn. Drei Stunden bevor so ein Instore Gig losgeht würde bestimmt noch nichts los sein, aber ich wollte mich schon mal akklimatisieren, vielleicht noch eine unterschreibbare CD/DVD/Vinyl erstehen und danach in Wlan-Cafe.

Schon von ganz weit weg sah ich den Saturn und freute mich.


Drinnen stieß ich dann auf dieses Plakat

Das sah für den kurzen Gig wie auch für das abendliche Konzert eher schlecht aus, hätten aber auch nur Vorsichtsmaßnahmen sein können.
Wieder draußen erspähte ich an der Ecke eine Frau mit Ukulele und schlussfolgerte daraus einen Amanda-Fan vor mir zu haben. Ich blickte ihr ins Gesicht und tada: ich kannte sie sogar! Das war ja die Anne, mit der ich mich bereits zufällig über Twitter über den Gig unterhalten hatte. Wir warteten noch auf ihre Freundin Zoe und saßen uns in eine Bäckerei in der Nähe.
Immer noch reichlich früh, aber schon mit ein paar eventuellen Amanda-Hörern mehr ausgestatten, spazierten wir wieder im Saturn rum. Uns schloss sich bald die Caro an und wir wanderten umher und warteten schließlich in einer immer größer werdenden Gruppe vor dem Signierplatz.

Signierplatz noch ohne Signierwillige

Das finde ich nämlich auch immer schon bei solchen „Events“ oder Konzerten: wie freundlich und cool die meisten Anwesenden sind und wie schnell man mit ihnen ins Gespräch kommt. 
Jedenfalls waren wir dann doch irgendwann eine richtige Schlange, Tische, Stühle und Gitter(!) wurden herangekarrt und es ging irgendwann los. Wider Erwarten spielte die Band dann doch zwei Lieder: Want It Back und Creep.

Ja, ihre Stimme war angeschlagen, aber sie hatte zumindest eine (aus Gesprächen mit den anderen Wartendenen bekam ich mit, dass Amanda den Abend in Paris zuvor eben keine mehr hatte, dafür Lyric-Schilder zum Karaoke mitsingen).
Danach gings brav zum signieren. Die Bandmitglieder waren natürlich alle super nett und witzig. Und dann wars auch wieder schon vorbei.

Zu viert ging es anschließend auf Nahrungssuche zur Bento Box. Ich hatte eine sehr gute vegetarische Udonsuppe und interessante Tischgespräche mit den anderen Mädels. Caro und ich verabschiedeten uns dann schon mal und brachen weiter zum Konzert auf (da dieses bereits länger ausverkauft war, waren wohl auch deswegen so viele beim Instore Gig zuvor).
Mit Umweg über mein Hostel zum Umziehen (und damit Caro von einem zwielichtigen Modelagenten angesprochen werden konnte, während sie wartete) fuhren wir dann zum Luxor. Davor gab es schon eine kleine Schlange, wir reihten uns ein und traffen direkt hinter uns auf den Otti, den wir bereits beim Gig kennengelernt hatten. Im Gespräch stellte sich heraus, dass Otti eigentlich noch zwei Karten über hätte und wir dachten dabei natürlich sofort an Anne und Zoe, die eigentlich auch sehr gerne dabei gewesen wären, aber keine Karten mehr bekommen hatten. Da ich aber weder Telefonnummern noch eigenes Wlan hatte, konnte ich die beiden nur über Ottis Twitter-Account anschreiben, was aber auch nichts half. 
Wir warteten also weiter, unterhielten uns mit den anderen und heckten erste Front-Row-Strategien aus. Als dann endlich der Einlass begann konnten wir diese Strategie dann auch einigermaßen gut umsetzen, zweite Reihe, immerhin.
Zu Beginn gab es die Band um Jherek Bischoff. Diese klingt ungefähr so…

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..und war unter anderem mit drei Kölner Musikern besetzt. Ich fand das Konzert sehr stimmig, schön und ruhig. Jherek live ist zugleich verspielt und konzentriert, man merkt einfach, dass er Musik, Instrumente und vor allem Arrangements liebt.

