Southside 2013

Die Zivilisation hat mich wieder! Nach vier Tagen Southside-Festival bin ich wieder daheim und ganz schön geschafft! Aber das war es auf jeden Fall wert!

southside

Wir sind bereits am Donnerstag hingefahren, da ich die letzte Woche sowieso Urlaub hatte und wir uns die Fahrt und das Aufbauen unseres Zeltes dadurch ein bisschen stressfreier vorgestellt haben. Was es wohl auch war. Unsere Hinfahrt war den Umständen entsprechend (Gepäck, nervige Menschen, wenig Platz) ganz okay. Nach vier Stunden waren wir dann auch da.

Auch dieses Jahr waren wir auf dem „Grüner Wohnen“-Campingplatz. Das heißt einfach, dass die Menschen, die sich dafür entscheiden dort zu zelten, nachts eher ruhiger sind und nicht jedes zweite Zelt seine Boxen auspackt und noch Party macht, das der Platz nicht so zugemüllt wird und überhaupt ein bisschen Rücksicht aufeinander genommen wird. 2011 wurde das Grüner Wohnen zum ersten Mal angeboten, war schon sehr toll und sehr günstig gelegen. Letztes Jahr war es leider sehr weit vom eigentlichen Festivalgelände entfernt. Der Weg dorthin führte über den „normalen“ Campingplatz mit all seinen betrunkenen, ekligen, lauten und sonstigen menschlichen Abgründen. Dieses Jahr wurde das Green Camping ein bisschen mehr angepriesen und hat auch mehr Platz bekommen. Glücklicherweise war es dieses Jahr sehr toll gelegen, mit eigenem Eingang, auf der gegenüberliegenden Seite des normalen Campingplatzes. Es gab sogar extra einen Shuttlebus zwischen Haupteingang und dem Grüner Wohnen-Bereich. Diesen haben wir bei der Ankunft aber wohl gerade verpasst und da es auch schon spät war und niemand wusste, ob und wann er das nächste Mal vorbeifahren würde, entschlossen wir uns mit noch zwei anderen den Weg zum Grüner Wohnen alleine zu finden. Das klappte auch sehr gut und so konnten wir uns dann im Halbdunkel einen schönen Platz suchen und unser Zelt aufbauen. Inzwischen sind wir darin ja sehr geübt und hätten das wohl auch im komplett Dunklen geschafft. Aber durch das Flutlicht ging das doch ein bisschen schneller. Da das Partyzelt, in dem auch nach den Konzerten in der Nacht noch gefeiert werden konnte, mitten auf dem normalen Campingplatz lagen, entschieden wir uns gegen einen Tanzbesuch dort.

Der nächste Morgen fing schon warm an, so dass unser Zelt ziemlich schnell auch aufhitzte und wir den Schatten davor suchten. Wir machten uns vormittags auf den Weg zum örtlichen Supermarkt und deckten uns noch mit restlichen Lebensmitteln ein. Gegen Mittag kam dann noch ein Freund vorbei und konnte sein Zelt auf dem verbleibenden Platz neben uns errichten. Pünktlich zu ersten Band gingen wir zu den Bühnen.

Der Freitag in Bands:

Kvelertak => Erste gesehene Band. Habe mich schon sehr auf sie gefreut, waren dann auch sehr gut!

kvelertak
Peace
Deap Vally => Sehr coole Zwei-Frau-Combo, die richtigrichtig gut waren! Auf jeden Fall eine Entdeckung.

deap valley
Frank Turner & the Sleeping Souls => Wie immer ein Traum! Besonders schön war auch hier wieder „Glory Hallelujah“:

frank turner
Steven Wilson
Get Well Soon
Jimmy Eat World
Alt-J => Letztes Jahr noch im Zelt, dieses Jahr auf der großen Bühne. Sehr schön.
Archive => Auf Platte tatsächlich besser als live. Ein bisschen enttäuschend.

archive
Triggerfinger => Nachdem das Konzert James Gandolfini gewidmet wurde und ich erst mal in Tränen ausbrach, ganz gut.
Passenger => Ein Lied haben wir durchgehalten, dann überwiegte die Platzangst im Zelt.
The Smashing Pumpkins => Live wirklich sehenswert. Auch wenn ich ja gestehen muss, dass ich nicht ein einziges Lied kannte. Schande auf mein Haupt, jaja.

smashing
Queens of the Stone Age => Von weiter weg gesehen, ganz okay.
The Parov Stelar Band => Waren hier auch für ein paar Lieder im Zelt. War aber schon viel zu müde, um da noch mitzutanzen.

Nach der Parov Stelar Band gingen wir bereits Richtung Schlafplatz, machten und bettfein und schliefen dann doch sehr schnell ein.

Der Samstag war unser Haupt-Band-Tag. Auch dieser startete wieder warm und trieb uns aus dem Zelt. Nach dem Frühstück und dem Aufhübschen ging es auf das Festivalgelände.

