Erst hat man kein Glück, und dann kommt auch noch Pech dazu…

…oder in meinem Fall: Erst hatte ich Hunger und dann auch noch nichts zu essen!

Heute habe ich das erste mal diesen Monat gearbeitet und bin deshalb erst gegen 18Uhr daheim gewesen. Zu Mittag gabs dort eine sehr leckere Pasta mit einer Senf-Merrettich-Sahne-Soße, aber seitdem war schon einige Zeit vergangen und ich hatte Hunger.

Nun muss man wissen, dass ich, sobald ich hungrig werde, unausstehlich, grantig und ungeduldig werde.

Als ich zu Hause an kam, wunderte ich mich zwar, warum der Freund nicht da war, dachte aber, dass er sicher gleich wieder käme und beschloss mit dem Essen noch zu warten.
Und ich wartete.
Bis ich ihn dann doch irgendwann anrief und wissen wollte, wo er denn sei.
„Na, beim Burgeressen!“
Achja… da war ja was… Natürlich hatte ich das gemeinsame Essen mit den Freunden vergessen (das für mich arbeitsbedingt ja ausfallen musste).
Der Gedanke an einen Veggie-Burger feuerte meinen Hunger noch ein bisschen mehr an und so hetzte ich also in die Küche und stellte erst mal einen Topf mit Wasser auf. So fängt das nämlich immer an. Danach kann man immer noch gucken, worauf man Appetit hat.

Ich hatte also großen Gnocchi-Hunger. Und weil für sich alleine kochen gar keinen Spaß macht und ich das eh nicht mehr so gut kann, wollte ich gleich die ganze Packung Gnocchi für mich alleine machen und sie auch in einem Rutsch aufessen. Damit der Burgerverschlinger gar nichts mehr davon abbekommen konnte. In der Schublade habe ich noch so ein kleines Gläschen vom Feinkost-Italiener gefunden. Knoblauch-Tomaten-Pesto! Das sollte dazu passen und würde dem Burgerfremdgeher eine schöne Knoblauch-Note den restlichen Abend über bescheren. Also schnell die fertigen Gnocchi in den Teller geschüttet und ein paar Löffelchen des Pestoooohs, das ist aber ganz schön ölig… Hmm, und auf einmal stand da auch gar nichts mehr von Pesto drauf. Das war wohl ein Bruschetta-Glas. Naja, das würde wohl auch schmecken, dieses aglio olio e peperoncino-Bruschetta.

Nun muss man wissen, ich mag kein scharfes Essen. Also gern so ein bisschen würzig und auch mit einer leicht scharfen Note und so. Aber eben nicht scharf. (Übrigens hat mein Vater in den letzten Jahren damit begonnen, sämtliche herzhafte Speisen mit Peperoncini, also den scharfe, kleinen, fiesen Peperonischoten, zu würzen. Entweder wird man mit dem Alter geschmacksunempfindlicher oder er hat seine Vorliebe all die Jahre zuvor gut vor uns verstecken können und hat heimlich in sein Essen scharfe, rote Pülverchen gemogelt. Man weiß es nicht.)

Nach dem ersten Gnocchi-Bissen wusste ich dafür, dass das sehr scharf werden würde, aber ich hatte (a) Hunger und (b) wollte ich mir doch etwas ganz leckeres und nur für mich bestimmtes kochen. Also schnell noch einen Schuss Sahne reingekippt und ab ins Abenteuer.

Nach ungefähr zehn weiteren Gnocchis gab ich mich geschlagen. Mir war heiß, meine Nase lief und ich hatte Kopfschmerzen.

Irgendwann während meines Schärfe-Deliriums fiel mir ein, dass ich mir mit den öligen Peperoni-Fingern besser nicht die Augen reiben sollte. Irgendwann vergaß ich das natürlich wieder und rieb sie mir trotzdem. Viel kaltes Wasser später, ließ ich den Gedanken an das warme Essen fallen und griff zum Sorbet-Eimer. Welch eine Wohltat. Waldfrucht und kalt und gar nicht scharf. Und das Wichtigste: Nur für mich alleine.

(Fotos von dieser Schmach erspar ich mir. Das restliche Gläschen wird wohl mein Vater bekommen.)

 

Lila

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1 Response to “Erst hat man kein Glück, und dann kommt auch noch Pech dazu…”


  1. 1 Max (@MindlessKronos) 24. August 2012 um 09:48

    Burger erfolgreich verschlungen. Aber nächstes Mal kommst du lieber mit!


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