Danach wurde es mit The Simple Pleasure, der Band um den AFPGTO-Gitarristen Chad Raines, rockiger und tanzbarer. Man beachte vor allem seine heiße Beinbekleidung:

Gut eingegroovt ging es nach einigen Minuten dann mit der kompletten Band, also Amanda Palmer and the Grand Theft Orchestra, weiter. Es ging mit dem einzigen Instrumental-Song des Albums los und ich war sofort gefangen. Erster Gedanke: „Da ist ein Schlagzeug. Und Amanda Palmer. So muss es sein.“

Während den weiteren Liedern merkte man Amanda ihre Erkältung zwar an, der Stimmung tat dies aber keinen Abbruch. Die immer wieder wiederholte Forderung „You have to sing with me!“ und die kuschelig kleine Konzertlocation trugen das ihre dazu bei. Die Songs der Band funktionieren live wirklich sehr gut. Die alten The Dresden Dolls und Amanda-Solo Lieder wurden ein bisschen Bandkompatibler gemacht und waren nach wie vor natürlich genial. Die Instrumenten-wild-Durchmischerei bei Missed Me mischte den Song auch kräftig auf und Amanda am Schlagzeug oder an der Gitarre sieht man ja auch nicht so häufig. Ansonsten fällt dabei wieder auf, wie gut die anderen Musiker sind. 
Besonders mitreisend fand ich von den neuen Songs den Bed Song und The Killing Type. Und auch Astronaut entlockte mir wieder ein paar Tränchen.
Was ich ja auch immer sehr reizend finde: wie die Amanda deutsch spricht. Auch an diesem Abend erzählte sie wieder relativ fehlerfrei, dass sie vor Jahren mal ganz in der Nähe des Veranstaltungsortes gewohnt habe. Die Wohung war wohl sehr klein, sehr günstig und sehr kalt gewesen. Die Cover von Eisbär und der Seeräuber Jenny wurden dann auch in Orignalsprache gesungen und waren wie gewohnt super. Ein Lied von Michael McQuilkens (Schlagzeuger) Band The Few Moments wurde auch noch zusammen gespielt. Das fand ich auch sehr schön und dunkel. Somit hätten wir dann auch alle Nebenbands und -projekte aller Beteiligten mal gehört.
Nach einer kurzen Zugabe, in der Amanda alleine über die Menge bis zur Theke crowdsurfte und dann noch mal Creep zum Besten gab, war das Konzert zu Ende.
Die komplette Setlist von diesem Abend.

Leider wurde das Luxor nachdem Konzert gleich wieder geräumt, da dort danach noch eine andere Party stattfinden sollte. Für diese sollte man allerdings nochmals Eintritt zahlen, was uns dann doch eher zum Rückweg aufbrechen ließ (natürlich nicht ohne noch beim Merchandise vorbeizuschauen).

Caro und ich fuhren zurück zum Hauptbahnhof und wollten dort gemeinsam die Zeit bis zu unseren Zügen noch totschlagen. Wir zogen in der Innenstadt herum, besuchten erneut die Hohenzollernbrücke, saßen die restlichen Stunden in einem „Rewe to go“ und unterhielten uns ganz wunderbar über Film, Musik und die Welt. 
Bis es dann Zeit wurde, Caro in ihren Zug nach Mainz gehen zu lassen und ich meinen Koffer im Hostel abholen konnte. (Diesen konnte ich zum Glück nach dem eigentlichen auschecken nämlich noch in einem Spint einschließen und musste ihn so nicht den ganzen Tag mitschleppen. Puh.) 
Mein Zug fuhr um 4:22 Uhr los nach Wien und bereits die ersten Durchsagen begrüßten die Fahrgäste mit einem schmetternden „Guten Morgen!“

Caro hat sich mit einem sehr schön passenden Zitat auf der Hohenzollernbrücke verewigt ❤

Ob ich im Zug wirklich schlafen konnte, meinen Umstieg gegen 7 bekommen hab und wie es dann eventuell in Wien weitergeht – demnächst dann!

Übrigens: hier noch ein weiterer Bericht zum Instore Gig von Anne.