Folgende Bands sahen wir am Samstag:

Extra Large => Hip Hop mit ganz tauglichen Texten.
Average Engines => Haben Glitzer-Pistolen unter Publikum gebracht und waren auch sonst ganz lustig.
Me => Ziemlich muse-ig, aber gut hörbar.
Macklemore & Ryan Lewis => Funktionierte in der Masse sehr gut! Und was für eine gute Entscheidung, sie aus dem Zelt auf die große Bühne zu verlegen! Bei „Same Love“ ein paar Tränchen verdrückt:

Swim Deep => Leider enttäuschend.
Boysetsfire
Tegan and Sara => Zum ersten Mal live gesehen. Fand sie sehr toll! Hätte mir noch ein paar mehr typische Ansagen gewünscht. Neuer Song, der sehr toll live war „Now I’m All Messed Up“:

tegan and sara
The National => DAS Highlight. In der ersten Reihe, der Matt war wieder sooo intensiv dabei. Natürlich viel zu kurz, aber wunderwunderwunderschön!
http://www.youtube.com/watch?v=bLmcl1AOfWk

(Da kann man sich schon mal ein ganzen Konzert anschauen)

national
Portishead => Immernoch in der ersten Reihe, sehr schönes Konzert, leider nur die Hälfte gesehen wegen
Rammstein => Habe ich noch nie live gesehen. Waren sooo gut! Eine wunderbare Theaterinszenierung mit Feuer, Raketen und Peniskanonen.

rammstein
Sigur Rós => Sehr schön, die Hälfte des Publikums saß. Leider hat mich auch hier wieder die Müdigkeit umgeworfen.

Nach Tegan and Sara, The National und der fulminaten Rammstein-Show war ich schon ziemlich müde und fertig. Sigur Ros habe ich zwar noch ein paar Lieder lang zugehört, was auch sehr schön meditativ war, aber dann musste ich doch ins Bett.

Am Sonntag konnten wir länger schlafen, es war kühl und bewölkt. Wir gingen wieder rechtzeitig zu den Bühnen und sahen:

Fidlar => Bisschen langweilig.
Miles Kane => Auch eher langweilig.
The Stanfields => Country-folkig und ganz gut zu hören.
Goldmouth => Vollkommen Berechtigte Gewinner-Band des Schooljam Contests.
Frightened Rabbit => Live immer sehr toll, leider war der Sound ganz vorne sehr schrecklich, weiter hinten ging es dann doch ganz gut.

The Kyteman Orchestra => Mein Überraschungsauftritt dieses Jahr. Ein Orchester mit Punk-, Hip Hop-, Chor- und Musical-Elementen, das wirklich so gut live funktionierte.

(Skipped man da ein bisschen durch, zeigt sich deren Vielfalt)

kyteman
The Maccabees
Every Time I Die
City & Color
Turbostaat => Tolles Konzert. Auch wenn ich eher die älteren Stücke kenne, war es sehr gut!

Editors => Auch ziemlich gut. (Warum hat mir noch niemand diesen Sänger gezeigt?!) Leider habe ich Papillion verpasst.

Am Nachmittag scherzten wir kurz rum, dass wir ja bereits heute Abend fahren könnten. Interessante Bands würden dann eh nicht mehr spielen und wir müssten nicht mit dem Mob morgens nach Hause fahren. Wir sahen noch ein paar Bands an und dann kamen wir wieder auf das Thema früher heim zu fahren. Mit zunehmender Müdigkeit klang der Plan gar nicht mehr so abwegig. Wir holten die Zugverbindungsinfos von Tuttlingen nach München ein und entschlossen zwischen zwei Konzerten schon mal alles zusammen zu packen und den Zug gegen halb neun zu nehmen. Gesagt getan. Die Rückfahrt war dann auch sehr ruhig. Die vier Stunden zogen sich zwar ziemlich in die Länge, aber wenigstens hatten wir quasi ein Wagon für uns ohne nervig-aufgedrehte Menschen. Gegen eins waren wir dann auch daheim und nach einer Dusche fühlte ich mich ein bisschen neugeboren. Das Rauschen/Drücken in den Ohren hielt jetzt noch einen Tag, trotz permantenten Oropaxeinsatz an. Und ich bin schon fast wieder im hier angekommen.

Nächsten Jahr hoffe ich auf ein paar mehr gute Bands, die eher über die drei Tage verteilt sind. Auf jeden Fall bin ich wieder sehrsehrsehr überzeugt worden vom Green Camping-Bereich, immer wieder! Was auch noch schön wäre, wäre ein paar mehr Performance/Artisten/Darsteller-Menschen. Letztes Jahr gab es vormittags in einem der Zelte kleine Zirkus/Artistikvorführungen und riesen Marionetten. Dieses Mal gab es leider nur drei Inspector-Gadgetige-Menschen, zwei Steinbeiser-Menschen und diese beiden sehr authentischen Security-Riesen.

artist

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